Info-Veranstaltung für Schalksmühler Fraktionen

Windkraft-Anlagen am Worthberg - das sagen die Gegner

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Das Energieunternehmen EnBW plant den Bau von drei Windkraftanlagen auf dem Worthberg im Grenzgebiet zwischen Schalksmühle und Halver.

Schalksmühle - Im Grenzgebiet zwischen Schalksmühle und Halver sind drei Windkraftanlagen geplant. Auf Einladung der örtlichen Gruppe "Windvernunft" sprachen jetzt Windkraftgegner vor den Ratsfraktionen. Einigen war es zu unsachlich.

Die Energie aus Windkraft ist unzuverlässig, schädlich für Flora und Fauna und sie kommt dem Verbraucher teuer zu stehen: Auf diesen knappen Nenner lässt sich der Vortrag von Christof Gerhard vom Bündnis Gegenwind Südwestfalen bringen. Der entschiedene Gegner von Windkraftanlagen referierte bei einer Veranstaltung der Gruppe Windvernunft Halver-Schalksmühle.

Dazu hatten die örtlichen Ansprechpartner Renate Sikora und Klaus-Peter Wiebusch Vertreter der Schalksmühler Ratsfraktionen von CDU, FDP, SPD und UWG eingeladen. Auch Bürgermeister Jörg Schönenberg nahm an dem Gesprächsabend teil. „Unser Ziel ist es, vorab die örtlichen Fraktionen über die Problematik bei der Windkraft zu informieren und sie für das Thema zu sensibilisieren. Nach diesem Abend wird es eine weitere Infoveranstaltung für alle interessierten Bürger geben“, sagte Klaus-Peter Wiebusch. 

Zuständigkeit liegt beim Kreis 

Gestalteten den Gesprächsabend zum Thema Windkraft: Christof Gerhard, Renate Sikora und Klaus-Peter Wiebusch (von links).

Es stellte sich dann aber heraus, dass nicht der Gemeinderat, sondern der Märkische Kreis die zuständige Genehmigungsbehörde für den vom süddeutschen Energieunternehmen EnBW geplanten Bau der drei Windräder auf dem Schalksmühler Worthberg ist. Dennoch zeigten sich die Kommunalpolitiker interessiert an den Ausführungen von Christof Gerhard. 

Der beschäftigt sich seit Jahren als Betroffener im Kreis Olpe intensiv mit dem Thema Windkraft. Sein Fazit: „Der weitere Bau solcher Anlagen ist wirtschaftlicher Irrsinn“. Er führe zum Wertverfall der anliegenden Grundstücke, treibe den Strompreis in die Höhe und belaste durch Schattenwurf und Infraschall die Menschen. Zudem sei die Windkraft aufgrund ihrer Unzuverlässigkeit für die Energiewende denkbar ungeeignet.

„Wind ist nicht immer da. Folglich müssen konventionelle Kraftwerke für die Sicherung der Grundlast im Stromnetz sorgen“, erklärte Gerhard. Zu viel Wind sei ebenfalls ein Problem, denn dann komme es wegen der Vorrangregelung für Windstrom im Netz zu gefährlichen Spitzen, die immer mehr teure Netzeingriffe nötig machten. „Jedes neue Windrad beschleunigt bei uns die Gefahr eines Strom-Blackouts.“ 

Keine schlüssigen Antworten 

Einigen Zuhörern missfiel die zugespitzte Form des Vortrags. Sie baten um mehr Sachlichkeit, die in der anschließenden Aussprache auch erreicht wurde. „Wir müssen den Atomausstieg als gegeben zur Kenntnis nehmen und angesichts der CO2-Belastung ist auch der Strom aus Kohle ein Problem. Wenn Windkraft und vielleicht auch Photovoltaik keine Alternativen sind – was dann?“, fragte ein Besucher. 

Vertreter aller Ratsfraktionen nahmen an der Infoveranstaltung der Gruppe Windvernunft Halver-Schalksmühle teil.

Schlüssige Antworten darauf gab es nicht. Mit Blick auf die drei geplanten Windkraftanlagen im Grenzgebiet zwischen Schalksmühle und Halver müsse das Antragsverfahren beim Märkischen Kreis von der Verwaltung und allen Bürgern genau verfolgt und geprüft werden, wurde aus der Versammlung heraus empfohlen. 

Sehr problematisch erscheint vielen der geringe Abstand der Großanlagen zur Wohnbebauung. So beträgt die Entfernung von einer der Anlagen zur Ortslage Halverscheid angeblich nur 450 Meter. Bis zum Bauernhaus Wippekühl seien es rund 800 Meter. In Sachen Abstandsregelung zeigten sich die Akiven der Windvernunft sowie der Referent total enttäuscht von der Landesregierung. CDU und FDP hätten im Wahlkampf einen Mindestabstand von mindestens 1500 Meter versprochen. Bis heute gebe es aber keine entsprechende Regelung.

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