Die Jugendherberge Glörsee gibt es seit 1929

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Die Jugendherberge Glörsee bietet unterschiedliche erlebnispädagogische Konzepte. Hierzu zählt beispielsweise der Bau von Flößen.

Schalksmühle -  Vor 100 Jahren eröffnete die weltweit erste Jugendherberge in Altena. Die Jugendherberge Glörsee wurde 1929 erbaut, sie ist also auch nicht gerade ein „Youngster“.

Wer jedoch glaubt, es komme so sehr auf die Architektur an, irrt. Wesentlich sind vielmehr die Rahmenbedingungen, welche die Herbergseltern Heike und Harald Luks ihren Gästen am Glörsee bieten. Vom Kleinkind bis zum Senior – viele fühlen sich hier wohl. Und das, obwohl die 27 Zimmer weder über Bäder noch über Fernseher verfügen. „Dann müssten wir Betten reduzieren, das geht nicht“, erklärt Heike Luks. Duschen und WCs befinden sich auf dem Flur. Aber das stört niemanden.

Das Haus bietet 124 Übernachtungsgästen Platz. „60 bis 65 Prozent sind Stammgäste“, betont Heike Luks. Während der Schuljahre wird das Haus regelmäßig von Schulklassen gebucht. „Kindern fehlt heute oft Bewegung, stattdessen werden sie den ganzen Tag beschallt“, so die Beobachtung der Gastgeberin. Vermutlich aus diesem Grund sind die Kinder bei der Ankunft oft ziemlich laut. Hinzu komme die Aufregung angesichts der neuen Umgebung. Aber: „Wir sind kein Sanatorium, Kinder dürfen laut sein“, lacht Heike Luks.

In den folgenden Tagen werden Wald und See dann ausgiebig erkundet und die Geräuschkulisse wird deutlich leiser. „Ich sage immer: Hier ist es wie bei Hänsel und Gretel im Wald“, beschreibt die Herbergsmutter die Umgebung der Jugendherberge.

Für zwei fünfte Jahrgänge des Engelbert-von-Berg-Gymnasiums in Wipperfürth war das Haus kurz vor Ferienbeginn Ziel der Klassenfahrt. Ein paar Regeln mussten selbstverständlich beachtet werden. „Wir holten uns das Einverständnis der Eltern, dass die Kinder in Dreiergruppen allein in den Wald dürfen“, nennt Lehrer Philipp Kersthold ein Beispiel.

Darüber hinaus war das Schwimmabzeichen in Bronze Voraussetzung dafür, an der Klassenfahrt teilnehmen zu können. Gemeinsam Spaß haben, Abenteuer erleben und im Team etwas erreichen – so lässt sich das pädagogische Konzept umschreiben. Wie einst Robinson Crusoe verschlug es nämlich die Schüler auf eine einsame Insel. Um ans Festland zu gelangen, galt es, Flöße zu bauen. Dazu waren Erlebnispädagogen angereist, die als finster geschminkte Piraten übers Wasser paddelten, aber auch Tipps zum „Schiffsbau“ gaben.

Eifrig machten sich die Gruppen ans Werk: Kanister wurden mit Spanngurten auf Holzleisten festgezurrt und obendrauf weitere Leisten befestigt, auf denen die „Schiffsbesatzung“ anschließend stehen konnte. Lehrerin Elisabeth Schmitz freute sich, dass bei der Aktion Teamfähigkeit gefragt war. Alle packten mit an. Am Ende wurden die schwimmenden Inseln von den Kindern, die dann Schwimmwesten trugen, zu Wasser gelassen – ein Riesenspaß, der den Schülern sicher noch lange in Erinnerung bleibt.

Oben auf dem Kunstrasenplatz spielten zur gleichen Zeit Schüler des Max-Planck-Gymnasiums in Dortmund Fußball. Irgendwo tummelte sich noch eine weitere Schulklasse. Soviel „Action“ macht selbstverständlich hungrig. Gut, dass die Küche vom umfangreichen Frühstücksbuffet über das abwechslungsreiche Mittagessen, bei dem auch an Vegetarier gedacht wird, bis zum Lunchpaket für unterwegs für jeden Geschmack das Richtige parat hält.

Auch kirchliche Gruppen und Vereine oft zu Gast

Je nach Jahrgangsstufen bietet die Jugendherberge Glörsee unterschiedliche erlebnispädagogische Konzepte. Oberstes Ziel ist immer, die Teamfähigkeit zu stärken.

An Wochenenden kommen viele kirchliche Gruppen, Vereine oder Chöre. Viele von ihnen nutzten die Vergünstigungen der Ruhrtop Card special etwa zum Besuch des Freilichtmuseums, der Kluterthöhle oder des Westfalenbades.

Weitere Informationen gibt es telefonisch unter der Rufnummer 0 23 38 / 4 34 oder per E-Mail unter der Adresse jh-gloersee@jh-wl.de .

Ursula Dettlaff

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