Kommunalwahl 2020

Ist Schalksmühle aus ihrer Sicht dreckig? Womit könnte man Abhilfe schaffen? - Parteien in Schalksmühle antworten

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Ist Schalksmühle dreckig?

Drei Fragen stellte die Redaktion den für den Schalksmühler Gemeinderat kandidierenden Parteien. Die dritte Frage lautet: Das Thema Sauberkeit wird viel diskutiert. Ist Schalksmühle aus ihrer Sicht dreckig? Womit könnte man Abhilfe schaffen?

Das sind die Antworten der vier Parteien CDU, SPD, UWG und FDP in Schalksmühle zur Frage: Ist Schalksmühle aus ihrer Sicht dreckig? Womit könnte man Abhilfe schaffen?

Die vier Parteien haben wie folgt auf die dritte Frage geantwortet.

Die Antwort der UWG

Nicht der Müll ist das Problem, es ist der Mensch und wie er damit umgeht! Das zeigt sich bei allen zuletzt bemängelten Fragen, sei es Hundekot und Beutel, sei es Müll neben Behältern, sei es aus dem Auto entsorgter Müll am Straßenrand, achtlos fallengelassene Zigarettenkippen usw.

Höhere Strafen zu fordern, ist einfach, sie umzusetzen nicht. Mehr Kontrollen erfordern mehr Personal, ein Kostenfaktor für alle. Es bräuchte mehr soziale Kontrolle, den Mut hinzuschauen und sich einzumischen, das Amt dann zu informieren, wenn Uneinsichtigkeit oder gar Aggression geschieht. Wir sind für verstärkte „Werteerziehung“ in Kitas und Schulen, um Grundhaltungen anzulegen und Kinder darin zu bestärken, Erwachsene auf falsches Verhalten hinweisen zu dürfen. „Tage der sauberen Gemeinde“ sollten regelmäßiger im Jahr stattfinden.

Auch bei der Pflege des Erscheinungsbildes ist mehr Eigenverantwortung gefragt, ein Bauhof kann nicht überall tätig sein. Regelmäßig vor dem eigenen Grundstück den Gehweg und auch mal den Rinnstein von Pflanzen zu reinigen, von der Gemeinde angelegte Beete und Pflanzkübel mal eben mit zu pflegen, Pflanzen mit zu gießen, macht keine große Mühe. Im Haushalt haben wir bereits 60 000 Euro zusätzlich für die öffentliche Pflege durch den Bauhof und Fremdfirmen vorgesehen. Wir werden im Herbst die Effektivität hinterfragen und ggf. Prioritäten festlegen. Mehr Personal können wir uns angesichts der sich abzeichnenden Finanzlage absehbar nicht leisten.

Die Antwort der SPD

Wie das Stadtmarketing bestätigte, sind erfreulicherweise große Teile unserer schönen Gemeinde sauber. Dies nicht zuletzt durch die Anregung der SPD, weitere 60 000 Euro für Säuberung in den Haushalt aufzunehmen. Es kann jedoch passieren, dass unschöne Ecken übersehen werden. Um diese unschönen Fleckchen beseitigen zu können, setzt die SPD auf die Unterstützung aus der Bevölkerung. Wir haben eine Dreck-Weg-App beantragt, mit der Bürger Problemstellen melden können. Mit der Smartphone-Kamera könnten die Probleme dokumentiert und mitsamt den GPS-Koordinaten an die Verwaltung gemeldet werden. Dies stellt für uns ein wichtiges Element zur Attraktivitätssteigerung unserer Gemeinde dar.

