Jeden Tag eine neue Herausforderung

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Lisa Effenberger (l.) und Ellen Saßenscheidt stellten den Mitgliedern des Frauentreffs Kreuzkirche die Einrichtung der Märkischen Werkstätten für Autisten vor. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Mit Informationen aus erster Hand versorgten jetzt Ellen Saßenscheidt und Lisa Effenberger die Mitglieder des Frauentreffs Kreuzkirche. Saßenscheid und Effenberger sind Heilerziehungspflegerinnen im Dienst der Märkischen Werkstätten.

Der Frauentreff besuchte die Einrichtung für Autisten, die die Märkischen Werkstätten in der ehemaligen Grundschule Klagebach betreiben. 2007 haben die Werkstätten die außer Dienst gestellte Schule übernommen und mit acht Autisten den Montagebetrieb begonnen.

Inzwischen arbeiten dort 22 Menschen mit einer autistischen Behinderung in den vier Arbeitsgruppen Montage, Modernes Antiquariat, Hauswirtschaft und Töpferei. Das Team aus den Gruppenleitern und zwei Auszubildenden wird von Betriebsleiter Isselhorst geführt. Ellen Saßenscheidt ist Gruppenleiterin in der Montage. Dort werden unter anderem Deckel für die Autoindustrie und „K-Luet“-Kaminanzünder hergestellt. Lisa Effenberger ist Gruppenleiterin in der Hauswirtschaft. Ihr Ziel ist es, mit ihrer Gruppe demnächst die Einrichtung mit Mittagessen versorgen zu können.

Im theoretischen Teil informierten die Mitarbeiterinnen die Besucherinnen über die Entstehung der Einrichtung, über die Definition des Autismus nach der Weltgesundheitsorganisation und der Arbeit mit Autisten. Beim anschließenden Rundgang durch die Einrichtung hatten die Besucherinnen Gelegenheit, einen Autismus-Parcour zu bewältigen. Darin wird versucht, den Besuchern einen Eindruck vom Lebensumfeld zu vermitteln, wie Autisten es wahrnehmen.

Der Umgang mit Autisten ist eine sehr anspruchsvolle Tätigkeit. Der Autismus als Persönlichkeitsstörung ist nach gegenwärtigem Kenntnisstand angeboren. „Ein schlüssiges Erklärungsmodell gibt es bis heute aber nicht“, sagte Ellen Saßenscheidt. Die Krankheit sei, je nach Schwere, im begrenzten Umfang therapierbar, aber nicht heilbar. Die Kommunikation mit Autisten, die oft in sich gekehrt leben und für soziale Kontaktaufnahme wenig empfänglich sind, ist täglich eine neue Herausforderung, der sich die Mitarbeiter immer wieder stellen. ▪ bomi

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