„Ich habe zunächst gelacht“

Mike Tenkhoff im Hubschrauber.

SCHALKSMÜHLE ▪ Mike Tenkhoff ist immer noch beeindruckt. Schon oft sei er „in die Sonne“ geflogen, doch noch nie zuvor mit einem Hubschrauber.

Aber wie sein Rundflug über Gelsenkirchen war, den er bei der Saisoneröffnung des FC Schalke 04 gewonnen hatte (wir berichteten), konnte er eine Woche später gar nicht mehr sagen: „Ich war nur fixiert auf Felix Magath“, sagt er im Hinblick auf den Bundesliga-Trainer, der ihn bei seinem 20-minütigen Flug begleitete.

Magath sei „sehr gelöst und gar nicht unnahbar“ gewesen, „obwohl er an dem Tag eine Menge Stress hatte“. Er habe ihm und seinem dreijährigen Sohn Leon auch bereitwillig Autogramme auf ihre Trikots gegeben.

„Eigentlich habe ich nichts am Hut mit Spielen“, räumt Tenkhoff ein. So sei es auch „Zufall“ gewesen, dass er am 1. August an einem Schalke-Quiz im Stile von „Wer wird Millionär“ teilnahm. Fünf Fragen musste er beantworten. Dabei wusste er etwa, dass Günter Netzer der sogenannte „Telefonmanager“ war, weil er sich – im Amt vom 1. August 1991 bis zum 27. April 1992 – nur selten in Gelsenkirchen sehen ließ.

Und schon hatte Tenkhoff den Hauptpreis, einen Rundflug mit Magath, gewonnen. „Ich habe zunächst gelacht, weil ich das gar nicht ernst genommen habe“, gesteht der 2. Vorsitzende des TuS Stöcken-Dahlerbrück.

Tenkhoff sei „von Geburt an“ Schalker. „Meine Eltern kommen aus Herne, mein Vater war sogar einmal Bergmann“, erklärt er die Sozialisation in Blau und Weiß. „Irgendwann bin ich nur noch mit einem Schalke-Schal in die Schule gegangen.“

Sein erster Stadionbesuch hat den S04-Virus dann vollends bei ihm ausgelöst, obwohl das Bundesliga-Match kein glorreicher Sieg der Gelsenkirchener „Knappen“ war. Es war der 23. Spieltag der Saison 1980/81. Gegner Fortuna Düsseldorf gewann 4:0. Am Ende stieg Schalke ab. Viel lieber denkt Tenkhoff an den 21. Mai 1997. Da verfolgte der Schalksmühler im Mailänder San-Siro-Stadion den Uefa-Cup-Triumph „seiner“ Mannschaft. „Das war absoluter Wahnsinn.“

Der 39-Jährige Tenkhoff nutzte vor einer Woche die Gelegenheit, Felix Magath auszufragen. Der Trainer versprach, in den kommenden drei Spielzeiten mit Schalke Deutscher Meister zu werden. Er beschrieb den neuen Stürmerstar Raúl als „ruhig und bescheiden“. Dieser werde „zum Ende seiner Karriere noch etwas reißen“. Dazu werde Magath, auch Manager in Gelsenkirchen, „noch zwei Hochkaräter verpflichten“.

Der Trainer, so der Eindruck von Tenkhoff, sei „vollkommen auf seine Arbeit konzentriert“ und „sympathisch“. Nach dem Abgang von Top-Stürmer Kevin Kuranyi gefragt, habe Magath geantwortet, dass ihm dieser zu wenig aus seinen Chancen gemacht habe. Und der Trainer habe versprochen, dass Raúl nun mehr Tore als Kuranyi schießen werde.

Tenkhoff spricht hörbar begeistert von dieser unerhofften Begegnung. „Ich habe noch nie etwas gewonnen.“ Schalke spielt eben eine große Rolle in seinem Leben. „Der Verein hat auch dafür gesorgt, dass ich bei TuS Stöcken-Dahlerbrück in der F-Jugend angefangen habe, selbst Fußball zu spielen.“ Für den Bundesligisten sieht er eine tolle Saison voraus: „Wir kommen unter die ersten drei. Und spielerisch wird das besser als vergangenes Jahr.“

Am 1. August traf Tenkhoff auch Torwart Manuel Neuer und Mittelfeldakteur Ivan Rakitic. Ein Autogramm von Raúl ergatterte er jedoch nicht: „Da habe ich aus dem Hubschrauber heraus schon die langen Schlangen gesehen“, erklärte er, dass ihm der Andrang beim spanischen Star zu groß gewesen sei.

Von Michael Koll

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare