Junge Philharmonie Köln begeistert Zuhörer

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Die Jungen Philharmoniker aus Köln spielten am Sonntagabend in der Kreuzkirche Am Mathagen Kammermusik.

Schalksmühle - Mit einer Hommage an den Herbst, von Antonio Vivaldi und Peter Tschaikowsky als stimmungsvolle Klanggemälde skizziert, eröffnete das Solistenensemble der Jungen Philharmonie Köln am Sonntag in der Kreuzkirche Am Mathagen ein hochkarätiges Kammerkonzert, das großen Werken aus unterschiedlichen Stil-Epochen vorbehalten war.

„Wir beginnen jedes Konzert mit einem Stück aus den ‚Vier Jahreszeiten’ von Vivaldi“, erklärte Klarinettist Alexander Morogovski, der das sichtlich begeisterte Publikum in der gut besuchten Kirche durch das abwechslungsreiche Programm führte.

Der Jahreszeit entsprechend porträtierten die acht Virtuosen den „Herbst“ – Erntefreuden und ausgelassenes Zechen, weinseligen Schlummer und aufgeregtes Jagdtreiben – in den drei Sätzen der berühmten Barockmusik.

Pawel Zuzanski brilliert als Solist

Als Solist brillierte Pawel Zuzanski (Violine) bei dem von einem Sonett begleiteten „Jahreszeiten“-Konzert. Wehmütige Stimmung ließ Tschaikowskys „Herbstlied“, das in seinem „Jahreszeiten“-Zyklus op. 37 dem Oktober entspricht, aufkommen. In einer Bearbeitung für Kammerorchester stellte das Ensemble das melancholische Charakterstück aus dem zwölfteiligen, zu Lebzeiten Tschaikowskys in einer Musikzeitschrift veröffentlichten Klavierzyklus vor.

Mit einer Uraufführung aus der Feder ihres Kontrabassisten Mark Gertsel sorgten die jungen Musiker, die wunderbar harmonisch, präzise und transparent miteinander musizierten, für Furore. Jazz-Idiome verliehen dessen „Gershwin-Fantasie“ Spritzigkeit und Esprit. Als originales Gershwin-Thema blinzelte unter anderem das bekannte Wiegenlied „Summertime“ aus der zündenden Musik mit einem glänzend aufgelegten Artem Kononov (Violine) als Solistem heraus.

Pawel Zuzanski, Solist von Antonio Vivaldis „Herbst“-Konzert aus den „Vier Jahreszeiten“.

Klangzauber pur brachte das Adagio aus dem Klarinettenkonzert A-Dur KV 622 von Mozart. Äußerst gefühlvoll, schmeichelnd und fließend brachte Alexander Morogovski die betörende Instrumentalmusik, die zu Mozarts berühmtesten Werken gehört, zu Gehör.

Stilsicher bei allen Werken

So unterschiedliche Werke wie Pablo Sarasates 1878 entstandene Zigeunerweisen op. 20, Bravourstück für einen herausragenden Artem Kononov, und das Konzert für Violine E-Dur BWV 1042 von Johann Sebastian Bach brachte das frisch und spielfreudig auftrumpfende Ensemble stilsicher unter einen Hut.

Mit den Moses-Variationen über ein Thema von Gioacchino Rossini von Paganini, geschrieben als Bravourvariationen für die vierte Saite der Geige, erlaubten sich alle Streichinstrumente – die hohen und die tiefen – einen virtuosen, „einsaitigen“ Spaß.

Zugabe lässt dahin schmelzen

Nach den volkstümlichen, rustikalen Charme versprühenden „Rumänischen Volkstänzen“ aus der Feder von Béla Bartók mochte keiner der Zuhörer die Kölner, die ihr Können in der Königsklasse Kammermusik meisterhaft zur Geltung brachten, ohne Zugabe ziehen lassen. Diese ließ erst recht dahin schmelzen. Rassig, sinnlich und leidenschaftlich fing das Ensemble gleichsam als Schmankerl für den Nachhauseweg die Emotionalität von Carlos Gardels berühmtem Tango „Por una cabeza“ (Der Duft der Frauen) ein.

Ebenfalls beim gefeierten Konzert dabei waren Lika Yakupova und Alexandre Dimcevski (Violinen), Armen Nazarian (Bratsche) und Alexander Dimitrov (Cello).

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