Ehemaliger Dschihadist erzählt von seiner Vergangenheit

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Im Gemeindesaal der Freien evangelischen Gemeinde gab der ehemalige Gotteskrieger M. aus Indonesien vor Schalksmühlern Auskunft über sein Leben. Der Indonesier möchte seinen richtigen Namen in der Öffentlichkeit nicht nennen und auch nicht fotografiert werden.

Schalksmühle - Als Dschihadist brachte er einst Drogen unter die Leute und vielen, die dadurch süchtig wurden, den Tod. Als Christ führt er heute Menschen zum Glauben. 1200 muslimische Gruppen, die Jesus Christus als ihrem Herrn nachfolgen, haben ihren Ursprung in seiner Missionsarbeit.

Die Rede ist von dem „wiedergeborenen Muslim“ M.. Über seine radikale Kehrtwendung berichtete er am Sonntag in der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) Schalksmühle aus erster Hand.

M. möchte aus Sicherheitsgründen weder seinen richtigen Namen nennen noch sein Bild veröffentlicht sehen. Nach einem bewegenden Lebensbericht am Vormittag während des Gottesdienstes stellte sich der Indonesier am frühen Abend im Beisein von Florian Hoenisch, Organisator seines Aufenthalts in Deutschlands, den Fragen der Besucher.

Der Kontakt zur FeG war über Gitti Müller vom Leitungsteam der Gemeinde gelaufen. „Der Abend wird eine Herausforderung“, kündigte Pastor Fred Ritzhaupt vorab an. Für die Menschen in Indonesien, die „in einem unvorstellbaren Aufbruch leben“, sei der Glauben ein Lebenselixier.

„Sie leben exakt so, wie wir es aus dem Neuen Testament kennen. Wir kennen das nicht, was er (M., Anm. d. Red.) lebt.“ Dass diese Einschätzung den Tatsachen entspricht, kam in den Ausführungen des Indonesiers, dessen Ausführungen Florian Hoenisch aus dem Englischen ins Deutsche übersetzte, eindrucksvoll zum Ausdruck. Als Dschihadist habe er „auf islamische Weise Gerechtigkeit bringen wollen“, erklärte der Indonesier.

Ursachen der Krisen in seiner Heimat, dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Erde, sprach er an. Von militärischer Staatsgewalt und Widerstand, Benachteiligung und ungleicher Verteilung von Land war die Rede. Seine Aufgabe als Dschihadist sei es gewesen, Drogen zu verkaufen, um den Terror zu finanzieren. Seine Mutter habe während dieser Zeit fünf Jahre lang für ihn gebetet, um ihn aus der Terrorszene herauszuholen. Letztendlich habe er sich auf die Suche gemacht und bei Jesus seinen inneren Frieden gefunden. Anschließend sei er zu den Familien, über die er Leid gebracht hätte, gegangen, um sie um Vergebung zu bitten.

Er habe Gott sein ganzes Leben gegeben, bekannte er. Er berichtete von der Missionsarbeit in dem muslimischen Land, Leben mit der Bibel als Handbuch für ein gelingendes Dasein, Arbeit im Sinne Gottes und den Umgang mit Geld. Die moderne Sklaverei, in der fünf Millionen Indonesier leben, und die auch in seinem Land weit verbreitete Liebe zum Geld prangerte er an. Fragen aus den Reihen der Zuhörer zielten unter anderem auf die Prägung von Dschihadisten und die Adressaten der Mission.

Danach sprechen die Missionare, die sich „wiedergeborene Muslime“ nennen, gezielt offene Menschen an, die geistlich hungrig und bereit zu teilen sind. Der ehemalige Gotteskrieger erklärte außerdem, dass Gefangene auf den Enthauptungsvideos des IS seltsam ruhig dasitzen, weil diese Videos zuvor mehrfach gestellt werden, ohne dass etwas passiert.

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