Jahresabschluss: Nur ein Fehlbetrag von 550 000 Euro

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Schalksmühle - Mit einem Defizit von nur 553 145,06 Euro fällt der Jahresabschluss 2015 der Gemeinde Schalksmühle deutlich besser als erwartet aus, die Bilanzsumme betrug zum Jahresende knapp 96 Millionen Euro. Kämmerer Reinhard Voss hat das Zahlenwerk bereits jetzt für die nächste Sitzung des Rechnungsprüfungsausschusses zusammengestellt.

Zu Beginn des vergangenen Jahres hatte die Gemeinde mit einem Minus von knapp 3 Millionen Euro gerechnet, im Dezember war Bürgermeister Jörg Schönenberg noch von einem Fehlbetrag in Höhe von etwa 1,5 Millionen Euro ausgegangen. Das Jahr 2014 hatte die Gemeinde mit einem Minus von mehr als 4 Millionen Euro abgeschlossen. Der Fehlbetrag wird über die Ausgleichsrücklage der Gemeinde ausgeglichen, die dadurch auf etwa eine Millionen Euro zusammenschrumpft.

„Verglichen mit den Ansätzen ist das ein ordentliches Ergebnis“, sagt Voss auf Anfrage unserer Zeitung und spricht von einer „positiven Entwicklung“. Die Gründe für das deutlich bessere Ergebnis liegen hauptsächlich in gestiegenen Steuererträgen und Einsparungen auf der Aufwandsseite bei Sach- und Dienstleistungen.

Steuerplus von drei Millionen Euro

Die Steuererträge stiegen gegenüber 2014 um fast drei Millionen Euro auf gut 23,2 Millionen Euro. Deutlich bemerkbar machen sich dabei die Erhöhungen der Grundsteuer B und Gewerbesteuer zu Jahresbeginn 2015. Die Grundsteuer-B-Einnahmen stiegen um gut 600 000 Euro auf rund 2,4 Millionen Euro, Die Gewerbesteuer-Einnahmen erhöhten sich um mehr als zwei Millionen Euro auf 13,5 Millionen Euro. „Von jedem Euro in diesem Bereich bleibt aber lediglich rund ein Viertel in der Gemeinde, der Rest fließt an den Kreis ab. Zudem werden die Gewerbesteuermehrerträge ab 2017 zu höheren Belastungen bei der Kreis- und Abundanzumlage führen, als bisher eingeplant“, relativiert Voss.

Keine Aussagekraft für 2016

Schlussfolgerungen für das laufende Haushaltsjahr möchte der Kämmerer nach dem deutlich verbesserten Jahresabschluss 2015 nicht ziehen. „Einige Maßnahmen aus dem Sach- und Dienstleistungsbereich haben wir in dieses Jahr verlegt und wir müssen wieder abwarten, wie sich die Gewerbesteuererträge und die Flüchtlingssituation 2016 entwickeln“, so Voss. Für dieses Jahr kalkuliert die Gemeinde mit einem Minus von rund drei Millionen Euro sowie einer Kreditaufnahme von 7,5 Millionen Euro für die Umsetzung größerer Projekte wie beispielsweise den Um- und teilweisen Neubau der Primusschule.

Weil die Tilgung der Kredite in den nächsten Jahren nicht unerhebliche Kosten verursacht und auch wegen der Abundanzumlage, heißt es im Gesamtlagebericht zum Jahresabschluss der Gemeinde, dass „neben der sich abzeichnenden notwendigen zusätzlichen Beschaffung weiterer Steuererträge, der Weg der konsequenten Haushaltskonsolidierung weiter gegangen werden muss“.

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