Meinung der Bürger

Motorradlärm ist doch ein Problem - Bürger nennen Hotspots

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Motorradlärm ist auch in Schalksmühle ein Thema.

Vor gut einer Woche sprach sich der Rat gegen einen Beitritt der Gemeinde in den Verein „Silent Riders“ – einer Initiative gegen Motorradlärm – aus. Viele Politiker sehen keinen großen Handlungsbedarf. Einige Bürger tun das schon und haben sich nach einem Aufruf bei uns gemeldet.

Schalksmühle – Bürger in Schalksmühle berichten, dass sie sich teilweise von dem Krach mancher Krads durchaus sehr gestört fühlen. Die Politik sieht das etwas anders.

Die Verwaltung trat an den Rat mit der Bitte, über einen Vereinsbeitritt zu „Silent Riders" abzustimmen, da sie gerade am Wochenende in den Sommermonaten an beliebten Motorradstrecken hohe Emissionen durch lärmende Auspuffrohre und hohes Tempo im großen Drehzahlbereich festgestellt habe. Silvia Gonzalez, Fachbereichsleiterin für Bürgerdienste und Soziales, führte als Beispiel die Glörstraße an. Der Rat stimmte gegen den Beitritt.

Volle Zustimmung findet sie bei Ingrid Ernsthäuser, die dort seit zweieinhalb Jahren lebt und die berichtet, dass zwar nicht alle, aber viele Motorradfahrer dort für eine enorme Lärmbelästigung sorgen würden. An manchen Tagen könne sie es auf ihrem Balkon nicht aushalten und sehe sich gezwungen, selbst bei schönem Wetter in die Wohnung zu gehen und Fenster und Balkontür zu schließen. Zudem werde die Geschwindigkeit häufig von Motorrädern, aber auch von Autos, stark überschritten. Die Dahlerbrückerin: „Ein bisschen mehr Polizeipräsenz wäre sicher angebracht.“

Ein bisschen mehr Polizeipräsenz wäre sicher angebracht.

Ingrid Ernsthäuser aus Dahlerbrück

Weitere Bürger, die sich an uns gewandt haben, haben Erfahrungen unter anderem mit Kradlärm an der Spormecke unterhalb der Schule gemacht. Auch dort könne man wegen des sinnlosen Gasgebens der Motorradfahrer nicht draußen sitzen. Die Polizei könnte bei regelmäßigen Kontrollen einen „guten Fang“ machen.

„Hotspot der Krawalltüten“ an der B54

Einen erheblichen „Hotspot der Krawalltüten“ sieht ein Anwohner an der Volmestraße (Bundesstraße 54) im Bereich der Firma Jung bis zum Ortseingang an der Einfahrt Bocksberg. Der Schalksmühler erklärt, dass im Bereich der Firmenzufahrt vor einiger Zeit das Tempo auf 50 Kilometer pro Stunde beschränkt wurde, der Bereich danach bis Ortseingang trotz Grundstückseinfahrten und Gewerbezufahrten jedoch wieder auf 70 km/h freigegeben ist und das dort massiv beschleunigt werde. Dies sei mit so viel Lärm verbunden, dass man am Wochenende bei schönem Wetter keine Unterhaltung im Garten führen könne. Das Gleiche gelte in den Abendstunden, wenn die Strecke zwischen Strücken und Ortseingang zur Teststrecke für Lautstärke und Geschwindigkeit werde.

Der Anwohner schlägt vor, die 50km/h-Beschränkung von Jung an bis Ortseingang beizubehalten oder das Ortsschild entsprechend vorzuverlegen. Er sieht darin den positiven Nebeneffekten, dass dadurch auch Fußgänger und Radfahrer besser geschützt würden. Zudem würde man den Schilderwald reduzieren. Doch diese Entscheidung liegt nicht in den Händen der Gemeindeverwaltung, da die Volmestraße als Bundesstraße in das Aufgabengebiet des Landesbetriebs Straßen.NRW fällt.

Initiative „Silent Rider“

Der Verein wurde in der Region Nationalpark Eifel 2019 zunächst als Initiative ins Leben gerufen. Ziel war es, gemeinsam gegen Motorradlärm und vorrangig gegen die „schwarzen Schafe“ vorzugehen. Man sei nicht generell gegen Motorräder zu agieren, sondern gegen den übermäßigen Lärm durch mutwilliges und nicht angepasstes Verhalten, heißt es vonseiten des Vereins. Darüber hinaus bemühe man sich um die Einführung von Frontkennzeichen für Motorräder sowie die allgemeine Halterhaftung. Aktuell besteht der Verein aus rund 20 Mitgliedern und Unterstützern, wie dem Märkischen Kreis als ordentliches Mitglied, den Kreisen Düren und Euskirchen, und der Stadt Schmallenberg. Auch elf der 15 MK-Kommunen haben ihre Bereitschaft zur Unterstützung erklärt. 

Der Anwohner, der selbst Motorrad fährt, hätte nach eigener Aussage einen Vereinsbeitritt begrüßt: „Alles, was man machen kann, sollte man auch tun.“ Einige Bürger bestätigten allerdings auch die Meinung der Politiker. Man müsse die Menschen auch fahren lassen. Natürlich gebe es auch schwarze Schafe unter den Kradfahrern. Aber die Welt sei voller Egoisten, die für alles sofort einen Verein gründen würden.

Traktoren seien ein größeres Problem

Grundsätzlich sei nicht die Gemeinde, sondern die Polizei für die Einhaltung der Lärmgrenzen zuständig. Allerdings richte sie sich nach den Unfallschwerpunkten, erklärte ein anderer Bürger, der früher selbst Polizist war. Auch die Bestrafung von illegalen Manipulationen an Krads würde zu den Aufgaben der Beamten gehören. Der Motorradlärm störe ihn allerdings weniger. Belästigt fühle er sich eher, wenn Traktoren und andere große Landwirtschaftsfahrzeuge in seinem Wohngebiet laut über die Bordsteine poltern.

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