Corona

Im Wildgehege Mesekendahl hat man den Mut nicht verloren

Wildgehege, Mesekendahl, Andreas, Traktor
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Eine der Veränderungen: Anika Andreas aus Altena gehört seit Oktober zum Wildgehege-Team. „Mit den Tieren klappt das super“, sagt die zweifache Mutter, die vor Ort das Treckerfahren gelernt hat.

Das Jahr 2020 hat alles verändert und wird uns noch viel abverlangen!“ Trotz schwieriger Rahmenbedingungen lässt Karl-Friedrich Trimpop, Eigentümer des Wildgeheges Mesekendahl, nicht den Mut sinken.

Schalksmühle - Die Zeit des Lockdowns und der damit verbundenen vorübergehenden Schließung des Wildgeheges hat er genutzt, um umfangreiche Gehege-Arbeiten durchzuführen, neue Gehege-Schilder aufzustellen und den Planwagen wie neu aufzuarbeiten.

Nach zwei- bis dreijähriger Suche hat er zudem eine neue Gehege-Mitarbeiterin gefunden, die ihn bei der Grundversorgung der Tiere unterstützt. Seit Oktober gehört Anika Andreas aus Altena zum Wildgehege-Team und ist mit Freude bei der Sache. „Mit den Tieren klappt das super“, sagt die zweifache Mutter. „Das war eine gute Entscheidung.“ Von daheim ist sie den Umgang mit kleinen Tieren – Hund, Katze und Meerschweinchen – gewöhnt. Jetzt fährt sie Trecker und versorgt die großen Tiere. Nach der langen Suche ist Karl-Friedrich Trimpop froh, die Altenaerin eingestellt zu haben – trotz der schwierigen Situation. „Man muss sich auf die Leute verlassen können“, sagt er. Zuverlässigkeit besitzt für den Wildgehege-Betreiber höchste Priorität. Schließlich geht es um das Wohl der ihm anvertrauten Tiere. „Viele haben völlig falsche Vorstellungen.“

Seit das Wildgehege im November Corona-bedingt erneut seine Pforten schließen musste, hat sich viel getan. Die Zeit der übergangsweisen Schließung hat Karl-Friedrich Trimpop nicht ungenutzt verstreichen lassen. Die Ziegen, die auf seinen Ruf zutraulich herbeigelaufen kommen, haben einen neuen Gehege-Zaun bekommen. Auch die ersten, in Zusammenarbeit mit der Halveraner Agentur „Die von hier“ entwickelten Gehege-Schilder wurden bereits aufgestellt.

Planwagen restauriert und neu lackiert

Zudem hat der Schalksmühler in der Scheune Platz geschaffen, um – sobald wieder möglich – die Effektivität von Veranstaltungen zu steigern. „Jetzt wird der Planwagen restauriert und neu lackiert“, erzählt er. „Selber Hand anzulegen, macht auch Spaß.“

Bekümmert ist Karl-Friedrich Trimpop über das Waldsterben, das das Landschaftsbild am Wildgehege stark verändert hat. „Es braucht Jahre, bis wieder ein grüner Gürtel gewachsen ist“, bedauert er. Hinterm Zaun im oberen Bereich des Geheges ist der Wald – dem Borkenkäfer und dem Fichtensterben geschuldet – verschwunden.

Liebevolles Verhältnis: Zutraulich kommen die Tiere an den Zaun, wenn Wildgehege-Besitzer Karl-Friedrich Trimpop sie ruft.

Wie beim ersten Lockdown im Frühjahr ist auch jetzt die Spendenbereitschaft der Besucher und Stammgäste groß. „Manche laden sich am Raiffeisen-Markt den Wagen voll und bringen (Futter-)Säcke vorbei“, ist der Tiergehege-Betreiber dankbar für jegliche Unterstützung. Andere helfen mit Barspenden.

Genauso freut er sich über zahlreiche E-Mails, die ihn zum Durchhalten in schwierigen Zeiten ermuntern. Eine besonders rührende E-Mail erreichte ihn jüngst aus Dortmund. „Für mich ist das Wildgehege ein Ort der Magie. Wie viele Stunden wir dort verbracht haben“, erinnert sich ein Dortmunder darin an seine Kindheit – und bietet Unterstützung an. „Die Leute freuen sich darauf, wenn wir wieder aufmachen“, weiß Karl-Friedrich Trimpop.

Stopp-Schild ignoriert

Im Frühjahr, nach dem ersten Lockdown, kamen Familien teilweise zwei- bis dreimal pro Woche, um nach den Tieren zu sehen und entspannte Stunden im Wildgehege zu genießen. Es gibt jedoch auch vereinzelt Besucher, die mit Unverständnis auf die derzeitige Schließung des Wildgeheges reagieren und manchmal sogar das eigens aufgestellte Stopp-Schild ignorieren.

Von den zugesagten Bundeshilfen hat Karl-Friedrich Trimpop bislang lediglich die Novemberhilfe erhalten – und das auch nur anteilig. Die Zeit danach musste er vorfinanzieren. „Die Kosten laufen ja alle weiter“, sagt er dazu. Ein kleiner Trost: Den 131 Tieren im Gehege Mesekendahl geht es gut. Auch die Drillingsgeburt-Ziegen, die im Sommer zur Welt gekommen sind, haben sich prächtig entwickelt.

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