Jörg Schönenberg: „Investitionen für die Zukunft“

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Als Schalksmühler für Schalksmühle – nach diesem Motto möchte der amtierende Bürgermeister Jörg Schönenberg auch in der nächsten Amtszeit für die Gemeide arbeiten und angestoßene Projekte etablieren.

Schalksmühle - Drei Kandidaten treten im Mai für das Bürgermeisterkandidat an. Neben Jörg Weber (CDU) und Michael Siol (SPD) stellt sich auch der amtierende Bürgermeister Jörg Schönenberg erneut zur Wahl. Lokalredakteurin Alisa Kannapin sprach mit Schönenberg über seine Pläne für die Gemeinde.

Was hat Sie zur Entscheidung bewogen, noch einmal für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren?

Schönenberg: Ein wichtiger Grund ist, dass ich einfach noch zu jung dafür bin, um mir eine Pension von der Gemeinde zahlen zu lassen. Zweitens sind in den vergangenen Jahren wunderbare Projekte eingestielt worden, ich sage nur Regionale und Primus-Schule. Da habe ich jede Menge Herzblut mitreingesteckt und möchte gerne an der weiteren Umsetzungen dieser Projekte arbeiten. Das ist eine Herzensangelegenheit und ich bin fest davon überzeugt, dass die Projekte Schalksmühle voranbringen.

Einige Lokalpolitiker kritisieren, dass Sie oftmals zu sehr verwalten, wenig innovativ seien und zu abwartend wären. Wie sehen Sie das selbst?

Schönenberg:  In kleinen Verwaltungen spielt eine qualifizierte Verwaltungsarbeit des Bürgermeisters eine wichtige Rolle. In der Gemeinde haben wir nur eine ganz dünne Führungsspitze. Ich habe keinen Referenten oder ein Rechtsamt. Das bedeutet, dass ich auch wichtige, schwierige Sachverhalte selbst entscheide. Von daher ist die Verwaltungsarbeit eine Kernaufgabe, die man heute als hauptamtlicher Bürgermeister mitübernehmen muss. Des Weiteren hatten wir eine Wirtschaftskrise, da mussten wir zurückhaltend agieren.

In Schalksmühle sind wir im Verhältnis zu anderen Kommunen gut durchgekommen. Wir haben dies durch den Kommunalbetrieb und einen Doppel-Haushalt sehr innovativ gemeistert und die Leistungen für die Bürger kaum eingeschränkt. Die Regionale und die Primus-Schule sind auch innovativ. Hier war und bin ich einer der Motoren. Man mag es mir vorwerfen, aber ich bin keiner, der polarisiert. Ich stehe für Konsens und mehr als 90 Prozent der Ratsbeschlüsse waren einstimmig. Ich finde das positiv.

Wo Sie gerade vom Konsens sprechen. Hier wird auch kritisiert, dass Sie zu viel hinter den Kulissen oder in nicht-öffentlichen Sitzungen klären würden und im Anschluss die Entscheidungen einstimmig durchgewunken werden. Was sagen Sie dazu?

Schönenberg: Hinter den Kulissen werden Grundstücksangelegenheiten besprochen, das geht aufgrund der Vertraulichkeit nicht öffentlich. Und man muss ja auch erst einmal einen Fahrplan haben, bevor man in die Sitzungen geht. Zum Beispiel bei der Primus-Schule: Wir können da ja nicht erst mit der Presse sprechen, bevor wir mit den Eltern gesprochen haben. Bei der Regionale war viel theoretisches Wissen notwendig, hier mussten wir erst ein Konzept erstellen, über das man dann mit dem Bürger diskutieren kann.

Ich will nicht abstreiten, dass man manches auch mal risikoreich in der Öffentlichkeit hätte diskutieren können. Ich bin ja auch kritikfähig. Aber ich muss auch sagen: Wenn die Damen und Herren im Rat der Meinung sind, dass etwas öffentlich diskutiert werden sollte, können sie jederzeit einen Antrag auf öffentliche Erörterung stellen.

Der TuS Linscheid-Heedfeld will nun das ehemalige Restaurant Steinbeisser kaufen, unter anderem mit Sponsorengeldern. Da kommt die Frage auf, warum sich der Verein dann nicht auch am Bau des Kunstrasenplatzes beteiligen konnte?

