Gäste wieder willkommen

Jugendherberge an der Glör geht nach 16 Monaten wieder an den Start

16 Monate geschlossen: Nach langer Zeit hat die Jugendherberge an der Glör wieder geöffnet.
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16 Monate geschlossen: Nach langer Zeit hat die Jugendherberge an der Glör wieder geöffnet.

Während Friseure, Einzelhändler und Veranstalter in den letzten Monaten oft im Fokus standen, gibt es auch Einrichtungen, die nicht derart im Licht der Öffentlichkeit stehen, aber nicht weniger unter den Folgen der Pandemie zu leiden haben. Dazu gehört auch die Jugendherberge an der Glörtalsperre.

Schalksmühle - Bereits im März 2020 musste sie, wie die meisten anderen Jugendherbergen in der Region, ihre Türen schließen. Erst Anfang dieses Monats durfte der Betrieb wieder aufgenommen werden. Seit etwa anderthalb Wochen ist die Einrichtung am Glörsee wieder geöffnet.

Hausleiter David Emde und seine fünf Mitarbeiter hatten in den rund 16 Monaten jedoch immer noch genug zu tun. „Wir haben in dieser Zeit das Gelände in Schuss gehalten“, erklärt Emde. Da nicht alle der 29 Herbergen des Landesverbands schließen mussten, gab es auch an anderen Standorten noch genug Arbeit. „Wir sind auch in den großen Häusern eingesprungen, wo Personalknappheit war oder die Coronaschutzverordnungs-Auflagen problemlos umzusetzen waren.“ Die Küchenleitung wurde in dieser Zeit in einer großen Jugendherberge in Münster eingesetzt, David Emde arbeitete in der Bochumer Einrichtung. Lediglich der Hausmeister hielt weiterhin die Stellung.

Jetzt ist auch die Herberge an der Glör wieder geöffnet. In dieser Woche werden die ersten Gäste seit der Schließung erwartet. Die Zeit bis dahin wird von den Mitarbeitern noch sinnvoll genutzt. „Im Turnus von zwei Jahren müssen wir die Erste-Hilfe-Kurse auffrischen, um den Kindern im Fall der Fälle helfen zu können“, erklärt der Herbergsvater. Solche Lehrgänge seien in den vergangenen Monaten nicht möglich gewesen.

Ausbleibende Buchungen sind indes kein Problem für David Emde. „Klassenfahrten werden immer weit im Voraus gebucht. Die Lehrer haben das ausgesessen und abgewartet, wie sich die Lage entwickelt“, weiß Emde und kann auf einen gut gefüllten Kalender blicken. „Wir haben nicht ganz die Belegung, die wir sonst nach den Sommerferien haben. Das ist aber nicht dramatisch.“

Auch wenn der Betrieb nach der Schließung wieder gut anläuft, müssen die vergangenen 16 Monate verkraftet werden. „Unsere Jugendherbergen müssen die finanziellen Einbußen nicht als Einzelstandort tragen“, erklärt Gesa Hauschild, Pressesprecherin beim Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks. „Wir stehen als Landesverband zusammen und bewältigen die Krise gemeinsam“, sagt sie weiter.

Aufgefangen werden die Verluste durch eine Kombination aus eigenen Maßnahmen wie Kurzarbeit und Investitionsstopps sowie Fördergeldern. Dadurch hofft der Verband, „die Krise ohne Standortschließungen und Entlassungen zu meistern“.

Auf die zweite Jahreshälfte blickt Gesa Hauschild vorsichtig optimistisch: „Die Buchungslage verbessert sich stetig. Nach den Sommerferien sind Klassenfahrten auch für NRW-Schulen wieder erlaubt. Viele Schulen als Hauptzielgruppe der Jugendherbergen haben ihre Buchungen für die Zeit nach den Sommerferien aufrechterhalten.“

Nachdem die erste Klassenfahrtsaison von März bis zu den Sommerferien komplett ausgefallen ist, hoffen die Herbergen nun auf die zweite Saison im September und Oktober. Sollte ein weiterer Lockdown anstehen, wird es jedoch schwierig. „Dann wären die Jugendherbergen auf Unterstützung und Beihilfen angewiesen“, sagt Gesa Hauschild.

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