150 Jahre FeG Schalksmühle: Älteste Mitglieder erinnern sich

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Beim Blättern in alten Alben kommen Gertrud Jaeger viele Erinnerungen in den Kopf, zum Beispiel an den Granattreffer, den das Gemeindehaus am Ende des Zweiten Weltkrieges abbekam.

SCHALKSMÜHLE - Die Freie evangelische Gemeinde feiert an diesem Wochenende ihr 150-jähriges Jubiläum. Zwei Mitglieder der FeG können persönlich besonders weit in der Geschichte der Freikirche zurückblicken. Walter Schmidt ist mit 85 Jahren das älteste männliche Mitglied, Gertrud Jaeger, Jahrgang 1921, die älteste Frau in der Gemeinde.

Gertrud Jaeger kann sich noch an viele Ereignisse rund um die FeG erinnern. Bei dem Blick auf ein Foto des 1945 durch einen Granattreffer zerstörten Gemeindehauses kommen ihr gleich eine Reihe von Erinnerungen: „Wir haben damals nur zwei Straßen weiter an der Viktoriastraße gewohnt und in der Bombennacht dort im Keller gesessen. Selbst dort sind die Scheiben von dem Einschlag kaputt gegangen. Erst am nächsten Tag haben wir die Zerstörung an der Gemeinde gesehen. Nicht nur das Gebäude auch viele Möbel, die Gemeindemitglieder dort gelagert hatten, weil sie glaubten, dort sei es sicher, waren zerstört.“

Die Familie Schmidt lebt schon in der fünften Generation in Schalksmühle. Der Großvater von Walter Schmidt, Fritz Schmidt, zog 1892 von Lüdenscheid nach Schalksmühle und war dort bei der Firma Jaeger (später Busch-Jaeger) angestellt. Die FeG Schalksmühle wurde das „geistliches Zuhause“ der Familie. 1929 erblickte Walter im Elternhaus an der Bergstraße das Licht der Welt. Seine Zeit in der Sonntagsschule der FeG prägte ihn so, dass er schon früh selbst begann, dort mitzuarbeiten. Er lernte die Kinderstunden bei „Oma Kritzler“ in Oeckinghausen kennen und übernahm nach deren Tod 1951 zusammen mit den Brüdern Ernst und Friedhelm Rittinghaus diese Arbeit. Die drei jungen Männer wechselten sich lange Jahre Sonntag für Sonntag mit dem Sonntagsschuldienst dort ab. In den Anfangsjahren legten sie die Strecke nach Oeckinghausen und zurück noch oft zu Fuß zurück.

Von 1976 bis 1990 war Walter Schmidt Mitglied des Gemeindeleitungskreises: „Das war eine sehr herausfordernde Aufgabe, die ich nach einer sehr überraschenden Wahl gerne annahm und ausfüllte.“ Auf die Frage hin, was ihn in seinem Leben besonders ermutigt hat, zitiert Walter Schmidt einen Satz, den Paul Deitenbeck, bekannter evangelischer Pfarrer in Lüdenscheid, geprägt hat: „Christen kommen immer in vorbereitete Verhältnisse! Das habe auch ich sehr oft erlebt.“

Das Festwochenende zum 150-jährigen Jubiläum der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) Schalksmühle auf dem Schnurrenplatz begann am Freitag mit einem Benefizkonzert des Fun Orchesters der Musikschule Volmetal und von Living Gospel, dem Chor der FeG. Am Samstag heute geht es ab 14 Uhr weiter, unter anderem mit einem Sponsorenlauf für Kinder, Spielstationen sowie Aktionen der Feuerwehr und des DRK. Abends heißt das Motto „Blues trifft Shakespeare“ mit Musik, Theater und Lesung. Am Sonntag beginnt der Tag mit dem Familiengottesdienst um 11 Uhr. Es schließt sich ein gemeinsames Mittagessen an. Um 14 Uhr wird ein Luftballonweitflugwettbewerb gestartet.

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