Helfer für Digitalisierung: Pandemie zwingt zum Umdenken 

Die Digitalisierung in der Gemeinde wird durch die Corona-Pandemie beschleunigt. So hat die Verwaltung bereits iPads und Laptops oder Giga Cubes zur Verbesserung des Wlan-Empfangs anschaffen müssen.
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Die Digitalisierung in der Gemeinde wird durch die Corona-Pandemie beschleunigt. So hat die Verwaltung bereits iPads und Laptops oder Giga Cubes zur Verbesserung des Wlan-Empfangs anschaffen müssen.

Die Pandemie zwingt auch die Gemeindeverwaltung zum Umdenken. Da die digitale Infrastruktur gerade in dieser Zeit besonders wichtig geworden ist, möchte Bürgermeister Jörg Schönenberg einen Digitalisierungshelfer in Vollzeit zur Unterstützung der Schulen einstellen. Auch sonst ist in Sachen Digitalisierung in Schalksmühle einiges im Gange. 

Schalksmühle – Wie wichtig die digitale Infrastruktur an den Schulen ist, zeige sich gerade in der Zeit der Corona-Pandemie, so ist es in einem Antrag der FDP-Fraktion zu lesen. Dieser war Thema im Rahmen der Sitzung des Ausschusses für Kinder, Jugend, Schule und Soziales. „Die bis heute völlig unzureichende Netzanbindung ist in den Schulen – bis zum Anschluss an das Glasfaser – durch Giga Cubes notdürftig überbrückt worden“, heißt es in Richtung Bürgermeister Jörg Schönenberg.

Digitalisierungshelfer

„Aus Sicht der FDP-Fraktion brauchen die Schulen zukünftig mehr administrative Unterstützung bei der Implementierung der IT-Infrastruktur und bei der Einführung notwendiger Softwarelösungen.“ Die FDP fordert die Verwaltung auf, die Maßnahmen vorzustellen, mit denen sie „diesen wichtigen Prozess zukünftig sicherstellen wird“. Der Bürgermeister verwies zu diesem Punkt auf seine Haushaltsrede, in der neben dem Punkt Klimaschutz auch das Thema Digitalisierung ganz oben stünde. Ab 1. April wird die Gemeinde eine IT-Fachfrau in Vollzeit anstellen. Sie soll dem EDV-Bereich im Fachbereich I zugeordnet sein. Zudem möchte der Verwaltungschef im Stellenplan eine weitere ganze Stelle schaffen. Die Kosten dafür würden sich auf 80 000 Euro belaufen – eine einmalige Förderung in Höhe von 30 000 Euro durch das Land NRW sei möglich.

„Im Rahmen des Haushaltes werde ich diesen Schritt dem Rat empfehlen. Durch die Pandemie sind wir alle in dieser Sache Getriebene. Unter dem Strich können wir nur so die Schulen vernünftig betreuen“, betonte Jörg Schönenberg. In diesem Zusammenhang forderte Klaus Nelius (UWG) die Landesregierung auf, solche Stellen jährlich zu fördern („Die Kommunen bleiben wieder auf den Kosten sitzen.“) und bat den Bürgermeister dieses Anliegen dem Städte- und Gemeindebund vorzutragen. Lutz Schäfer (SPD) zeigte sich in der Sitzung überrascht, dass der Verwaltungschef nun einen Digitalisierungshelfer „aus dem Hut zaubert“ („Dass etwas getan werden muss, ist schon länger klar.“). Seine Fraktion habe bereits 2019 eine solche Unterstützung vorgeschlagen. Dieser Vorstoß sei aber aus Kostengründen zurückgestellt worden und habe wenig Resonanz der anderen politischen Lager erfahren.

Jörg Schönenberg reagierte auf diese Kritik: „Auch ein Bürgermeister lernt in der Praxis. Und neue Wege brauchen einen Anstoß.“ Er beziehe seine Aussage zum einen auf die Pandemie und die Umbrüche in der Gesellschaft. Aber zum anderen auf den Antrag der FDP. Schützenhilfe bekam der Verwaltungschef hingegen von Fachbereichsleiterin Anja Wolf, zuständig für die heimischen Schulen, für Bildung und die Kultur in der Gemeinde: „Auch die Musikschule, die Kindertagesstätten und das Schalksmühler Jugendzentrum möchten digitaler werden. Deshalb ist das eine sehr erfreuliche Entscheidung des Bürgermeisters.“

Sofortausstattung

Wie digital sind die beiden Schalksmühler Schulen? Diese Frage kam in der Sitzung ebenfalls auf. Nektarios Stefanidis, zuständiger Sachgebietsleiter der Gemeinde, erklärte dazu, dass die Verwaltung im Rahmen des Sofortausstattungsprogramms der Landesregierung NRW für Schulen die beiden Schalksmühler Einrichtungen die Möglichkeit erhalten hatten, sowohl für Lehrkräfte als auch für bedürftige Schüler Endgeräte zu bestellen.

