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Jahrelange Tradition: Landwirtschaftlicher Hof in 13. Generation 

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Von: Monika Salzmann

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Landwirt Trimpop, Altenhülscheid, Schalksmühle, Landwirte-Serie
Die ganze Familie hilft auf dem Hof mit: Landwirt Dietmar Trimpop mit den Töchtern Hanna und Laura sowie Ehefrau Sonja (von links), der in Altenhülscheid Mutterkuhhaltung im Nebenerwerb betreibt. © Salzmann, Jakob

In Schalksmühle gibt es mehrere Höfe, auf denen Landwirtschaft betrieben wird. Es gibt bekanntere und weniger bekanntere, es gibt Hühner, Milchkühe, Rinder und mehr. Wir haben diese landwirtschaftlichen Höfe besucht und stellen sie im Rahmen einer Serie vor. Heute geht es auf den Hof Trimpop.

Schalksmühle – Vor den Plakaten, die Ortslandwirt Dietmar Trimpop im vergangenen Sommer in Altenhülscheid aufgehängt hat, bleiben viele Spaziergänger stehen. „Ein Hektar Grünland bindet sechs Tonnen CO2“, ist dort zu lesen. Ein Hektar Wald, heißt es auf einem weiteren Plakat, binde gleichfalls sechs Tonnen Kohlenstoffdioxid. Silomais bringe es gar auf 14 Tonnen. Zahlen, die angesichts des Waldsterbens durch Trockenheit und Borkenkäfer, von dem auch Dietmar Trimpop betroffen ist, zu denken geben.

Angebracht hat der Schalksmühler, der hauptberuflich als Werkzeugmachermeister tätig ist und auf seinem Hof in Altenhülscheid 1 Mutterkuhhaltung im Nebenerwerb betreibt, gleichsam als Denkanstoß, was Klimaschutz durch Landwirtschaft angeht. Mittlerweile in 13. Generation führt der Hülscheider den traditionsreichen landwirtschaftlichen Betrieb seiner Familie. Mit Tochter Laura (21), die in Bonn Agrarwissenschaften studiert, und ihrer jüngeren Schwester Hanna (17) bringt die 14. Generation Interesse an der Landwirtschaft mit. Auch Ehefrau Sonja und Mutter Helga helfen tatkräftig auf dem Hof mit.

Landwirt Trimpop, Altenhülscheid, Schalksmühle, Landwirte-Serie
Die Mutterkühe sind sehr zutraulich und den Umgang mit Menschen gewöhnt. Dennoch ist Vorsicht geboten. Fühlen sie sich bedroht, verteidigen sie ihre Kälber. © Salzmann, Jakob

Landwirtschaft zu betreiben, wurde Dietmar Trimpop in die Wiege gelegt. Von klein auf schaute er seinem früh verstorbenen Vater Karl-Ernst bei der Arbeit auf dem Hof über die Schulter – und eignete sich das notwendige Wissen an. Mehrfach renoviert und erweitert, geht das Hofgebäude, in dem die Familie lebt, im Kern auf das 18. Jahrhundert zurück. Früher betrieben die Trimpops auf dem Hof Milchwirtschaft. Inzwischen widmen sie sich mit der Mutterkuhhaltung der Fleischproduktion. 15 Mutterkühe gehören zum Hof, hinzu kommen Kälber und Rinder. „Wir bewirtschaften 40 Hektar“, erzählt Dietmar Trimpop, der seinen Tieren in der warmen Jahreszeit auf den nahe beim Hof gelegenen Grasflächen ein artgerechtes Weideleben ermöglicht. Die Stimme „ihres“ Landwirts kennen die Tiere genau. Hören sie ihn, kommen sie auch vom anderen Ende der Weide schnurstracks an den Zaun.

Keine Namen für die Kühe

Sie sind sehr zutraulich und den Umgang mit Menschen gewöhnt. Dennoch ist Vorsicht geboten. Mutterkühe verteidigen ihre Kälber, wenn sie sich bedroht fühlen. Auch mit dem Deckbullen, der um diese Jahreszeit mit auf der Weide steht, ist nicht gut Kirschen essen. Luna, die Leitkuh, haben die Trimpops mit der Flasche großgezogen, nachdem ihre Mutter gestorben war. Die stattliche Mutterkuh ist eine der wenigen Kühe auf dem Hof, die einen Namen trägt. „Wir versuchen Namen zu vermeiden“, erklärt der Landwirt, für den nach der Arbeit im Hauptberuf tagtäglich die Arbeit auf dem Hof beginnt.

Sieben bis acht Monate bleiben die Kälber bei ihren Müttern. Danach werden sie von den Mutterkühen, deren Milch ausschließlich für die Aufzucht der Kälber bestimmt ist, getrennt und weiter gemästet. Gemolken werden Mutterkühe nicht. „Der Deckbulle wird alle paar Jahre ausgetauscht, damit es keine Inzucht gibt“, verrät der Landwirt. Mit der diesjährigen Zucht ist er zufrieden. „Die Geburten waren alle gut“, sagt er. Von Tierkrankheiten blieb er in den letzten Jahren verschont.

Haben die Rinder ihr Schlachtgewicht erreicht, werden sie verkauft. Einige behält Dietmar Trimpop zur Bestandsergänzung zurück. Ein Großteil des Fleisches geht in den Handel. Einen Teil des Fleisches verkauft Dietmar Trimpop jedoch auch privat. Die Weidehaltung und Fütterung mit Gras und Heu garantiert bestes Fleisch.

Landwirt Trimpop, Altenhülscheid, Schalksmühle, Landwirte-Serie
Die drei Ziegen Pepsi, Dipsi und Schlappi – im Bild mit Laura und Hanna Trimpop – genießen auf dem Hof liebevolle Pflege. © Salzmann, Jakob

Wie viele Landwirte macht sich der Landwirt wegen des Wolfs Sorgen. Ein Kalb wäre dem Wolf schutzlos ausgeliefert. Würde sich ein Wolfsrudel in der Gegend ansiedeln, wären seiner Meinung nach auch die ausgewachsenen Kühe in Gefahr. Mit Tierhaltung im Freien, wie er sie betreibt, wäre es dann vorbei, ist er überzeugt. Dann müssten die Tiere im Stall bleiben und dürften nicht ins Freie. „Die Angst ist groß“, gesteht er. Einen Wolfszaun, der Nutztierrisse verhindern kann, kann er nicht unterhalten. Auch die hohe Teuerungsrate für Düngemittel und Diesel macht ihm zu schaffen.

Gentechnisch hornlose Rinder sind auf dem Hof Trimpop zu Hause. „Wir brauchen keine Hörnerentfernung“, berichtet der Landwirt, der froh ist, seinen Tieren die unangenehme Prozedur ersparen zu können. Die meisten Tiere in der Herde sind eine Limousin-Kreuzung, einige auch reinrassige Limousin-Rinder. Die französische Rasse ist für Fleisch besonders guter Qualität bekannt.

Neben den Rindern leben auf dem Hof drei Ziegen, die die Trimpops scherzhaft „Untiere“ nennen. Neben Pepsi und Dipsi, den beiden thüringischen Waldziegen, erfreut sich Zwergziege Schlappi auf dem Hof liebevoller Pflege. Als Weihnachtsgeschenk für Tochter Laura kam die erste Ziege nach Altenhülscheid. Dass die zutraulichen Tiere die perfekten „Rasenmäher“ sind, ist ein willkommener Nebeneffekt.

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