Jugendandacht rund um die Themen Tod und Trauer

SCHALKSMÜHLE – Eine gut gefüllte Kirche am Freitagabend – und das vor allem mit jungen Leuten: Rund 80 Jugendliche, junge Erwachsene und solche, die sich dazu gehörig fühlten, erlebten in der Kirche St. Thomas Morus die Andacht unter dem Titel „leb.los!“, mit der die Jugendkirche „über.dacht“ des Kreisdekanates Altena-Lüdenscheid derzeit durch alle Pfarreien des Dekanates tourt.

Einige Kirchenbänke hatten weichen müssen, damit die Hocker und Kissen Platz fanden, die als Sitzgelegenheit dienten. Der Altarraum war der Band vorbehalten. Mit Lichteffekten schafften die jungen Leute eine besondere Atmosphäre.

Sie setzten sich mit den Tabu-Themen Tod und Trauer auseinander, und das bewusst provokant. Gleich zu Beginn wurde ein Freiwilliger gesucht, der sich in einen Sarg legte. In mehreren Anspielen traten einige der jungen Leute als Erzähler auf. Sie berichteten in jeweils zwei Etappen aus der Ich-Perspektive über Begegnungen mit dem Tod. Da war ein Mädchen, das nach der Love-Parade mit ihrer Trauer kämpft. Ein junger Mann erlebt nach einem gescheiterten Selbstmordversuch, dass es doch Menschen gibt, die sich um ihn Sorgen. Ein Mädchen kommt nach Drogen- und Alkoholkonsum dem Tod ganz nahe, während ein Mann völlig ausrastet, als er die Diagnose einer tödlichen Krankheit bekommt. All diese vielen Geschichten endeten dennoch mit der Motivation weiter zu leben – und so erhält der Titel der Andacht „leb.los!“ seine doppelte Bedeutung.

Die Besucher waren gefragt, sich ihre eigenen Gedanken zu machen. Es gab zwischen den Anspielen Gesprächsrunden und schließlich konnte jeder eigene Wünsche und Gedanken zu Papier bringen und sie an ein Kreuz heften. Nach der Andacht gab es noch eine Party im Gemeindesaal, vorbereitet von Jugendlichen aus der Gemeinde St. Thomas Morus.

Jugendreferent Daniel Enzmann freute sich über die große Resonanz von jungen Leuten aus der gesamten Pfarrei: „Mit so vielen hätten wir nicht gerechnet.“ Einige hätten ihr Interesse bekundet, im Vorbereitungsteam von „über.dacht“ mitzuarbeiten. Auch Pastor Matthias Fuchs freute sich über die Initiative der Jugendkirche und die gut besuchte Andacht. Er hätte sich allerdings mehr Resonanz von den Firmlingen gewünscht.

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