Herausragende Grimassen alleine überzeugen nicht

Ken Bardowicks setzte auf Showeffekte.

SCHALKSMÜHLE ▪ „Comedy, Zauberkunst und andere Überlebensstrategien“ waren für Freitagabend im PZ Löh angekündigt. Irgendwo dazwischen bewegte sich das, was Ken Bardowicks vor ausverkauftem Hause bot.

Seine kleinen Zaubereien lebten von den Gags und Geschichten, die er erzählte, seinen mitunter slapstickhaften Einlagen, und – nicht zu vergessen – den Grimassen, die er meisterhaft zu ziehen verstand: Die Leidensmiene, mit der seinem Publikum vorgaukelte, Rasierklingen geschluckt und anschließend mit einem Bindfaden wieder herausgezogen zu haben, war nicht weniger gekonnt, wie der verblüffte Gesichtsausdruck, als ihm plötzlich ein roter Damenschuh in die Hände fiel. Den Zuschauern gefiel es – zwei Zugaben waren fällig. Danach stellte sich Bardowicks an den Ausgang, um DVDs zu verkaufen und zu signieren.

Dennoch: Überraschendes gab es wenig. Er zeigte altbekannte Tricks, bei denen Nicht-Zauberer sich immer wieder fragen, wie sie wohl funktionieren. Spielkarten und Zauberseil kamen ebenso zum Einsatz wie Quietsche-Entchen Susi mit zwei ihrer Kollegen. Die drei nutzte Bardowicks unter anderem für eine Abwandlung des Hütchenspiels, mit dem gerne unbedarfte Touristen abgezockt werden. Auch bei Bardowicks schaffte es keiner, die Ente herauszufinden, die als einzige noch quietschte. Der entflammte 50-Euro-Schein tauchte auch unversehrt wieder auf.

Den Rahmen für seine recht alltäglichen Zaubereien lieferte Bardowicks mit seinem Mundwerk. Bei allem Witz blieb er dabei aber immer ziemlich brav, so dass der Abend vor sich hinplätscherte. Die herausragenden Grimassen reichten nicht aus, um einen bleibenden Eindruck zu erzeugen.

Von Bettina Görlitzer

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