Erarbeitung eines Klimaschutzkonzepts

Bürger sollen beim Klimaschutz helfen

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Sieben Ideen finden sich inzwischen auf der Ideenkarte, die auf der Homepage der Gemeinde zu finden ist.

Schalksmühle - Der weltweite Klimawandel ist eine Angelegenheit, die jeden betrifft – auch die Menschen in unserer Region. Deshalb fordert die Gemeinde Schalksmühle nun die Bürger zum Mitmachen auf.

Anlass dieser gewünschten Bürgerbeteiligung ist die Erarbeitung eines Klimaschutzkonzeptes. Dieses erarbeite man jedoch nicht allein, wie Ralf Bechtel, Fachbereichsleiter Technisches Bauamt, erklärt: „Der Märkische Kreis ist auf verschiedene Kommunen zugekommen, die noch kein Konzept haben. Dazu zählte auch Schalksmühle.“ 

Im Anschluss an die ersten Gespräche mit der Kreisverwaltung ist im August 2018 eine Kooperationsvereinbarung mit insgesamt acht Kommunen geschlossen worden. Nach verschiedenen bürokratischen Schritten erfolgte im Mai dieses Jahres die Ausschreibung des Auftrags zur Erstellung eines Klimaschutzkonzepts für die jeweiligen Kommunen. Nur einen Monat später sicherte sich die Essener Firma Gertec den Auftrag und nahm am 1. Juli die Arbeit auf. Es folgten Besuche von Firmenvertretern in Schalksmühle, die sich dadurch einen Eindruck verschafften, wie die Gemeinde in Sachen Klimaschutz aufgestellt ist.“ 

Außerdem sei man gemeinsam die folgenden vier großen Themenfelder durchgegangen: 

Wohnen und energetische Sanierung

In diesem Bereich geht es sowohl darum, was Privatpersonen im Zuge eines Neubaus oder einer Sanierung machen können, als auch die Handlungsmöglichkeiten der Wohnungsbaugesellschaften in Schalksmühle. „Hier wollen und müssen wir Multiplikatoren finden. Das geht nur, wenn wir die Leute an einen Tisch holen und Gespräche führen“, sagt Bechtel. 

Wirtschaft: Klimaschutz im Blick

„Das Ökoprofitprogramm gibt es schon, wird allerdings wenig genutzt.“ Im Punkt Wirtschaft geht es darum, dass die kommunalen Gebäude und Anlagen für den Klimaschutz genutzt werden. Zudem ist auch das Thema Ver- und Entsorgung ein Punkt, der behandelt wird –beispielsweise in Bezug auf Windkraftanlagen. 

„Hier haben wir uns angeschaut, wie groß das Problem des Klimawandels in Schalksmühle bereits ist“, schildert Ralf Bechtel und führt aus: „Es wurde die Frage gestellt, was bisher überhaupt passiert ist. Abgesehen von vermehrt auftretenden Starkregenereignissen konnten wir zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Auswirkungen feststellen.“ 

Dieser Punkt nimmt eine besondere Bedeutung ein, denn hier kann die Kommune entschieden eingreifen. „Mobilität ist ein großes Handlungsfeld. Im Rahmen der Erarbeitung des Klimaschutzkonzepts haben wir auch eine CO2-Bilanz erstellt, die wir zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht veröffentlichen werden.“ Ein Ansatzpunkt in Sachen Mobilität ist der motorisierte Individualverkehr. „Hier gibt es Überlegungen, wo man ansetzen kann. Momentan geht die Tendenz dahin, die Attraktivität zu nehmen, den Ortskern mit dem eigenen Auto zu erreichen.“ 

Weniger Stellplätze im Ortskern

Ralf Bechtel und seine Kollegen sehen einen Ansatzpunkt darin, weniger Stellplätze für Autos im Ortskern zur Verfügung zu stellen und diese Flächen beispielsweise mit Grünstreifen zu nutzen. Die Überlegungen sind allerdings nicht neu, sondern wurden bereits im Rahmen der Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans der Gemeinde angestrebt und festgehalten. 

Ideenkarte für Vorschläge

Ein weiterer essenzieller Punkt ist die Beteiligung und Miteinbeziehung der Bürger. Deshalb gibt es nun eine sogenannte Ideenkarte, auf der die Schalksmühler Vorschläge für Klimaschutzprojekte machen können. „Diese Ideenkarte soll eine Art Brainstorming sein und es sollte sich keiner scheuen, seine Vorschläge einzubringen.“ 

Doch nicht nur auf digitalem Wege können sich die Bürger in die Ausarbeitung von Klimaschutzprojekten einbringen, wie Bechtel sagt: „Es wird auch ein oder zwei Mal Klima-Cafés geben. Diese werden durch Mitarbeiter der Firma Gertec moderiert.“ In diesen wird es verschiedene Tische geben, an denen man sich untereinander austauschen kann. Ein Ansatz ist beispielsweise, dass man seine Ideen auf die Tischdecke der jeweiligen Tische schreiben kann. „Dadurch erhoffen wir uns, dass die Leute durch die geführten Diskussionen weitere Vorschläge entwickeln.“

Projekte zeitnah anpacken

Letztendlich wird die Firma Gertec entscheiden, aus welchen Ideen Projekte entwickelt werden beziehungsweise welche realisierbar sind. „Diese Projekte sollen dann auch zeitnah angepackt werden. Wir haben schon genug Zeit verloren“, versichert Bechtel, der zusammen mit Bürgermeister Jörg Schönenberg und Vertretern der Firma Gertec Anfang Dezember im Rahmen des Arbeitskreises Energie einen von insgesamt drei Lenkungskreisen abhalten wird. Einen Zeitraum hat man sich im Rathaus für die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes ebenfalls gesetzt, wie Ralf Bechtel berichtet: „Geplant ist es, das Konzept bis zum 30. Juni 2020 abgeschlossen zu haben. Den Beschluss wollen wir dann noch vor der Kommunalwahl 2020 erledigen.“

Die Ideenkarte finden Sie unter: www.ideenkarte.de/mk/schalksmuehle. Die genauen Termine der Klima Cafés werden noch bekannt gegeben.

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