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Jagende Hunde weiter ein Problem

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Von: Bettina Görlitzer

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Thimo Lückmann und Silvia Gonzalez klagen immer noch über frei laufende Hunde, die Rehe jagen.
Thimo Lückmann und Silvia Gonzalez klagen immer noch über frei laufende Hunde, die Rehe jagen. © Görlitzer, Bettina

Schalksmühle – Mit dem Ende des Lockdowns hat sich die Zahl der von jagenden Hunden gerissenen Rehe etwas verringert. Das Problem besteht aber nach wie vor. Eins stellt Thimo Lückmann, bei allem Frust über uneinsichtige Hundehalter klar: „Jäger sind keine Hundefeinde. Im Gegenteil: Sie haben zum großen Teil selber Hunde.“ Diese seien „die besten Jagdgefährten“.

Der Obmann für Öffentlichkeitsarbeit beim Hegering Schalksmühle-Heedfeld betont ebenso wie Silvia Gonzalez vom Ordnungsamt, dass das Problem bei frei laufenden Hunden fast immer am anderen Ende der Leine zu finden ist.

Dass es gerade in Schalksmühle vergleichsweise häufig dazu komme, dass von Hunden gerissene Rehe gefunden werden, liegt, so vermutet Lückmann, an der Nähe zur Autobahn. Auch wenn nur selten ermittelt werden kann, welcher Hund ein Reh gerissen hat, können man die gestiegene Anzahl der Vorfälle deutlich mit dem Lockdown in Verbindung bringen.

Zum einen haben sich wohl mehr Menschen ohne Hundeerfahrung einen Vierbeiner zugelegt. Zum anderen haben mehr Leute den Weg für Spaziergänge aus den Städten ins Sauerland gesucht – und da liegt Schalksmühle strategisch günstig nah zum Ruhrgebiet. Das passe auch dazu, dass mit dem Aufheben von Beschränkungen die Zahl der gerissenen Rehe zurückgegangen ist. „Der Lockdown war eine Katastrophe für die Wildtiere“, sagt Lückmann. Dazu kommen die Rodungen wegen des Borkenkäferbefalls. Dadurch sind die Rückzugsorte für die Tiere großflächig verschwunden.

Lückmann und Gonzalez betonen, dass die Wald- und Wanderwege entlang der Felder in und um Schalksmühle für jedermann zugänglich sind und das auch sein sollen. Jeder ist willkommen, um sich in der Natur aufzuhalten, sagt Lückmann, aber gewisse Regeln müssen eingehalten werden. Erschwerend komme hinzu, dass viele sich oft uneinsichtig zeigen, wenn sie auf ihr Fehlverhalten angesprochen werden, und mitunter aggressiv reagieren. Wesentlich ist zum Beispiel, dass die Wege nicht verlassen werden dürfen. Ebenso ist es untersagt, einfach irgendwo im Wald Picknicks zu veranstalten. Und Hunde müssen an der Leine bleiben – und gerade daran halten sich eben nicht alle. Ob aus Ignoranz oder schlichter Unerfahrenheit, ist unerheblich.

Dabei wissen Silvia Gonzalez und Thimo Lückmann, dass es immer wieder passieren kann, dass ein Hund einfach ausbüxt. Das seien aber die Ausnahmen. Und wenn das passiert, empfiehlt Silvia Gonzalez ausdrücklich, das Ordnungsamt oder die Polizei zu informieren. „Dann sollte man einfach so ehrlich sein, und zugeben, dass der Hund weggelaufen ist.“ Schließlich hilft es ja auch, das geliebte Tier wiederzufinden, wenn andere Bescheid wissen. Ein Hund ist auch ein Familienmitglied – das wissen die beiden zu gut.

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