Schalksmühler Jäger beklagen überdurchschnittlich viele Wildschäden

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Die Jagdgenossenschaft tagte am Mittwochabend vor voll besetzten Rängen.

Schalksmühle - „Die Jagdgenossenschaft Schalksmühle hat noch nie mit so vielen Wildschäden in einem Jahr zu tun gehabt wie 2017.“ Ein „überdurchschnittliches Ausmaß“ an Wildschäden sprach Dieter Coordt, 1. Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Schalksmühle, am Mittwoch bei der Jahreshauptversammlung der Eigentümer bejagbarer Grundstücke im Hotel zur Post an der Bahnhofstraße an.

Die Wildschweinrotten seien durch die verhältnismäßig warmen Winter und gute Eichelmast bedrohlich groß geworden, erläuterte der Vorsitzende. Allein könne die Jagdgenossenschaft das Problem nicht mehr lösen. Enge Zusammenarbeit mit den Jägern sei erforderlich. 142 Wildschweine habe der Hegering im Vorjahr erlegt. Seitens der Jägerschaft nahm Hegeringleiter Dirk Vedder an der gut besuchten Versammlung teil.

Gewaltige Einschnitte durch Schweinepest

Kritisch setzten sich die Eigentümer mit dem vom Vorstand eingebrachten Vorschlag, die Jagdpacht aufgrund der afrikanischen Schweinepest (ASP) für ein Jahr einzubehalten, auseinander. „Allen Anwesenden ist bekannt, dass die afrikanische Schweinepest am östlichen Rand unserer Grenzen sehr nahe herangerückt ist“, führte Coordt aus. Ebenfalls sei bekannt, dass es gewaltige Einschnitte in der Jagd gebe, sobald die Schweinepest in der Region angekommen sei. „Dann würde die Jagd zunächst ausgesetzt.“

Der Vorstand (von links): Volker Mettberg, Dieter Coordt, Holger Traut und Christiane Dix.

Da das Jagdrecht untrennbar mit Eigentum und Boden verbunden sei, könne es theoretisch geschehen, dass die Jagdgenossenschaft dann für Jagdschäden aufkommen müsse, ohne Jagdpacht zu erhalten. Der Vorstand – neben Coordt Volker Mettberg (stellvertretender Vorsitzender), Holger Traut (Geschäftsführer), Christiane Dix (stellvertretende Geschäftsführerin) und die Beisitzer Jürgen Berker, Ralf Reuner und Folker Schnepper – habe daher überlegt, die Jagdpacht für ein Jahr einzubehalten, um eventuelle Schäden zu regulieren, für die die Jagdgenossenschaft im Falle von ASP aufkommen müsse.

Geld zurück nach Krisenende

Nach Ende der Krise solle das Geld wieder ausgezahlt werden. Kontrovers und kritisch diskutierten die Schalksmühler den vom Vorstand eingebrachten Vorschlag. Letztlich entschied sich die Versammlung jedoch mehrheitlich, dem Vorschlag zuzustimmen.

Abschließend beschäftigten sich die Eigentümer mit der Neuverpachtung. Für die Jagdbezirke Everinghausen und Winkeln-Sonnenscheid – nicht erneut gepachtet – würden bereits neue Pächter bereitstehen, erläuterte Coordt. Darüber hinaus werde die Jagdgenossenschaft einen Antrag auf Grenzbegradigung zwischen der Landesstraße 692 Richtung Wiblingwerde, die zum Jagdbezirk Winkeln-Sonnenscheid gehört, stellen. Mit der Jagdgenossenschaft Lüdenscheid sei darüber bereits Einvernehmen hergestellt worden. Ein dickes Dankeschön ging an Schätzer Peter Storck, „der in diesem Jahr so viel Arbeit hatte wie nie zuvor“.

Zum neuen Kassenprüfer wählte die Versammlung Markus Altrogge. Seinen Rückzug vom Amt des Geschäftsführers kündigte Holger Traut für Ende März 2019 an.

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