Unterkunft für Flüchtlinge

Die Tage der Holzhütten sind gezählt

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Die Tage der Holzhäuser auf dem Jahnsportplatz sind gezählt. Sie werden nicht mehr, wie beim Word-Camp, mit Leben gefüllt und sollen Mitte des kommenden Jahres vermarktet werden. Wie es mit dem Areal an sich weiter geht, das steht allerdings noch in den Sternen.

Schalksmühle - Seit vielen Monaten fragen sich die Schalksmühler, was mit den Holzhäusern auf dem Jahnsportplatz geschehen wird. Viele Gerüchte schweben dazu im Raum und auch in den sozialen Netzwerken. Auf Nachfrage unserer Zeitung bei Bürgermeister Jörg Schönenberg gibt es nun Antworten.

Bereits in seiner Rede zum Haushalt 2019 sprach der Verwaltungschef davon, dass er die Flüchtlingssituation in Schalksmühle als entspannt ansehe. Auch aus dem verantwortlichen Fachbereich kam im Laufe des Jahres die Meldung, dass dieser Zustand aller Voraussicht nach konstant bleibe. 

Unter dem Strich würden die Häuser zur Unterbringung von Flüchtlingen also nicht mehr benötigt werden und könnten daher im Laufe des Jahres 2019 aufgegeben werden, so der Bürgermeister. Die Verwaltung sollte anderweitige Nutzungs- und Verwertungsmöglichkeiten prüfen. 

Man wollte keine Ghetto-Bildung

Ein Grund, warum die Gemeinde dort keine Sammelunterkünfte für Flüchtlinge eingerichtet, sondern sie auf das Gemeindegebiet verteilt untergebracht hatte, sei gewesen, dass man keine Ghetto-Bildung wollte, erklärt Jörg Schönenberg. „Die aktive Flüchtlingshilfe und die dezentrale Unterbringung sind für die Integration sehr hilfreich. Sammelunterkünfte bringen immer Probleme mit sich. Wir sind nicht im Kölner Raum, wir haben genug Wohnungen an der Hand.“ Die Gemeinde habe richtig gehandelt und da die Massenzuweisungen ausgeblieben sind, möchte man sich nun von den Häusern trennen. 

Die Tage der Gebäude sind nach Aussage von Jörg Schönenberg nun gezählt. „Wir haben die Entscheidung getroffen, dass sie nicht mehr dauerhaft mit Leben gefüllt werden sollen. Dort werden keine Menschen untergebracht.“ Dass man erst zum Ende des Jahres das Thema angegangen sei, habe daran gelegen, dass der entsprechende Fachbereich in der Verwaltung seine Prioritäten auf entscheidendere Punkte legen musste. 

Vermarktung bis Mitte 2020

Die Holzhäuser sollen nun zur Mitte des kommenden Jahres 2020 vermarktet werden. Wie das konkret geschehen soll, stehe noch nicht fest. Das müsse die Verwaltung realistisch betrachten. „Die Gebäude sind massiv gebaut. Der Ab- und Wiederaufbau ist mit speziellen Anforderungen verbunden. Auch ein Transport könnte sich schwierig gestalten.“ 

Wie es mit dem Areal generell weiter gehen soll, steht noch in den Sternen. „Auch ich habe eine persönliche Vorstellung für die weitere Verwendung des Jahnsportplatzes. Aber wir sollten nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen. Erst einmal sollten die Häuser vermarktet werden“, sagt der Bürgermeister. Für jede Alternative müsse zudem der Rat zustimmen. Aus der Politik hat es bereits Vorschläge dazu gegeben. Die FDP-Fraktion stellt sich dort etwa ein Mehrgenerationenprojekt in Schalksmühle-typischer Bauweise nach dem Vorbild der Primusschule vor. 

Ein anderer Vorschlag, der im Rahmen der Ideenwerkstatt zur Regionale 2025 gemacht wurde, war, dort ein Gesundheitszentrum zu errichten. In 2020 soll aber noch zweimal Leben in die Holzhäuser kommen. Wie Jorg Schönenberg verrät, werden in der ersten Jahreshälfte vom Stadtmarketing initiierte Gesundheitstage und eine Neuauflage des Word-Camps dort stattfinden.

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