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Holzhütten auf altem Sportplatz im MK haben eine Zukunft 

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Von: Thomas Machatzke

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Holzhütten auf dem Sportplatz
Gäste auf Zeit: Die Holzhütten, die 2015 im Zuge der Flüchtlingskrise auf dem Jahnplatz aufgebaut, aber nie von Flüchtlingen bezogen wurden, könnten nun weiterwandern in eines der vom Hochwasser arg betroffenen Gebiete. © Thomas Machatzke

Seit 2015 stehen die Holzhütten auf dem Schalksmühler Jahnplatz. Angeschafft für Flüchtlinge, die dann aber doch nicht in so großer Zahl nach Schalksmühle kamen. Die Hütten stehen seitdem leer. Nun aber könnten sie eine neue Bestimmung finden.

Schalksmühle – Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Herbst 2015 wurden sie auf dem alten Jahnplatz an der Bergstraße aufgebaut, sollten im Falle eines Falles Flüchtlingen eine Herberge bieten. Doch der Fall des Falles ist nie eingetreten. Und nun, nach sechs Jahren, könnte es sein, dass die 16 Holzhütten die Gemeinde wieder verlassen – ohne dass je einer in ihnen gewohnt hat. Außen ein wenig verwittert, aber innen alles andere als verrottet.

„Wir sind schon länger dabei, Lösungen zu finden“, sagt Ralf Bechtel, Leiter des Technischen Bauamtes der Gemeinde, „und zwar unter Rückführung von Finanzmitteln. Natürlich wird das nur ein kleiner Wertersatz sein, aber immerhin.“ Bisher zerschlugen sich indes alle Bemühungen an einem Problem: Wer so ein Holzhaus haben möchte, muss es als Schwertransport an einen anderen Ort bewegen.

„Das ist schwierig und teuer, gerade wenn man ein Haus einzeln sieht. Die Einzelvermarktung ist an der Logistik gescheitert“, sagt Bechtel und ist froh, dass nun mit Hilfe des KERN, des Kommunalen Energie- und Ressourceneffienz-Netzwerks der Enervie-Gruppe für Südwestfalen, eine neue Möglichkeit im Raum steht. Sie steht dort sogar so präsent, dass sich kurzfristig etwas tun könnte.

Holzhütten auf altem Sportplatz im MK haben eine Zukunft

Es geht im KERN-Netzwerk um Klimaschutz, um die Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen, um ein lokales Handeln für die große globale Aufgabe. Mit Hilfe des Netzwerkes könnte es nun sein, dass die Gemeinde Schalksmühle das Gros der Häuser als Hilfe für den bevorstehenden Winter in vom Hochwasser besonders betroffene Gebiete abgibt. Möglicherweise ins Ahrtal, vielleicht aber auch – in kleinerer Zahl – ins benachbarte Altena.

„Es gibt im Moment noch unterschiedliche Ideen“, sagt Bechtel, „und dabei zwei Ansätze: Entweder könnten die Häuser 1:1 abgebaut und zum Beispiel im Ahrtal wieder aufgebaut werden. Die zweite Variante ist, dass die Häuser von einem professionellen Recycling-Unternehmen zerlegt werden. Dann könnten zum Beispiel ein Fenster oder auch eine Tür mit der Zarge einzeln vermarktet werden. Für den Käufer hätte das einen Preisvorteil, der Verkäufer hätte keine Kosten für die Entsorgung, und auch in der Energiebilanz würde man so gewinnen. Es geht darum, Ressourcen zu schonen. Die Häuser sind ja nutzbar, fast neuwertig, noch gar nicht verwohnt.“

Bechtel will sich zu einer möglichen Lösung nicht zu konkret äußern, denn es handele sich „noch um zerbrechliches Pflänzchen“. Auch wenn sich auf beiden Seiten inzwischen ein klares Interesse herauskristallisiert habe. „Aber ich sehe es als realisierbar an“, sagt er, „wir brauchen jetzt konkrete Angebote. Dann könnte alles ganz schnell gehen.“

Ich sehe es als realisierbar an. Wir brauchen jetzt konkrete Angebote. Dann könnte alles ganz schnell gehen.

Ralf Bechtel über die Verkaufskonstellationen

Neben dem Geld für die Gemeindekasse hätte ein Deal zwei weitere positive Aspekte für die Gemeinde. „Das KERN-Netzwerk führt eine CO2-Bilanz für alle Kommunen. Da würden wir mit dem Verkauf der Häuser einen großen Sprung machen“, sagt Bechtel.

Außerdem: Die Heizungsanlage, die 2015 für den Häuserpark angeschafft wurde, die seinerzeit sogar ganz bewusst überdimensioniert für 32 Häuser ausgelegt wurde und seitdem die 16 Häuser sparsam, aber ausreichend geheizt hat, damit sie nicht verrotten, könnte von der Garage am Jahnplatz ins Rathaus wandern.

„Die Heizung im Rathaus ist schon älter“, sagt Ralf Bechtel, „nach 30 Jahren müsste man sie ohnehin tauschen. Viel fehlt da nicht mehr, sodass der Umbau auch fürs Rathaus eine gute Sache wäre.“ Und dies sowohl aus finanziellen Gesichtspunkten als auch für die Umweltbilanz, denn die Heizung am Jahnplatz ist die deutlich modernere und damit auch umweltfreundlichere.

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