Entertainer am Gymnasium

Oschmann am AFG: Schräges vom "Scherzkuchen"

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In Uri-Geller-Manier versuchte Ingo Oschmann, einen Löffel zu verbiegen. Was sich verbog, war aber vor allem das Gesicht des Komikers.

Halver - Er ist auch Zauberkünstler – umso weniger überraschte es dann wohl, dass es Ingo Oschmann, Bielefelder mit Wohnort in Düsseldorf, am Samstag gelang, dem Publikum in der Aula des Anne-Frank-Gymnasiums häufig ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Der Komiker, Entertainer und eben Magier begeisterte mit Tricks und Stand-Up-Comedy.

Nachdem er am Nachmittag mit seinem Kinderprogramm „Schnickschnacks wandernder Zauberhut“ eher die jungen Besucher begeisterte, platzierte er am Abend in seinem Soloprogramm „Wunderbar – Es ist ja so!“ mit Geschichten aus dem Leben, in denen sich jeder wiedererkennen konnte. 

Das Kompliment einer kleinen Zuschauerin: „Das war so lustig. Du bist ein richtiger Scherzkuchen!“, machte ihn selbst am meisten froh. Für einen Scherzkeks, wie Oschmann berichtigte, fand das Mädchen den Künstler schlicht und einfach zu dick. Es musste schon ein Scherzkuchen sein. 

"Satire darf nicht alles"

„Ich mache auf keinen Fall Kabarett“, stellte Oschmann klar. Sich auf die Bühne stellen und Leute beleidigen: für ihn ein Unding. „Ich bin der Meinung: Satire darf nicht alles.“ Selbstironisch zu seinen Leibesumfang, mit Geschichten aus seiner Kindheit und allseits bekannten Sprüchen, brachte der Künstler eigene Erlebnisse und die seiner Zuschauer auf einen gemeinsamen Nenner.

 Irgendwie, irgendwo fand sich jeder wieder in diesem Programm, bei dem Ingo Oschmann plauderte, zauberte, in einem Moment philosophierte und ins Gewissen redete, im nächsten Moment herrlich schräg als Jazzdancer die Lachtränen in die Augen trieb oder sich mit einem magischen Zauberquadrat als Kopfrechnen-Genie entpuppte. Nicht das Geringste entging seiner scharfen Beobachtungsgabe. 

Gezielt setzte er seine Mimik ein. Beim Löffel-Verbiegen à la Uri Geller – in Zeitlupe zum besseren Verständnis – war nicht der Löffel, sondern das Grimassenschneiden der Clou. Von Anfang an setzte Oschmann auf Interaktion und humorige Kommunikation. 

Klebriges im Zuschauerraum

Seine Mitspieler, die er überraschte und entwaffnete, aber nie vorführte, fand er ohne Problem. Immer, wenn man dachte, er wird doch wohl nicht, machte er’s doch. Auch wenn das hieß, eine klebrige halbe Orange quer durch den Zuschauerraum zu werfen und aufzufangen. 

Vollends mit ins Boot holte der zaubernde Komiker sein Publikum mit den Geschichten aus seiner Kindheit und Jugend, die von Vorbildern, dem Urlaub auf Balkonien oder den Spielen auf der Fahrt in den Urlaub handelten. 

Jeder wusste, wovon er sprach, wenn mütterliche Sätze wie „Ich stehe den ganzen Tag in der Küche“, „Wir wären damals froh gewesen…“ oder „Die Kinder in Afrika“ kamen. „Die Sätze haben sich bis heute gehalten“, meinte Oschmann, der mit seiner Plauderei anschaulich ähnliche Kindheitserlebnisse, ob mit Grünkohl oder Spinat, vor Augen führte. „Wunderbar – Es ist ja so!“ konnte am Ende jeder bestätigen.

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