Höhere Abgaben für Tierheim?

SCHALKSMÜHLE - Im Rahmen der Sitzung des Gemeinderates nutzte der CDU-Bürgermeisterkandidat Jörg Weber den Punkt Fragestunde für Einwohner, um verschiedene Fragen an die Verwaltung zu richten.

Er machte zunächst darauf aufmerksam, dass auf Spielplätzen im Gemeindegebiet zum Teil Geräte abgebaut wurden. In Linscheid sei seit dem vergangenen Jahr eine Schaukel nicht mehr vorhanden. Weber wollte wissen, wann die Geräte wieder aufgestellt werden.

Oliver Emmerichs vom Fachbereich Planen und Bauen sagte dazu, dass er davon ausgeht, dass die Geräte in diesem Sommer wieder aufgestellt werden. Der Grund für die Verzögerungen seien Sicherheitsbestimmungen, die eingehalten werden müssten. „Die Schaukeln wurden zum Teil abgebaut, weil sie defekt waren“, sagte Emmerichs.

Bürgermeister Jörg Schönenberg ergänzte, dass die Verwaltung hier Vollgas geben werde. „Bei einem Spielplatz muss aber der komplette Fallschutz erneuert und diese Maßnahme ausgeschrieben werden. Das wird die Durchführung etwas verzögern. Aber wir sind am Ball.“

Ein weiterer Punkt, den Jörg Weber ansprach, war die Beförderung der Kinder während der Ferienspaß-Aktion. Hintergrund ist, dass die Gemeinde in diesem Jahr keinen Sonderbus für den Transport der Kinder einsetzen wird. Weber teilte mit, dass einige Eltern Schwierigkeiten hätten, ihre Kinder zum Ferienspaß an der Spormecke zu bringen, da auch die Schulbusse in den Ferien nicht verkehren. Zudem fahre der Bürgerbus nicht zu passenden Zeiten oder sei zu klein. Weber bat die Verwaltung, hier noch einmal zu prüfen, ob ein anderer Transport möglich gemacht werden kann.

Bürgermeister Jörg Schönenberg wies darauf hin, dass die Gemeinde die einzige Kommune war, die überhaupt einen Transport während der Ferienspaß-Aktion anbot, und dass das sehr kostenintensiv sei. „Für Ortsteile, wo gar nichts geht, müssen wir uns natürlich Gedanken machen. Ich habe den Bus des Jugendzentrums ja selbst ins Gespräch gebracht und wir müssen jetzt die Anmeldungen abwarten, um zu wissen, wo die Kinder wohnen und abgeholt werden müssen“, sagte Schönenberg. Eine gewisse Flexibilität der Eltern könne aber auch erwartet werden.

Jörg Weber machte zudem auf einen Zeitungsartikel aufmerksam, in dem der neue Vorsitzende des Tierschutzvereins, Thomas Höllmann, kritisierte, dass sich die Gemeinde Schalksmühle „als reichste Kommune in NRW“ nicht vorbildlich hinsichtlich der Abgaben pro Einwohner für das Tierheim Dornbusch zeige. Vorgesehen sei, dass die Stadt Lüdenscheid und die Gemeinde Schalksmühle 50 Cent pro Einwohner an das Tierheim ableiten. Das geschehe jedoch nicht, wie Höllmann im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Vereins erklärte. Wenn sich auf der Einnahmeseite nichts tue, könnte es passieren, dass das Heim geschlossen werden müsse.

Jörg Weber fragte daher, wie viel die Gemeinde aktuell für das Tierheim zahlt und was es mit den 50 Cent auf sich habe. Bürgermeister Schönenberg sagte, dass das ein altbekanntes Problem sei und er den Hinweis von Thomas Höllmann, dass die Gemeinde die reichste NRWs sei, für polemisch halte. Damit spielte Schönenberg darauf an, dass nicht die Kommune reich ist, sondern lediglich im Vergleich der Einkommensmillionäre mit an der Spitze im Land stehe.

Er habe gestern bereits mit dem Lüdenscheider Bürgermeister Dieter Dzewas gesprochen. Derzeit zahlen beide Kommunen rund 33 Cent pro Einwohner für das Tierheim. Der richtige Weg sei nun, mit dem neuen Vorstand des Tierschutzvereins Kontakt aufzunehmen und gegebenenfalls die Beträge anzupassen. „Wir richten uns da als kleinere Kommune nach Lüdenscheid“, sagte Schönenberg. Für die zweite Jahreshälfte soll für die Politik eine Vorlage erstellt werden.

Von Alisa Kannapin

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare