Trotz Konjunkturflaute: Azubis liegen weiter im Trend

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Heimische Unternehmen setzen trotz Konjukturschwäche weiterhin auf Auszubildene gegen den Fächkräftemangel. So ist Dennis Kirschner einer von insgesamt 19 Azubis bei Schnöring in Schalksmühle.

Schalksmühle - Der heimischen Metall- und Elektroindustrie geht es nicht schlecht, aber auch nicht richtig gut, heißt es aus Arbeitgeberkreisen. Die etwas negative Grundstimmung in den Betrieben schlägt sich bislang aber noch nicht auf dem Arbeitsmarkt nieder.

Auch in Schalksmühle legen die Unternehmen weiter viel Wert auf „Nachwuchsförderung“. Die Bereitschaft, Auszubildene einzustellen, sei grundsätzlich weiterhin hoch, sagt Christian Lepping, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes M+E Lüdenscheid, der rund 220 Unternehmen mit 26 500 Mitarbeitern in Lüdenscheid, Schalksmühle, Halver, Kierspe, Meinerzhagen und Herscheid vertritt.

Im vergangenen Jahr seien in diesen Betrieben 1047 Auszubildene beschäftigt gewesen. „Viele Unternehmen haben schon länger erkannt, dass Ausbildungen für die langfristige Nachwuchssicherung ein wichtiger Baustein sind“, so Arbeitgebervertreter Lepping. Dieses Engagement setze aber voraus, dass sich die wirtschaftliche Lage nicht verschlechtert und dass sich die Kosten der Ausbildung nicht wesentlich verteuern.

Auch beim Schalksmühler Metallverarbeitungsunternehmen Schnöring haben die Verantwortlichen die Auszubildenden im Fokus. Alleine für 2016 habe der Betrieb über 70 Bewerbungen erhalten, sagt Personalreferent Olaf Baum. „Bei uns kommen auf eine Stelle im Schnitt elf Bewerber. Das ist eine brauchbare Quote.“

Unternehmen sind aktiv gegen den Fachkräftemangel

Über Jahre hinweg habe man an der Jahnstraße gezielt über Bedarf ausgebildet. Aktuell kommen auf 184 Mitarbeiter 19 Azubis im gewerblich, technischen sowie im kaufmännischen Bereich. Damit kämpft das Unternehmen aktiv gegen den herrschenden Fachkräftemangel: „Fast jeder Azubi hat bei uns eine Übernahmechance“, erklärt Baum. Im laufenden Jahr werde man aber nur noch nach Bedarf ausbilden.

Die Schnöring-Azubi Niklas Beisenbusch (rechts) und Marco Ciesla profitieren vom Trend.

Ausbildungsplätze anzubieten, dass sei für die vielen kleinen und mittleren Metall- und Elektrofirmen in der Region nicht leicht, weiß Christian Lepping. „Die Kosten für die Azubis sind eine wichtige Frage. Es ist aber auch schwierig, junge Menschen für gewerblichkaufmännische Ausbildungsberufe zu begeistern. Dabei sind gerade in diesem Bereich in der heimischen Metall- und Elektroindustrie langfristig die Entwicklungschancen sehr gut, sagt Lepping.

„Es wäre schön, wenn mehr junge Leute in die Region ziehen würden. Natürlich ist das eine wirtschaftliche und soziale Herausforderung. Aber gerade für Menschen im Alter von 18 oder 19 Jahren bieten sich nicht nur in Ballungszentren, sondern auch hier beste Chancen.“

Doch nicht immer ist bei den potenziellen Auszubildenen genug Flexibilität vorhanden, das musste auch Olaf Baum vermehrt erfahren. „Generell sollten Azubis für eine Lehrstelle auch umziehen können. Als Unternehmen unterstützen wir unsere neuen Mitarbeiter auch bei der Wohnungssuche. Doch viele schauen sich eher im Nahbereich nach einer Stelle um.“

Der Personalverantwortliche kann diese Entscheidung aber auch nachvollziehen: „Leider haben immer mehr junge Menschen keinen Führerschein. Und die Anbindung mit dem Öffentlichen Nahverkehr ist hier eher schlecht."

Betriebe rühren die Werbetrommel für Lehrstellen

Um auch zukünftig Nachwuchskräfte einstellen zu können, rühren die Unternehmen die Werbetrommel. „Wenn wir nichts tun, dann kommen wir auch nicht weiter“, sagt Personalreferent Olaf Baum. Heimische Ausbildungsmessen seien daher für Schnöring weiterhin sehr wichtig. Die Auszubildenen seien für das Unternehmen ein strategisches Mittel für die Zukunft.

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