Gelebter Tierschutz nimmt in Schalksmühle seinen Anfang

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Die Hundetrainerin Nicole Heßmert mit Buddy. Seit vier Wochen lebt er auf ihrer Ranch und hat Fortschritte gemacht.

Schalksmühle -Anderthalb Jahre kämpfte Nicole Heßmert für ihr Integrationsprojekt für ausländische und traumatisierte Hunde „Island of Hope“. Heute lebt sie auf einem Bauernhof, der Pfotenranch Rureifel, auf dem sie Hunde trainiert und gleichzeitig sieben Pensionsplätze anbietet. Für ihren Traum gab sie ihr altes Leben auf. 

„Es heißt: Das Leben ist das, was passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu machen. Und das stimmt“, sagt sie. Bis heute hat sie aber den Kontakt zum Tierheim Dornbusch gehalten. „Für den Start in ein neues Leben bekommen alle Hunde einen neuen Namen“, sagt Nicole Heßmert, Gründerin des Tierschutzvereins „Island of Hope“. Viele Namen klingen nach Hoffnung und Lebensfreunde: Happy, Smile, Hope oder Grace. Sie spiegeln den Wunsch, den Nicole Heßmert für die Hunde hat, wider. Sie kommen von den Straßen Rumäniens und sollen auf der „Insel der Hoffnung“ ihre Ängste und Traumata überwinden – und dann ein neues Leben starten. 

Gassi-Gängerin im Tierheim Dornbusch 

Hunde begleiten sie schon ihr ganzes Leben. Mit 14 Jahren wurde die Lüdenscheiderin Gassi-Gängerin im Tierheim Dornbusch. Für das Studium der Sportwissenschaften zog Nicole Heßmert nach Köln. Darauf folgte noch eine Ausbildung zur PR-Beraterin und letztendlich eine gute Position bei DKMS. „Aber das war nicht meins. Ich wollte nie einen Bürojob.“ Neben der Arbeit begann sie eine Ausbildung zur Hundetrainerin, machte sich selbstständig und kündigte letztendlich im April 2017 ihren Job. Ihr neues Zuhause wurde ein Bauernhof, wo sie ihre Hundeschule errichten und Pensionshunde aufnehmen wollte. Bis zum Ziel vergingen anderthalb Jahre Kampf mit den Behörden. Jetzt ist ihr Traum vom Integrationsprojekt wahr geworden. 

Nicole Heßmerts Schützling Hope kam vor acht Monaten auf ihre Ranch. Er war so stark traumatisiert, dass er die ersten drei Tage unter einem Podest in seinem Zimmer lag. Mittlerweile frisst Hope aus ihren Händen und lässt sich dabei am Hals kraulen. Kleine Schritte und Rituale geben ihm Sicherheit. „Ich muss Hope jeden Abend ins Bett bringen. Wir kuscheln auf Distanz, aber er entspannt sich, wenn ich etwas erzähle.“ 

Es sind keine „Kataloghunde“ 

Für ihren Traum zog sie auf einen Bauernhof – auf der Pfotenranch Rureifel ist ihre Hundeschule und eine Hundepension. Auch Alpaccas, Ponys, Hühner und Zwergziegen aus dem Tierschutz leben dort.

Hunde aus Rumänien haben viel erlebt, und je nach Zustand muss viel Arbeit investiert werden. Doch die Menschen bedenken das nicht immer und bestellen sich guten Willens einen „Kataloghund“ aus Rumänien – und dann landen sie bei ihr. „Ich möchte den Menschen eine Möglichkeit geben, so einen Hund bei mir kennenzulernen, ähnlich wie eine Zwischenstelle“, erklärt sie. „Aber man muss sich den Hund verdienen. Einfach mitnehmen geht nicht.“ 

Manchen Bewerbern hat sie schon abgesagt, denn sie will sicher sein, dass die Tiere ein neues Zuhause finden und nicht wieder zurück ins Tierheim kommen. Hope war Namensgeber ihres Projektes, und zeigt, wie viel Arbeit sie investiert, um den Hunden ein neues Leben zu ermöglichen. Vor wenigen Wochen verstarb ihr Hund Diego, der sie schon begleitete, als sie noch im Büro saß: „Meine Chefin war hundejeck und Diego durfte mit zur Arbeit“, erinnert sie sich. „Ich habe viel über ihn gelernt.“ Mit ihm kam sie zur Hundeschule und wurde selbst Trainerin. Als Erinnerung an ihn trägt sie ein Medaillon. 

Gerettet vor der Tötungsstation 

Sie hält es in ihrer Hand und drückt es fest an ihre Brust. In der anderen Hand hält sie eine Hundeleine, an deren Ende Buddy liegt. Er landete in Rumänien auf der Straße, nachdem seine Besitzerin verstarb. Bevor er von Hundefängern gejagt und auf eine Tötungsstation gebracht werden konnte, rettete ihn der Freundeskreis der Straßenhunde in Campulung. Über das Tierheim Dornbusch wurde Buddy an Nicole weitervermittelt – einen Tag nach Diegos Tod. Obwohl Buddy eigentlich nur zum Training bleiben sollte, hat er nun bei ihr ein neues Zuhause gefunden. Nicole ist sich sicher: „Den hat mir Diego geschickt.“

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