Nach einer Bedarfsabfrage im August 2020 wurden vor Kurzem die gewünschten Geräte ausgeliehen. Es gingen 70 Microsoft Surface GO 2 an die Schüler und 60 an die Lehrer der Primusschule. Die Schüler der Grundschule erhielten 20 iPads, die Lehrkräfte 15 Notebooks. Die Förderung für die Geräte der Lehrkräfte beläuft sich auf 37 000 Euro (ohne Eigenanteil). Die Förderung der Geräte für die Schüler schlägt mit 41 870 Euro zu Buche. Hinzu kommt der Eigenanteil der Gemeinde in Höhe von 4650 Euro.

Digitalpakt

Im Rahmen des Digitalpakts können, so führte es Stefanidis weiter aus, von der Gemeinde Fördermittel in Höhe von insgesamt 184 995 Euro für beide Schulen abgerufen werden, zuzüglich eines Eigenanteils in Höhe von zehn Prozent. Mit beiden Schulen hätten bereits Gespräche stattgefunden, um das notwendige technisch-pädagogische Einsatzkonzept für jede Schule zu erstellen. Die beiden Konzepte seien fast fertiggestellt und würden zeitnah an die Bezirksregierung gesendet, sobald alle anstehenden Kosten ermittelt sind. Zurzeit könne der Eigenanteil der Gemeinde noch nicht konkret beziffert werden.

Die Konzepte:

Da der Ausbau der digitalen Infrastruktur in beiden Einrichtungen bereits „gut aufgestellt“ sei, könnten nicht alle Wünsche der Schulen gefördert werden. Deshalb stünden auf der Liste hauptsächlich weitere Geräte, sagte Nektarios Stefandis. Unter anderem sollen an der Primusschule ein elektronisches Mikroskop, eine Dokumentenkamera, ein hochauflösender Beamer, eine Faltleinwand und Lautsprecher angeschafft werden.

Neben kleineren baulichen Maßnahmen wünsche man sich an der Grundschule Geld für die Verschiebung eines Netzwerkschrankes, den Ausbau des Wlan-Netzes im Forum und in der Turnhalle, weitere Beamer für die Klassenräume, ebenfalls eine Dokumentenkamera, digitale Tafeln, weitere iPads sowie Drucker- und Kopiergerät für die Klassenzimmer. Ein Teil der Fördersumme soll in beiden Schulen auch für Lehrerfortbildungen zum digitalen Unterricht verwendet werden.

Insgesamt möchte die Gemeinde hierfür 90 000 Euro (zuzüglich zehn Prozent Eigenanteil) aus dem Fördertopf verwenden. Weitere Details zu den Inhalten der Konzepte könnten erst zur nächsten Sitzung des Ausschusses am 1. Juni benannt werden. Der Sachgebietsleiter wies darauf hin, dass in einem weiteren Schritt Folgeanträge im Verlauf des Jahres möglich seien, solange, bis die gesamten bewilligten Fördermittel aufgebraucht sind.

Giga Cubes

In einer anderen Sache nahm Jörg Schönenberg das Heft kurzum in die Hand. So fehlen laut Jan Schriever (FDP) der Primusschule weitere Giga Cubes zur Sicherstellung einer stabilen Wlan-Verbindung in dem Schulgebäude. Zwei Geräte müssten bis zum 22. März dringend beschafft, fünf weitere, wenn alle Schüler wieder am Präsenzunterricht teilnehmen können. Derzeit sind bereits fünf Cubes im Einsatz.

Der Politiker stellte deshalb den Antrag, die Geräte zu erwerben. „Die Situation ist für die Schüler schon schwer genug. Und bis zum Glasfaserausbau sind es noch gut eineinhalb Jahre.“ Der Bürgermeister bezeichnete die Anschaffung als „laufendes Geschäft der Verwaltung“. Man werde tätig, um eine Wlan-Versorgung sicher zu stellen. Bei Kosten von 70 Euro pro Gerät pro Monat kämen keine Unsummen zusammen.

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