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Ideen für Aufforstung nach Drama im Wald

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Von: Bettina Görlitzer

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In Sachen Wald muss etwas passieren. Das ist klar, wenn man sich die zahlreichen kahlen Flächen im Gemeindegebiet anschaut – wie hier in Othmaringhausen.
In Sachen Wald muss etwas passieren. Das ist klar, wenn man sich die zahlreichen kahlen Flächen im Gemeindegebiet anschaut – wie hier in Othmaringhausen. © Salzmann, Jakob

Ganz langsam zeichnet sich ein mögliches Ende der Rodungen in den Schalksmühler Wäldern ab. Im Lauf des nächsten Jahres, so hofft der zuständige Förster Hubertus Bierkoch, könne die Holzernte hoffentlich abgeschlossen werden. Für ihn Grund genug, um in seinem Sachstandsbericht über den Kommunalwald im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, Umwelt- und Klimaschutz am Montag vor allem einen Blick in die Zukunft zu werfen.

Schalksmühle – Bierkoch stellte den Politikern seine Idee vor, zunächst an zwei unterschiedlichen Beispielflächen Möglichkeiten für die Wiederaufforstung auszuprobieren. Dabei geht es zunächst um insgesamt 4,4 Hektar, die als Pilotprojekt dienen könnten. Insgesamt wird es um rund 79 Hektar der Waldflächen im Besitz der Gemeinde gehen, die wegen des Borkenkäferbefalls wiederaufgeforstet werden müssen, wovon bislang rund 60 Hektar abgeräumt sind.

„Werden alle Register ziehen müssen“

„Letztlich werden wir alle Register ziehen müssen“, erklärt Bierkoch das Vorgehen bei der Wiederaufforstung. Neben der gezielten Bepflanzung mit oder ohne Fördermittel werden auch große Flächen zunächst einmal sich selbst überlassen werden müssen. Nach einigen Jahren der natürlichen Sukzession könne man dann sehen, ob und wie weit man vielleicht doch noch durch gezielte Maßnahmen eingreifen müsse, erklärte der Förster. Anders gehe es allein schon deshalb nicht, weil es weder genug Manpower noch genug Pflanzmaterial gebe. Bierkoch verwies dazu auch auf das rund 200 Seiten starke Waldbaukonzept Nordrhein-Westfalen, das „Empfehlungen für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung“ enthält.

Offene Ohren bei Verwaltung und Politik

Bei Verwaltung und Politik fand er grundsätzlich offene Ohren – denn dass in Anbetracht des Klimawandels Alternativen für die Fichtenwälder gesucht werden müssen, die nicht nur den Bedingungen widerstehen, sondern auch in hohem Maße CO2 binden können, stand für die Ausschussmitglieder außer Frage. Aber festlegen auf Maßnahmen wollten sich die Politiker noch nicht. Dazu hätten sie gerne noch mehr Informationen.

Da der Handlungsbedarf aber unstrittig ist, gab es einstimmig eine Beschlussempfehlung an den Rat, auf der Grundlage der vorgestellten Konzepte Mittel für die Wiederaufforstung des Kommunalwaldes in den Haushalt für das Jahr 2022 einzustellen. Im Frühjahr soll eine Ortsbegehung stattfinden, außerdem sollen weitere Experten, beispielsweise von Naturschutzverbänden, gehört werden, um dann erneut im Ausschuss für Natur- und Klimaschutz über konkrete Maßnahmen zu beraten und zu entscheiden.

Zustand der Waldwege

Bevor er in seinen Vortrag einstieg, beantwortete Bierkoch die Frage nach dem Zustand der Waldwege, die der Schalksmühler Reiner Kroschinski während der Einwohnerfragestunde gestellt hatte. Dieser hatte bemängelt, dass viele Waldweg derzeit für Spaziergänger und Wanderer regelrecht unpassierbar seien, weil die Holztransporter tiefe Furchen hinterlassen haben, die durch die vielen Niederschläge auch noch aufgeweicht seien. Der Förster betonte, dass es keinen Sinn mache, die Wege zu sanieren, solange in den Wäldern noch massiv gearbeitet werde. „Im Lauf des Jahres 2022 werden wir mit den Holzerntearbeiten fertig.“ Dann könne parallel zur Wiederaufforstung mit der Sanierung der Wege begonnen werden. Allerdings machte Bierkoch auch darauf aufmerksam, dass der größte Teil der Schalksmühler Wälder in Privatbesitz ist. Letztlich liege es bei den Waldbesitzern, wie sie mit den Wegen verfahren. Diese seien nunmal in erster Linie für die Holzabfuhr gedacht und würden „im Kielwasser von den Bürgern zu Erholungszwecken genutzt“. Einen Anspruch auf intakte und befestigte Weg gebe es nicht.

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