Impfbus weiter unterwegs

100 spontane Impfungen: Busangebot kommt gut an 

Impfbus des MK in Schalksmühle Rathausplatz
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Das Team des Impfbusses beantwortet alle Fragen und hilft beim Ausfüllen der Formulare: Nico Knipp, Katharina Hahn, Friedemann Enders, Julia Waskow und Bernd Benscheidt (von links).

Der Impfbus des Märkischen Kreises ist weiter unterwegs. Nun hielt er auch in Schalksmühle.

Schalksmühle – 100 Menschen nutzen am Donnerstag das Angebot des Impfbusses des Märkischen Kreises in Schalksmühle. Zwischenzeitlich zog sich die Schlange der Wartenden bis weit über den Rathausplatz. Als der Bus gegen 13.30 Uhr vor dem Schalksmühler Rathaus hielt, standen direkt die ersten Impfwilligen vor der Tür – aber das Team war noch gar nicht vor Ort. Denn losgehen sollte es erst um 15 Uhr.

Manche entscheiden sich spontan

Etliche suchten den Impfbus gezielt auf, aber es gab auch viele, die spontan von dem Angebot Gebrauch machten – manche freudig, weil sie sich längst impfen lassen wollten, manche auch, die sich erst kurzfristig dafür entschieden. Dafür standen die Mitglieder des Teams beratend zur Seite. Bernd Bescheidt lief auch mal mit dem Banner durch den Ortskern – und brachte prombt den nächsten Impfwilligen aus dem Café mit.

Groß war unter anderem der Anteil der Flüchtlinge, denn Irmtraud Quenzel hatte über das Netzwerk der Flüchtlingshilfe für das unkomplizierte Impfangebot mitten in Schalksmühle geworben. Der Schalksmühler Karsten Kaufmann hatte in der Zeitung gelesen, dass der Impfbus Station macht. Bei ihm stand die zweite Impfung an, aber die Praxis seines Hausarztes ist derzeit wegen Hochwasserschaden geschlossen. Er nutzte kurzerhand eine Pause, um von seiner Arbeitsstätte am Lüdenscheider Freisenberg zum Impfbus zu fahren: „Mal eben zwischendurch.“

Anna Wysoczonska und Daniel Ojogbo-Wysoczonski waren richtig glücklich über das Impfangebot.

Groß war die Freude bei Anna Wysoczonska und ihrem Mann Daniel Ojogbo-Wysoczonski. Die Ehefrau hatte den Bus auf dem Weg von ihrem Deutschkurs am Rathausplatz gesehen und gleich ihren Mann angerufen. Seit drei Monaten hätten sie schon versucht, über ihre Hausärztin eine Impfung zu bekommen. Jetzt haben sie sich für den Impfstoff von Johnson & Johnson entschieden, damit das Thema für sie erst einmal erledigt ist. Die Eltern kommen bei der Arbeit mit Menschen zusammen. Wenn sie nach Polen reisen, brauchen sie die Impfung, aber am wichtigsten ist es ihnen, sich selbst und andere zu schützen.

Sara Konarnicka hat erlebt, wie Angehörige gelitten haben.

Die 25-Jährige Sara Konarnicka holte sich im Bus ihre zweite Impfung ab. Ihre Mutter hatte gesehen, dass der in Schalksmühle steht und ihr Bescheid gesagt. Sich impfen zu lassen, ist für die 25-Jährige selbstverständlich. Sie arbeitet in einem Lebensmittelgeschäft und hat mit vielen Menschen Kontakt. Außerdem hat sie erlebt, wie erkrankte Angehörige gelitten haben: „Wenn man das selbst in der Familie erlebt hat, sieht man das anders.“

Extra aus Halver nach Schalksmühle

Eine Halveranerin war eigens nach Schalksmühle gekommen, weil sie für ihre zweite Impfung nach Stationen des Impfbusses gesucht hat. Sie sei nach der ersten Impfung an Covid-19 erkrankt, erzählt sie. „Das möchte ich nicht noch einmal erleben.“

Über die große Resonanz freuten sich Bernd Benscheidt und das Team des Impfbusses – gerade in der kleinen Gemeinde Schalksmühle hatten sie mit einem so großen Zuspruch nicht gerechnet. Umso mehr sehen sich die Organisatoren bestätigt, dass dieses niederschwellige Angebot ein guter Weg ist, um möglichst viele Menschen zu erreichen, die sich nicht auf den Weg zu den Impfzentren machen würden, und so die Impfquote in der Bevölkerung zu erhöhen.

Von den 100 Personen, die das Angebot nutzten, entschieden sich 50 für den Impfstoff von Johnson & Johnson. Die andere Hälfte wählte Biontech, wobei darunter einige waren, für die es die zweite Impfung war.

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