Jugendliche versuchen, Jäger zu retten

+
Maurice Bossart (li.) und Felix Turk versuchten, einem Jäger das Leben zu retten. Bürgermeister Jörg Schönenberg dankte ihnen. Ihr Freund Alexander Bruck konnte an dem Termin aus privaten Gründen nicht teilnehmen.

Schalksmühle - Eigentlich sollte es nur ein gemütlicher DVD-Abend werden, doch es kam anders: Maurice Bossart, Felix Turk (beide 15 Jahre alt) und der 17-jährige Alexander Bruck hatten es sich gerade vor dem Fernseher gemütlich gemacht, als es heftig am Fenster klopfte und der Lichtschein einer Taschenlampe ins Zimmer fiel.

„Jemand rief, sein Vater sei verunglückt und bat um Hilfe“, erinnert sich Maurice Bossart. Für die drei jungen Menschen stand außer Frage, dass sie halfen, zumal sie alle vor nicht allzu langer Zeit Erfahrungen im Rahmen eines Erste-Hilfe-Kurses gesammelt hatten.

Die drei folgten dem Hilferufenden in den Wald und fanden dessen Vater bewusstlos vor. „Als wir feststellten, dass kein Puls mehr vorhanden war, haben wir eine Herzrhythmusmassage durchgeführt“, erklärt Felix Turk. Darüber hinaus lotsten die drei Jugendlichen die herbeigerufenen Rettungskräfte in das abgelegene Waldstück in der Sterbecke bei Heedfeld, was ebenfalls keine leichte Aufgabe war.

„Als die Notärzte da waren, haben wir weiter geholfen und mit angefasst, wo es ging“, berichtet Maurice. Insgesamt habe die Aktion wohl fast zwei Stunden gedauert. Dass der Patient dennoch verstarb – wie sich später herausstellte, erlitt der 72-jährige Jäger einen Herzinfarkt und war bei Ankunft der Rettungssanitäter bereits tot – beschäftigt die Jugendlichen bis heute.

Bürgermeister Jörg Schönenberg empfing zwei der drei couragierten Retter – Alexander Bruck befand sich auf Klassenfahrt – am Dienstag in seinem Büro. „Diese drei jungen Leute haben in einer Ausnahmesituation mutig ihren Mann gestanden und alles richtig gemacht“, erklärte der Bürgermeister, der den dreien für ihr couragiertes Handeln ein persönliches Geschenk überreichte. „Sie können stolz auf das sein, was sie getan haben.“ Dass der 72-Jährige trotz aller Hilfsmaßnahmen verstorben sei, sei Schicksal, das keiner der beherzten Retter habe ändern können. „Der Sohn des Verunglückten stand jedoch nicht vor verschlossenen Türen und hat schnelle Hilfe erfahren – das hat er euch zu verdanken. Ich wünsche mir junge Menschen, die wie ihr die Herausforderung annehmen in solchen Situationen“, betonte Schönenberg.

Maurice Bossart ist im Nachhinein froh, dass seine Freunde bei diesem extremen Erlebnis mit dabei waren. „Das alles wäre für mich kaum zu verkraften gewesen ohne die beiden“, ist sich Maurice sicher.

Alle drei haben beschlossen, ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse weiter zu intensivieren. Denn in einer Notsituation kann es entscheidend sein, dass es jemanden gibt, der weiß, was zu tun ist.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare