Schalksmühle

Schneefans aus dem Ruhrgebiet zieht es nach Winkeln

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Hunderte Rodelfans kamen allein über den Samstag verteilt zur Wiese in Winkeln, um mit ihren Schlitten den Hang hinab zu flitzen.

Schalksmühle - Schnee und Rodeln gut, nur die Sonne fehlte: Fast perfekte Winterbedingungen fanden Rodler aus nah und fern am Wochenende auf der Rodelwiese in Winkeln vor. Hunderte machten sich allein am Samstag nach nächtlichem Schneefall bei klirrender Kälte zum Schlittenfahren ins Sauerland auf.

Vor allem Familien aus dem Ruhrgebiet nutzten den letzten Feriensamstag zu einem Ausflug auf den Rodelhang, der verkehrsgünstig nahe der Abfahrt Lüdenscheid-Nord der Autobahn 45 liegt.

Am Samstagmittag herrschte auf der kinderfreundlichen Rodelwiese, die für viele Ruhrgebietler „der“ Geheimtipp schlechthin ist, Hochbetrieb. Auto an Auto säumte die Hauptstraße nach Nachrodt-Wiblingwerde. Auch der Wanderparkplatz war voll.

Kehrseite der Medaille und alljährliches Ärgernis: Verstellte Rettungswege auf der schmalen Straße nach Winkeln, die die Polizei und das Ordnungsamt auf den Plan riefen. „Das ist jedes Jahr das Gleiche“, ärgerte sich Matthias Martin, der am Samstag Bereitschaftsdienst für die Rodelwiese hatte. „Die Straße war komplett zugeparkt. Trotz Halteverbot-Schild mit Abschleppsymbol.“

Probleme für den Rettungswagen

Sogar der Rettungswagen und die Feuerwehr, die einen Verletzten nach einem Rodelunfall bergen mussten, kamen erst nach entschiedenem Einschreiten des Ordnungsamtes und mehrmaliger Aufforderung durch. „Die Rettungswege müssen frei bleiben“, bekräftigte seine Chefin Silvia Gonzalez mit Nachdruck, die gleichfalls nach dem Rechten schaute.

Wie Gesprächen zu entnehmen war, entschieden viele spontan, den Schneetag zum Rodeln zu nutzen. Mit Blick auf die Glatteiswarnungen des Deutschen Wetterdienstes mochte mancher den weiten Weg in die Skigebiete um Winterberg nicht auf sich nehmen und zog den von Hagen, Bochum, Dortmund, Essen, Recklinghausen, Unna und anderswo schnell zu erreichenden Rodelhang vor.

Mit Holzschlitten und Plastikflitzern in allen Varianten stürzte sich Jung und Alt – darunter sogar eine Fußballmannschaft aus Hagen mit Kind und Kegel nach beendetem Turnier – ins eisige Wintervergnügen. Mehrfach, wie im Fall der Familie Zarnick aus Datteln („Seit 40 Jahren hier“) oder der Familie Schwarz aus Waltrop – waren drei Generationen vor Ort.

„Der Berg ist super“, lobte Peter Thiele aus Herdecke, der selbst als Kind zum Schlittenfahren in Winkeln war – und am Samstag mit Tochter Anna, Sohn Justin und dessen Freund Max den Hang hinab flitzte. „Gegen diese Schlitten hat der Holzschlitten keine Chance“, meinte Anna siegessicher mit Blick auf ihren schnellen Plastikschlitten. Hauptgrund für die Herdecker Familie, Winkeln anzusteuern, war die schnelle Erreichbarkeit des Rodelhangs.

Gut gerüstet für einen langen Schneetag waren die beiden Recklinghauserinnen Anke und Nicole, die Kinderpunsch, Tee, Waffeln und Obst zur Stärkung eingepackt hatten. „Bei uns hat es auch geschneit, aber nicht so wie hier“, betonten sie. „Hier ist die Garantie größer, dass Schnee liegt.“

In Schalksmühle „gestrandet“

Nicht nur viele Kinder, auch einige mutige Haustiere unternahmen auf den Schlitten eine Schussfahrt ins Tal.

Auf der Suche nach einer Rodelgelegenheit „strandete“ die Familie Schulz aus Gelsenkirchen „durch Zufall“ in Schalksmühle. „Sonst haben wir Schlitten und keinen Schnee“, lautete die gut gelaunte Antwort. Immer wieder war zu hören: „Das Nächste von uns zu Hause ist hier. Nah an der Autobahn, man ist flott hier.“

Viele, die selbst als Kinder hier waren, tummelten sich jetzt mit den eigenen Kindern im Schnee. „Die Kleine kann auch allein fahren, hier ist es nicht so steil“, fand Simone Kah aus Dortmund, die das winterliche Vergnügen mit Nachzüglerin Emma genoss. „Es hat geschneit, Rollo hoch, wir fahren in den Schnee“, brachten die Hundebesitzerinnen Anja und Monika aus Dortmund ihre spontane Entscheidung, mit den Kindern ins Sauerland zu fahren, auf den Punkt. Malteser Billy – schneebegeistert wie die Kinder – tobte sich in der weißen Pracht aus.

„Runter fahren geht schnell, aber rauf ist es ganz schön anstrengend“, befand abschließend Familie Selig aus Altena, die am Samstag ihren eigenen Rodelrekord aufstellte. Zum Aufwärmen hatten die Altenaer ausreichend Ingwertee mit Hagebutte dabei.

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