Partnerschaft Sahelzone:30 Jahre Hilfe fürs Leben

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Der Vorstand des Vereins Partnerschaft Sahelzone kam zur Jubiläumsfeier im PZ Löh zum Teil in landestypischer Kleidung.

Schalksmühle - „Wir sind ein kleiner Verein mit großer Wirkung.“ Dankbar blickte Françoise Eckern, Vorsitzende des Vereins Partnerschaft Sahelzone, am Sonntag im Pädagogischen Zentrum (PZ) Löh auf 30 Jahre fruchtbares Wirken zum Wohle Not leidender Menschen in Afrika zurück.

Seit der Gründung im Jahr 1984 habe der Verein – vom damaligen Bürgermeister Conny Mühlen angestoßen – im Senegal, in Mali und im Kongo über 100 Maßnahmen unterstützt. „Wir können uns mit jeder Maßnahme identifizieren“, erklärte Eckern. „Wir haben gelernt, nicht über die Köpfe der Menschen hinweg zu entscheiden, sondern mit ihnen.“

Mit afrikanischer Musik, landestypischen Speisen, Bildern aus und über Afrika und einer Präsentation der Projekte feierte der Verein, der in 30 Jahren von anfangs 33 auf 150 Mitglieder angewachsen ist, sein rundes Jubiläum.

Als Gastreferent war der Volkswirt Boubacar Sokona, Doktorand im Fachbereich Sozialwissenschaften an der Universität Osnabrück, vor Ort. Gleichsam stellvertretend für Ibrahima Biridogo, Vorsitzender des malischen Partnervereins ADH/Mali (Association pour le Développement Durable et Harmonieux du Mali), beleuchtete der Malier die Rolle von „Non-Profit-Organisationen als wichtige Akteure der Entwicklungszusammenarbeit in Krisengebieten“ am Beispiel des Vereins Partnerschaft Sahelzone und Mali. Aus beruflichen Gründen habe Biridogo sein Kommen absagen müssen, erklärte Françoise Eckern. Seine Glückwünsche zum Jubiläum überbrachte er brieflich.

Mit einem Dank an alle Sponsoren und die Gemeinde verband die „Frau mit Herz“, so Biridogo in seinem Brief über Françoise Eckern, ihren Rückblick auf die Geschichte, Tätigkeitsbereiche und Ziele des Vereins. Als Gründungsmitglieder seien heute noch Lieselotte Heute und Erich Potberg – beide Beisitzer – im Vorstand aktiv.

„Bei den Projekten tritt der Verein nicht als der große Macher auf, sondern bezieht die Dorfbewohner in die Projekte mit ein“, lobte Bürgermeister Jörg Schönenberg in seinem Grußwort. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass Menschen freiwillig anderen helfen, denen es schlechter geht. „30 Jahre sinnvolle und nachhaltige Hilfe über eine große Entfernung hinweg in einem fremden Land: Das ist bemerkenswert.“

Mit malischer Musik unterlegt war die stimmungsvolle Fotoreise nach Afrika, die die Besucher mit Fotograf Rainer Halverscheid und seinen ausdrucksstarken Bildern über Land und Leute antraten. Afrikanische Trommeln ließen die Musiker um Kossivi Missadji – gebürtig aus Togo und heute in Lüdenscheid zu Hause – sprechen. Mit Begeisterungsfähigkeit, Vitalität und Lebensfreude spielte das Trio auf.

Ins krisengeschüttelte Mali nahm Boubacar Sokona seine Zuhörer mit. Er ging auf die innerstaatlichen, mit großer Brutalität geführten Auseinandersetzungen ein, die unter anderem durch Analphabetismus, wirtschaftliche Armut und staatliche/politische Ungerechtigkeit verursacht werden. Auch vom Niedergang seines Landes vom einstigen Musterland für Demokratie zum gescheiterten Land berichtete Sokona. Aufgrund ihrer Nähe zu der armen Bevölkerung könnten Non-Profit-Organisationen wie der Verein Partnerschaft Sahelzone vor Ort sehr effektive Arbeit leisten.

Gerichte aus Kamerun und Mali zauberten die Afrikanerinnen Celine Kemadjou und Nialé Kaba für die Gäste. Pikant gewürzt schmeckten Kichererbsensuppe, Weißkohl- und Couscous-Gemüse sowie vieles mehr. Einen Vorgeschmack auf die Ausstellung „Bilder aus Afrika“, die am 3. Juli um 18 Uhr im Rathaus eröffnet wird, gab eine Auswahl von Kinderzeichnungen und Gemälden der Lindenhofschule Halver und der Schule Diolo Kagoua (Mali).

Von Monika Salzmann

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