„Demokratie hat Pflichten“

Interview: Bürgermeister Schönenberg zum Thema Flüchtlinge

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Im Gespräch mit unserer Redaktion spricht Schönenberg über das Thema Flüchtlinge.

Schalksmühle  -  Nach dem Angriff auf Altenas Bürgermeister Andreas Hollstein herrscht aller Orts Bestürzung und Fassungslosigkeit. Auch sein Schalksmühler Amtskollege Jörg Schönenberg reagierte erschrocken auf die Tat und richtete umgehend seine Anteilnahme aus. Im Gespräch mit unserer Zeitung spricht der Gemeinde-Bürgermeister unter anderem über Flüchtlinge, Fremdenfeindlichkeit und Probleme bei der Integration.

Herr Bürgermeister, was ist ihnen nach dem Attentat auf Andreas Hollstein durch den Kopf gegangen? 

Jörg Schönenberg: Ich finde es erschreckend, dass so etwas letztendlich passieren kann. Unglaublich, dass eine Person, die ein öffentliches Amt bekleidet, angegangen wird. Als Demokraten müssen wir nun solidarisch zusammenstehen. Schalksmühle und Altena haben eine gemeinsame Grenze. Wir müssen gemeinsam den Menschen helfen – gerade Flüchtlingen und sozial Schwachen. 

Welche Konsequenzen ziehen sie aus dem Vorfall? 

Schönenberg: Der Rechtsstaat muss auch wehrhaft sein. Bestimmte Personen müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Wer zündelt, muss mit Strafen rechnen. Auch die Politik muss konsequenter sein und so etwas härter sanktionieren. Demokratie hat auch Pflichten. 

Wie bewerten sie die Entwicklung der Fremdenfeindlichkeit in Deutschland? 

Schönenberg: Ich dachte eigentlich, dass wir aus der deutschen Geschichte gelernt hätten. Die fremdenfeindlichen Äußerungen in den Medien nehmen zu. Das darf man so nicht einfach unkommentiert stehen lassen. 

Wie bewerten sie die Stimmung gegenüber Flüchtlingen in der Gemeinde? 

Schönenberg: Wir haben in der Gemeinde ein gutes Verhältnis. Gerade so Aktionen wie die Feier des Runden Tisches Flüchtlinge im Westfälischen Hof am Mittwoch sind ein Zeichen, dass wir zu 100 Prozent hinter den Helfern und Flüchtlingen stehen. 

Gibt es in Schalksmühle auch fremdenfeindliche Äußerungen gegenüber Offiziellen, Aktiven in der Flüchtlingshilfe oder Betroffenen? 

Schönenberg: Wir haben auch einzelne Fälle. Doch wir haben von Anfang an ein gutes Netz aufgebaut. Ich bin mit dem Ganzen sehr zufrieden. 

Wo sehen sie zukünftige Schwierigkeiten beim Thema Flüchtlinge? 

Schönenberg: Probleme sind da, wo es um die Integration der Menschen geht – also in den Kitas, Grundschulen und OGS. Es braucht mehr Kräfte, um das alles zu unterstützen. Auch die Kosten werden noch zu viel unterschätzt und die Herausforderungen bei den Zuweisungen kaum gesehen. Mit der Zeit wachsen die Bedürfnisse der Menschen. Bei den Kommunen muss mehr ankommen, auch um den sozialen Frieden zu sichern.

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