Katzen sorgen für volles Haus

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Tierheim-Leiterin Anna-Lena Pieper zeigt zwei der vielen Jungkatzen, um die sich das Tierheim Dornbusch derzeit kümmert.

Schalksmühle - Das Tierheim Dornbusch ist derzeit praktisch „ausgebucht“, das Personal und die vielen ehrenamtlichen Helfer haben alle Hände voll zu tun, die Tiere zu versorgen. Zu schaffen macht dem Team aber nicht die Ferienzeit, sondern ein alljährlich wiederkehrendes Problem.

„Dass Tiere vielleicht wegen eines Urlaubs ausgesetzt worden sind, hatten wir in den vergangenen Wochen nur mal ganz vereinzelt. Bei Hunden ist es in diesem Jahr noch gar nicht vorgekommen. Aber wir haben derzeit auch so mehr als genug Arbeit“, sagt Anna-Lena Pieper, Leiterin des Tierheims. Für diese sorgen die vielen wild lebenden Katzen in Schalksmühle, Lüdenscheid und Umgebung, um die sich das Tierheim in den vergangenen beiden Monaten kümmern musste. 

„Das Problem sind die wilden, nicht kastrierten Katzen, die überall herumlaufen und um die sich niemand schert. Allein im Juni und Juli mussten wir 42 Katzen aufnehmen. Darunter waren 25 Kitten, also Jungkatzen“, sagt Pieper. 

Praktisch täglich kämen weitere hinzu. „Uns erreichen immer wieder Anrufe“, sagt Pieper. Dabei sei die Aufnahmekapazität eigentlich erschöpft und alle 14 Katzenzimmer belegt. 

„Jede Mutter mit ihren Jungtieren benötigt einen Raum, der dann für Wochen blockiert ist“, so Pieper. Vermittelt werden die Jungtiere frühestens im Alter zwischen acht und zwölf Wochen. Zuvor werden die Kitten entfloht und entwurmt. „Jedes Jahr sind es dieselben Bereiche in Schalksmühle und Lüdenscheid, in denen die Probleme mit den wilden Katzen auftauchen. Dort werden die Tiere von Menschen gefüttert, ansonsten fühlt sich aber niemand für sie verantwortlich“, kritisiert Pieper.

Wild lebende Katzen werdem kastriert

Deshalb lässt das Tierheim jedes Jahr möglichst viele wild lebende Katzen kastrieren. „So können wir zumindest verhindern, dass sich die Tiere noch stärker vermehren, aber unsere Arbeit bleibt mindestens auf einem konstant hohen Niveau“, sagt Pieper. 

Eine wirkliche Lösung für das Problem hat die Tierheim-Leiterin nicht. Eine Kastrationspflicht sei zwar wünschenswert, aber auch sehr schwierig zu kontrollieren. Ältere wild lebende Katzen bleiben nach der Kastration übrigens nicht dauerhaft im Tierheim, sondern werden anschließend wieder in ihrer alten Umgebung ausgesetzt.

14 Zimmer gibt es im Tierheim Dornbusch für Katzen. Derzeit sind praktisch alle belegt.

 „Sobald die Tiere älter als vier oder fünf Monate sind, können wir sie kaum noch zähmen, wenn sie nicht an Menschen gewöhnt sind. Sie verkriechen sich dann in einer Ecke und fauchen die Mitarbeiter an oder kratzen. Eine solche Haltung wäre auf Dauer auch nicht mehr artgerecht“, sagt Pieper. Bei den Kitten lege sich die Scheu und Angst vor dem Menschen dagegen meist noch relativ schnell, so dass diese vermittelt werden können.

Ehrenamtliche Helfer als "Katzenkuschler"

 „Wir haben hier mehrere ehrenamtliche Helfer, die sich wirklich intensiv mit den Tieren beschäftigen, damit sie Kontakt zu Menschen aufbauen“, freut sich Pieper über die Unterstützung der „Katzenkuschler“. 

Wer das Tierheim bei dieser Arbeit unterstützen möchte, ist jederzeit in Dornbusch willkommen. Gleiches gilt auch für die Aufzucht der kleinsten Jungtiere. „Derzeit haben wir drei Kitten, die alle zwei Stunden mit der Flasche versorgt werden müssen“, erzählt Pieper. Dies übernimmt das Tierheim allerdings nicht selbst, sondern gibt die Tiere in Pflegestellen in Iserlohn und Meinerzhagen. „Aber auch die sind natürlich irgendwann voll, deshalb können wir Hilfe immer gebrauchen“, sagt Pieper. 

Von den Kitten im Tierheim sind mittlerweile einige für eine Vermittlung reserviert. „Einige Tiere können wir in den nächsten Tagen abgeben, dann sind sie alt genug. Aber wer eine Katze haben möchte, hat hier bei uns weiterhin große Auswahl“, sagt Pieper. Interessierte können sich unter der Rufnummer 0 23 55 /63 16 informieren, oder zu den Betriebszeiten einfach im Tierheim im Schalksmühler Höhengebiet vorbeischauen.

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