Jubiläum, aber „die Zeit zum Feiern fehlt“

Wilhelm Hoffmeister.

SCHALKSMÜHLE ▪ 98 Jahre Lüdenscheid, zwei Jahre Schalksmühle – das sind 100 Jahre Unternehmensgeschichte von Hoffmeister Leuchten und am Samstag ist der Geburtstag. Am 1. Mai 1910 übernahm Wilhelm Hoffmeister das Lüdenscheider Ingenieurbüro Fritz Backhaus und legte damit die Grundlage für das heutige Unternehmen.

In den ersten Jahren befasst sich Wilhelm Hoffmeister mit der Fertigung und Installation von Schaltanlagen. Zu seinen ersten Kunden zählen die Heilstätte Hellersen sowie die Firma Ernst Selve. Ab 1914 produziert das Unternehmen zunächst in Gebäuden an der Werdohler Straße, die in den folgenden Jahren stetig ausgebaut werden. Während des 1. Weltkriegs führt der noch junge Sohn Willi Hoffmeister das Unternehmen, bis auch er 1918 einberufen wird. Seine Mutter Käte Hoffmeister übernimmt die Unternehmensleitung bis zum Ende des Krieges.

In den folgenden Nachkriegsjahren werden überwiegend Motorenwicklungen hergestellt. 1928 wird das Unternehmen umgewandelt in die Firma Hoffmeister & Sohn, kurz „HOSO“ genannt. 1929  beginnt die erste Produktion von Leuchten aus Bakelite. Das waren zunächst Decken-, Federzug- und Nachttischleuchten, später auch Schreibtisch- und Röhrenleuchten. Bedingt durch stetige Expansion bezieht das Unternehmen 1936 einen Neubau an der Straße Am Neuen Haus.

1947 folgt der erste Auftritt auf der internationalen Nachkriegsmesse in Hannover. Vier Jahre später stirbt mit Wilhelm Hoffmeister der Unternehmensgründer im Alter von 75 Jahren. Mit Hansmartin Hoffmeister rückt 1954 die dritte Generation in die Geschäftsleitung vor, sieben Jahre später folgt sein Bruder Klaus Hoffmeister. Mitte der 50er Jahre beginnen umfangreiche Erweiterungsarbeiten an den Gebäuden Am Neuen Haus. Das Unternehmen wächst schnell. Die 60er Jahre sind geprägt durch anhaltendes Wachstum und die Übernahme der Unternehmen Bünte & Remmler aus Frankfurt sowie der Firma Schrauben Betzer in Lüdenscheid.

1971 verstirbt Willi Hoffmeister im Alter von 70 Jahren. In den frühen 70er Jahren wird am Neuen Haus weiter expandiert und später am Standort Lüdenscheid Nord ein modernes Logistik- und Versandzentrum aufgebaut. Anfang der 80er Jahre ist Hoffmeister nach eigener Darstellung Vorreiter bei modernen Leuchten für Stromschienen. Der HNK-Strahler wird Sinnbild für effiziente Beleuchtung dieser Zeit. Lichtrohrsysteme prägen die späten 80er Jahre und werden in den 90er Jahren zunehmend durch Deckeneinbauleuchten abgelöst. Mit Dr. Markus Hoffmeister tritt die vierte Generation in die Geschäftsführung ein. 1997 verkauft die Familie das Unternehmen an die amerikanische JJI Lighting Group. Der Firmensitz wird 2008 nach Schalksmühle verlegt.

Oliver Hoffmeister und Jens Hanfland übernehmen das Unternehmen 2009 vom Philips Konzern, zu dem Hoffmeister durch Konzernübernahmen seit Anfang 2008 gehörte. Hoffmeister Leuchten wird somit nach zwölf Jahren Konzernzugehörigkeit im Juli 2009 wieder ein Familienunternehmen, an dessen Spitze neben Jens Hanfland mit Oliver Hoffmeister ein Urenkel des Unternehmensgründers steht.

Neben Hoffmeister Leuchten sind Hanfland und Hoffmeister auch Gesellschafter des Sonderleuchtenherstellers RSL Rodust & Sohn Lichttechnik in Sankt Augustin. „Das eröffnet beiden Unternehmen Chancen für strategische Allianzen und hat in den zurückliegenden zehn Monaten bereits zu einigen erfolgreichen gemeinsamen Projekten geführt. Auf der Leitmesse Light+Building in Frankfurt hat Hoffmeister einen sehr erfolgreichen Markenauftritt absolviert und sowohl Kunden als auch Mitbewerber davon überzeugen können, dass das Unternehmen mit vielen innovativen Ideen, unter anderem im Bereich der LED-Beleuchtung, gut für die Zukunft gerüstet ist“, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Eine Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen wird es voraussichtlich erst gegen Ende des Jahres geben. „Die Light+Building findet traditionell Mitte April statt und nimmt auf unser Jubiläum leider keine Rücksicht“, sagte Oliver Hoffmeister: „Uns fehlt momentan schlicht die Zeit zum Feiern. Natürlich werden wir den Anlass aber zu einem späteren Zeitpunkt gebührend würdigen“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare