Jagd-Interesse steigt auch beim Hegering Schalksmühle-Hülscheid weiter

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„Die Jagd ist mitnichten nur eine Beschäftigung für Rentner und Pensionäre“, erklärt Thimo Lückmann, Pressesprecher des Hegerings Schalksmühle-Hülscheid.

Schalksmühle - Nordrhein-Westfalen hat den Spitzenplatz unter allen 16 Bundesländern übernommen: Im Jagdjahr 2015/16 gab es landesweit 93.000 registrierte Waidfrauen und -männer. Jeder 190. Einwohner in NRW hat damit mittlerweile einen Jagdschein (unsere Zeitung berichtete). Diesen Boom kann Thimo Lückmann, Pressesprecher des heimischen Hegerings Schalksmühle-Hülscheid, auch für die Volmegemeinde bestätigen.

„Das Interesse an der Jagd wird immer größer“, sagte Lückmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Habe der Hegering Schalksmühle-Hülscheid in der Vergangenheit immer um die 100 Mitglieder gezählt, sei diese Zahl zuletzt gestiegen. „Es ist auch der Trend zu erkennen, dass unsere Mitglieder immer jünger werden. Denn die Jagd ist mitnichten nur eine Beschäftigung für Rentner und Pensionäre“, erklärte Lückmann, selbst erst 29 Jahre alt und gerade dabei den Jagdschein zu erwerben.

Hauptsächlich seien es der Naturschutzaspekt und das intensive Zusammenleben mit der Natur in Flora und Fauna, die viele der neuen Mitglieder zur verantwortungsvollen Aufgabe Jagd bringen. „Wir stehen für den gelebten Naturschutz, die Hege und Pflege des Wildes. Ein gesunder, ausgeglichener und artenreicher Wildbestand ist die Hauptaufgabe und auch Passion eines jeden Jägers“, sagte Lückmann. Hinzu komme bei vielen die Freude, sich unter freiem Himmel und in der Natur bewegen zu können. „Stundenlang auf dem Hochsitz zu sitzen oder einfach durch die Natur zu streifen, kann wunderbar entspannend sein“, so Lückmann.

Die Jagd selbst mache nur einen ganz kleinen Teil von diesem immer populärer werdenden Hobby aus. „Es geht hier nicht darum einfach wild rumzuballern oder irgendwelche Tiere zu erlegen. Wer das möchte, ist bei uns Jägern völlig falsch“, sagte Lückmann. „Ein Jäger trägt eine große Verantwortung gegenüber Mensch und vor allem Tier. Seine Arbeit ist sehr umfangreich und vielfältig. Zum Beispiel das Anlegen von Biotopen, deren Pflege und Schutz oder das Pflanzen von Hecken oder ähnlichen Flächen die dem Wild als Rückzugsort und Äsungsfläche dienen, gehören dazu. Diese Aufgaben müssen alle im Einklang mit dem Bundes- und Landesjagdgesetz geschehen.“

Ein weiterer Vorteil des Jägers sei die Tatsache genau zu wissen, woher das Fleisch auf dem eigenen Teller komme. „Da sprechen wir von einer ganz anderen Qualität des Fleisches als dem, das wir häufig im Supermarkt finden. Auch das hat etwas mit der Wertschätzung gegenüber dem Tier und der Natur zu tun“, sagte Lückmann.

Jäger kann grundsätzlich jeder Interessierte werden, der ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis ohne Eintrag vorzuweisen hat. „Schließlich darf, wer Inhaber eines Jagdscheines ist, Waffen in seinem Zuhause aufbewahren“, erklärte Lückmann. Wer einen Eintrag im Zeugnis mit sich schleppt, gilt aus Sicht der Jäger und des Gesetzgebers als nicht mehr zuverlässig im Umgang mit Waffen. „Deshalb kann einem Jäger der Schein auch jederzeit abgenommen werden, wenn etwas Gravierendes vorfällt. Anschließend besteht keine Möglichkeit mehr, diesen zurückzuerlangen“, befürwortet Lückmann diese strenge Regelung.

Wer seine Prüfung zum Jäger (siehe Info-Box) abgelegt hat, einen Jagdschein für mindestens ein Jahr bei der unteren Jagdbehörde des Kreises gezogen, eine Jagdhaftpflichtversicherung abgeschlossen und bei einem Revierpächter einen Begehungsschein für dessen Areal gelöst hat, darf in dem jeweiligen Gebiet auf die Jagd gehen.

„Ich empfehle immer aber auch die Mitgliedschaft in einem Hegering. Dann erhält der Jäger wertvolle Informationen des Landes- und Bundesverbandes aus erster Hand und wird beispielsweise auch zu mehreren Jagden im Jahr eingeladen, wenn er jährlich einen Schießnachweis in einem Schießstand auf bewegliche Ziele erbringt“, erklärt Lückmann.

Seit dem 15. Januar gilt in den heimischen Wäldern allerdings die Schonzeit, die meisten Tiere wie Wildschweine oder Rehe dürfen also erst in einigen Monaten wieder geschossen werden. „Eine Ausnahme stellen beispielsweise die Frischlinge bei den Wildschweinen, Jungfüchse oder -waschbären dar. Sie dürfen das ganze Jahr über bejagd werden, weil sich ihr Bestand in den vergangenen Jahren fast explosionsartig vermehrt hat und diese Tiere sonst zu einer noch größeren Plage werden könnten“, sagte Lückmann.

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