Jahresfest der LKG in Schalksmühle

Dirk Scheuermann erzählte aus seinem Leben.

SCHALKSMÜHLE ▪ „Meine Seele ist Stille in Dir“, sang der Chor der Landeskirchlichen Gemeinschaft im Gemeindesaal an der Viktoriastraße programmatisch – war doch das „Jahr der Stille“ Thema des Jahresfestes, welches die Gemeindemitglieder am Wochenende begingen. Von Michael Koll

Rund 40 Gläubige kamen zur Auftaktveranstaltung am Samstagnachmittag in den Gemeindesaal, um dort den Ehrengast, der Samstag und Sonntag in Schalksmühle weilte, kennenzulernen. Dirk Scheuermann ist Pfarrer in Nierenhof, das in der Nähe von Hattingen liegt.

Die Anwesenden sangen, musizierten, meditierten und beteten, bevor Scheuermann dann in der Form eines Talks vorgestellt wurde: Der 51-Jährige ist verheiratet. Mit seiner 43-jährigen Gattin hat er vier Kinder im Alter von 13 bis 19 Jahren.

Gebürtig stammt der Theologe aus Bochum. So schlägt sein Herz auch für die Fußballer des VfL Bochum. Weitere Hobbys Scheuermanns sind Lesen und Holzarbeiten – „mit der Kettensäge und der Axt“.

Mit seiner Familie macht der Pfarrer seit einigen Jahren in Kroatien Urlaub. Scheuermann stammt aus einer großen Familie, er hat sechs Geschwister.

Die neuen Medien begeistern ihn nicht: „Ich gehe nie ins Internet. Aber meine Frau und meine Kinder sind ständig drin“, gestand der Ur-Bochumer.

Sein Leben hat ihn vor manche Herausforderung gestellt, erklärte Scheuermann den Anwesenden: „Immer, wenn ich etwas nicht wollte oder Angst davor hatte, dann musste ich es machen.“

Scheuermann ist nicht nur Pfarrer einer eigenen Gemeinde. Er steht auch dem Westfälischen Gemeinschaftsverband, einer regionalen Unterorganisation der Landeskirchlichen Gemeinschaft, vor.

„Ich finde Ruhe, wenn ich mit dem Hund im Wald spazieren gehe“, stimmte der Pfarrer dann auf das Thema des Jahresfestes ein. In seiner Predigt erinnerte er sich zunächst an Berichte seiner Mutter über deren Urgroßvater: „Er hat täglich laut gebetet. Man hörte ihn auf der Straße“, wusste Scheuermann zu berichten. „Wer ihn besuchen wollte und Pech hatte, musste darauf warten, dass er mit dem Gebet fertig war.“

Der Theologe aus Hattingen hat Verständnis für seinen Vorfahren: „Wenn ich bete, kann mir niemand widerstehen.“ Ganz anders reagierte der Pfarrer, als vor sechs Wochen in seiner Gemeinde die „Aktionen der Stille“ anstanden: „Ich dachte: Das ist nichts für mich. Das klingt viel zu langweilig.“

Gleichwohl weiß der Geistliche: „Wer nie ausruhen kann, dreht irgendwann durch. Deshalb beneide ich auch die Politiker, die ihre 7-Tage-Woche mit mehr als zehn Stunden Dienst am Tag überstehen.“ Vielleicht seien deren Entscheidungen aber auch besser, wenn sie mehr Ruhe fänden.

Andererseits sei es gut für einen Menschen, wenn er bedrängt und angefeindet würde: „Denn das lehrt Geduld und führt zur Ruhe.“ Ein weiterer Weg, Ruhe zu finden, sei, sich an Gutes zu erinnern: „Ich rede nicht das Wort derer, die in der Vergangenheit leben und sagen ‚Früher war alles besser‘“, stellte Scheuermann klar.

Doch Gedanken an glückliche Stunden verhinderten Selbstmitleid. Und Scheuermann gestand, dass auch ihn dieses manchmal ereile. So habe er jüngst beim Schneeräumen mit sich gehadert, dass ihm niemand helfe, den Weg zu seiner Kirche freizuräumen. Doch dann habe er sich vor Augen geführt, dass ihn diese Übung fit halte und die Bewegung gesund sei.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare