Schützen kaum mit Gebühren beladen

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Die Schützenfeste des Hülscheider Schützenvereins sind kaum mit Gebühren beladen. Die Mitglieder fühlen sich von der Gemeinde gut unterstützt.

Schalksmühle/Neuenrade - Schützenvereine und ähnlich strukturierte Klubs sind Organisationen des immateriellen Unesco-Welt-Kulturerbes. Das ist seit 2013 Teil eines Abkommens, das Deutschland mit unterschrieben hat. Deshalb startete auch die SPD-Fraktion in Neuenraden die Initiative, solche Vereine von städtischen Gebühren zu befreien. In Schalksmühle steht man diesem Vorstoß eher kritisch gegenüber.

Zum Hintergrund: In den vergangenen Jahren seien die Auflagen und Gebühren für die Durchführung von Schützenfesten immens gestiegen, heißt es aus Neuenrade. Die dortige Verwaltung sollte auf Wunsch der Sozialdemokraten darlegen, welche Gebühren die Stadt erhalten und welche Auswirkungen eine Gebührenbefreiung für solche Organisationen hat. 

Vor allem ging es der Partei um die Feuerwehrgebühren, die bei Schützenfesten im vierstelligen Bereich liegen. Auch der Märkische Kreis halte die Hand auf, wenn es um Verkehrsregelung und ähnliche Dinge gehe. 

Bei jedem Eingriff in den Straßenverkehr seien pauschal 30 Euro fällig – egal, ob es sich um den Umzug oder das Eintrommeln vor der Senioreneinrichtung handele. Richtig ins Geld gehe der Sicherheitsdienst. Mehrere Tausend Euro kämen jährlich zusammen. 

Höhere Gebühren bei Q-Stall-Party 

Ausgenommen der wirtschaftliche Geldverkehr – etwa bei der Q-Stall-Party – fallen bei den Festen der Hülscheider Schützen nur wenig Gebühren an, erklärt der 1. Vorsitzende Holger Rutenbeck auf Anfrage unserer Zeitung. Gerade einmal 300 Euro habe man zu zahlen – 100 Euro für die Verkehrssicherung durch die Kreispolizeibehörde und 200 Euro für Genehmigungen bei der Gemeinde, etwa für den Ausschank, würden anfallen. 

Gemeinnützigkeit bringt Vorteile 

Da das Schützenfest als gemeinnützige Veranstaltung gilt, stehe das Deutsche Rote Kreuz kostenlos zur Verfügung, so auch die Freiwillige Feuerwehr. Anders sieht es etwa bei der Q-Stall-Party aus, sagt der Vorsitzende. Auch die Absicherung der Festumzüge sei kein Thema. „Wir haben dafür Freiwillige, für die im Höchstfall mal 230 Euro für ein Stoppschild und Warnwesten ausgegeben wurden.“ 

Der 1. Vorsitzender der Hülscheider Schützen, Holger Rutenbeck (rechts).

Die komfortable Situation verdanke der Verein laut Holger Rutenbeck der guten Unterstützung aus dem Rathaus. Einzig bei der Zugabsicherung könnte man mehr Hilfe gebrauchen, da das eine große Aufgabe für den Verein darstelle. Generell könne man sich aber nicht über die Unterstützung aus der Gemeinde beschweren. „Wir haben ein enges Verhältnis zu den Höhenvereinen. Man unterstützt sich halt in einer kleinen Gemeinde.“ 

Die Initiative in Neuenrade verstehe der Vorsitzende der Hülscheider Schützen nicht. „Ich kann mir gut vorstellen, dass die Situation in anderen, größeren Städten, eine andere sein könnte. Aber wir haben die Devise, dass Politik und Religion nicht in einen Schützenverein gehören. 

Und daran halten wir uns auch strikt.“ Der Vorstoß der Sozialdemokraten in Neuenrade wurde übrigens vom Rat abgeblockt. Man wolle „kein Fass aufmachen“. Dafür sei die Gebührenhöhe zu gering.

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