Schönenberg: Ich halte nichts davon, dass sich die Vereine hoch verschulden. Wir haben zwei Vereine mit Sporthallen, die bekommen die Unterhaltung kaum gemeistert, und wir versuchen, auch da zu helfen. Wir bekommen jetzt eine Sportanlage, die für den gesamten Sport in der Gemeinde da ist. Deswegen wird sie auch von der Gemeinde finanziert. Die Investition ist die eine Geschichte. Ganz entscheidend sind letztlich die Folgekosten, wenn es um Personal und so weiter geht. Ich bin der Meinung, dass wenn wir Sportvereine in die Verantwortung nehmen, dann mit ihrer „Muskelkraft“. Wir müssen uns natürlich intensiv darüber unterhalten, wie wir die Folgekosten im Griff behalten und wir können auch erwarten, dass sich die Vereine einbringen.

Der Schuldenstand der Gemeinde liegt bei 7,5 Millionen. Dazu kommen die Kosten für Primus, die Kosten für die Regionale, die Kosten für den Kunstrasenplatz und die Abundanzumlage. Damit steigen die Schulden um mehr als die Hälfte. Wie will die Gemeinde das stemmen?

Schönenberg: Wir haben momentan den niedrigsten Schuldenstand seit Jahrzehnten. Wir haben jetzt Projekte vor uns, die richtungsweisend sind für die Entwicklung unserer Gemeinde. Dazu zähle ich insbesondere die Primus-Schule und die Regionale. Natürlich laufen gerade große Investitionen parallel.

Zur Primus-Schule: Hier wird ein reformpädagogischer Ansatz verfolgt, der ein offenes Raumkonzept erfordert. Wenn wir das realisieren wollen, geht das nicht ohne Geld. Zudem ist das Gebäude der Verbundschule über 40 Jahre alt, wodurch Instandhaltungskosten anstehen. Wir haben bisher einen Bauantrag gestellt und beraten in der Arbeitsgruppe, wo man unnötige Kosten vermeiden kann. Aber ich habe nicht die Hoffnung, dass wir da ein drastisches Sparpaket hinbekommen, weil wir auf diesen reformpädagogischen Ansatz und vor allem auf eine weiterführende Schule für Schalksmühle setzen.

Wie soll der Schuldenberg dann getilgt werden?

Schönenberg: Wir machen es wie bisher: Wir führen eine Haushaltspolitik mit Augenmaß und verschwenden nichts. Wie Sie gesehen haben, ist es uns gelungen, trotz der Investitionen und den Rahmenbedingungen in den vergangen Jahren vernünftige Jahresabschlüsse hinzubekommen. Sicher ist das zukünftig eine Herausforderung. Aber das sind Investitionen in die Zukunft. Dass wir daran arbeiten müssen, um wieder von den Schulden runterzukommen, ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Aber wenn man junge Familie in die Gemeinde holen will, darf man nicht den Fehler machen, an der Infrastruktur und gerade im Kita- oder Schulbereich zu sparen. Ich bin guter Dinge, weil ich es für gut investiertes Geld halte.

An welchen Stellen muss denn dann gespart werden?

Schönenberg: Wir sind an vielen Stellen dabei. Gerade im Sach- und Personalkostenbereich haben wir einiges auf den Weg gebracht. Wir haben viele Stellen in der Verwaltung abgebaut, ansonsten hätten wir nicht diese Ergebnisse erreicht. Wir müssen uns aber leider Gottes auch den jährlichen Veränderungsprozessen aussetzen. Wir können die Kreisumlage nicht planen, wir wissen nicht, was Land und Bund uns mal wieder an „guten Dingen“ tun wollen. Aber ich glaube, dass ich persönlich mit einer sehr guten Verwaltung die Schularbeiten bis heute immer vernünftig gemacht habe.

Wenn Sie die Wahl gewinnen, was können die Bürger von Ihnen erwarten?

Schönenberg: Dass ich mich als Schalksmühler für Schalksmühle voll einbringe. Ich fühle mich in der Lage, in der Gemeinde noch einiges zu bewegen. Die Projekte, die wir angesprochen haben, sind zukunftsweisend und ich möchte sie nicht nur an den Start bringen, sondern sie auch etablieren. Des Weiteren soll der Kita-Bereich weiter ausgebaut werden. Die Grundschule Spormecke – die bestandssicher ist, wie ich hier betonen möchte – wird saniert. Ein weiteres Anliegen ist für mich die Nahversorgung in den Ortsteilen. Und ich glaube einfach, dass meine Verwaltungs- und Rechtskenntnisse von Bedeutung sind und ich durch meine jahrelange Arbeit in der Gemeinde über ein gutes Netzwerk verfüge, egal ob mit Kommunen, Politik oder Industrie, um Impulse zu setzen. Und dadurch, dass ich unabhängig bin und kein Parteibuch habe, kann ich mich im Interesse der Bürger zu allen Themen positionieren, ohne Rücksicht auf Parteiinteressen nehmen zu müssen.

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