Es ist für uns ein Baustein, um unser Dorf attraktiver zu gestalten, die Einwohnerzufriedenheit zu erhöhen, Besucher anzulocken, die Überlebenschancen unserer Einzelhändler zu erhöhen und dem Leerstand entgegenzuwirken. Leider gab es im Gemeinderat bisher keine Mehrheit für unseren Vorschlag. Aktuell gibt es in den sozialen Medien eine Diskussion über die Hinterlassenschaften von Hunden. Hundebesitzer sind für ihre Vierbeiner verantwortlich. Wo notwendig und sinnvoll, soll die Gemeinde Entsorgungsstationen anbringen. Wer gegen das Verbot von Verunreinigungen verstößt, muss mit Bußgeldern rechnen. Bürgerschaftlich organisierte Aktionen wie „Saubere Gemeinde“ sind weiterhin zu unterstützen.

Die Antwort der CDU

Schalksmühle ist nicht dreckig! Schalksmühle ist eine der wenigen Kommunen, die über einen guten und intakten Bauhof verfügt. Daher gilt an dieser Stelle der ganz besondere Dank dem Team des Bauhofs, der die öffentlichen Grünanlagen so gut pflegt, widerrechtlich entsorgter Müll aus den heimischen Wäldern beseitigt oder in der kalten Jahreszeit die Straßen gut räumt. Aber hier dürfen wir vergessen, dass zwischen Aufgaben und personellen Ressourcen ein ausgeglichenes Verhältnis bestehen muss. Damit auch zukünftig die steigenden Aufgaben weiterhin in gewohnter Weise erledigt werden können, muss zu gegebener Zeit nachgesteuert werden.

Mit einer Personalaufstockung wäre auch weiterhin sichergestellt, dass Müll in unseren Wäldern oder auch Unkräuter im Bereich der öffentlichen Wege und Plätze beseitigt werden können. Die Aufgabenbewältigung gewinnt in Zukunft weiter an Bedeutung, da nicht zuletzt durch die umfangreichen Baumaßnahmen im Bereich des Ortskerns, die Umgestaltung des Glörparks, die neue Sportanlage in Kuhlenhagen – um nur einige zu nennen – diese Aufgaben gestiegen sind. Solche Mehraufgaben durch städtebauliche Maßnahmen begründen letztlich auch mehr Personal, damit diese Aufgaben zukunftssicher bewältigt werden können. Hierbei darf die Eigenverantwortung aller nicht vergessen werden, aber mit der notwendigen und guten Unterstützung unseres Bauhofs.

Die Antwort der FDP

Schalksmühle soll sauberer werden. Dabei setzen wir aber nicht nur auf die Verwaltung, sondern vor allem auf jede Schalksmühlerin und jeden Schalksmühler. Jeder kann mit seinem Verhalten etwas für ein schöneres Schalksmühle beitragen. Dort, wo sich Bürger einbringen, soll die Verwaltung als Kooperationspartner zur Verfügung stehen und unterstützen. So ein Modell haben Vertreter der FDP zuletzt für Hundekotbeutel und Abfallbehälter vorgeschlagen und erfolgreich gemeinsam mit der Verwaltung umgesetzt. Menschen werden so in die Verantwortung genommen und die Verwaltung entlastet. Die Schalksmühlerinnen und Schalksmühler kennen das jeweilige Umfeld besser als jeder andere und können so durch ihr Wissen wichtige Anregungen und Informationen geben, die gemeinsam mit der Gemeinde umgesetzt werden.

Klar ist, dass dem Engagement der Bürger Grenzen gesetzt sind. Um das Gesamterscheinungsbild zu verbessern und die Attraktivität von Schalksmühle zu verbessern, muss die Gemeinde den Bauhof entsprechend einsetzen. Neben den eigenen Leistungen können aber auch private Unternehmen eingesetzt werden. Das sorgt für einen schöneren Ort, ist oft kosteneffizienter und kurbelt zudem noch die lokale Wirtschaft an. Erhöhten Pflege- und Unterhaltungsaufwand sehen wir unter anderem bei Grünstreifen an Straßen und Wegen sowie an Spiel- und Bolzplätzen. Dies alles soll und muss nach dem Abschluss der Ortskernaufwertung Priorität bekommen.

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