Heiligabend ist „ein besonders schöner Arbeitstag“

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Pfarrerin Doris Korte (Zweite von rechts) in der Hülscheider Kirche bei den Proben ihres Krippenspiels für Erwachsene. Im Bild die Mitspieler Renate Fischer (links), daneben Berenike Grau, Eva Fischer und Viktoria Wilms (rechts).

Schalksmühle -  „Anspannung schon, aber eine tolle Anspannung.“ Doris Korte, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Hülscheid-Heedfeld, blickt dem Heiligen Abend in froher Erwartung entgegen. Wie für ihre Kollegen in den benachbarten Gemeinden und Pfarreien ist der hohe Feiertag für sie ein „Arbeitstag, aber ein besonders schöner.“

Wenn andere zur Ruhe kommen und sich auf das Fest im Kreise der Familie freuen, hastet Korte wie andere Geistliche von Gottesdienst zu Gottesdienst, um den Menschen die frohe Botschaft zu verkünden. Für drei der fünf Heiligabend-Gottesdienste im Höhengebiet ist sie zuständig. Der 17-Uhr-Gottesdienst in der Hülscheider Kirche mit Krippenspiel für Erwachsene ist dabei auch für sie etwas ganz Besonderes.

„Hauptanliegen ist: Was hat das Weihnachtsfest mit uns heute zu tun?“, so die Pfarrerin, die „richtig viel Arbeit, aber auch mein Herzblut“ in das etwas andere Krippenspiel – alljährlich von ihr geschrieben oder bearbeitet – steckt. „Da könnte ich einen Gottesdienst nach dem anderen feiern.“ Mit fünf Mitspielern und zwei Musikern gibt sie diesmal im Rahmen eines Verwechslungsspiels Anstöße zum Nachdenken. Volle Kirchen an Heiligabend sieht sie als Riesenchance.

Unterwegs in doppelter Mission

Jeweils drei Gottesdienste an Heiligabend „schultern“ Pfarrer Torsten Beckmann und Pfarrer Dirk Pollmann von der Evangelischen Kirchengemeinde Schalksmühle-Dahlerbrück in drei Kirchen und im Seniorenpark Reeswinkel. Gleich in doppelter Mission – als Josef im Krippenspiel und Pfarrer – ist Torsten Beckmann dabei in den 15-Uhr-Familiengottesdienst in der Kreuzkirche eingebunden. Ehefrau Verena führt Regie. 30 Kinder machen mit.

Bei aller Hektik, die die Vorweihnachtszeit durch Adventsfeiern der Gemeindekreise, Probenarbeit und Predigtvorbereitungen für die zeitlich eng aufeinander folgenden Gottesdienste mit unterschiedlichen Zielgruppen mit sich bringt, feiert Pfarrer Beckmann Weihnachten mit Freude. „Der Stress steht nicht im Vordergrund.“ Es gelingt ihm bei allem Zeitdruck, sich auf das Fest der Liebe einzulassen und sich daran zu erfreuen.

„Heiligabend fängt mit der Christmette an“

„Für mich fängt Heiligabend mit der Christmette an“, erzählt Pfarrer Dirk Pollmann, der in diesem Jahr den 23-Uhr-Gottesdienst in der Erlöserkirche übernimmt. Der meditative Charakter der nächtlichen Feier lässt bei ihm ein Gespür für das Geheimnis der Weihnachtsnacht aufkommen. Als anstrengenden, aber auch besonderen und vor allem wichtigen Arbeitstag, „auf den man sich intensiv vorbereitet“ empfindet er den 24. Dezember. „Wenn in der Vesper ‚O du fröhliche’ gesungen wird, reißt mich das auch als Pfarrer mit.“

Bescherung gibt es bei den Pollmanns stets am ersten Weihnachtstag, wenn etwas Ruhe eingekehrt ist. „Die Familie kennt es nicht anders“, lacht der Pfarrer. Geschenke der Paten dürfen die Kinder allerdings schon an Heiligabend auspacken.

Erstmals seit 15 Jahren nicht allein

Auf ein „ganz besonderes Weihnachten“ freut sich Pastor Armin Rogge von der katholischen Pfarrei Christus-König, der an Heiligabend die 22-Uhr-Messe in St. Thomas Morus hält. Gerade hat er das Pfarrhaus in Schalksmühle bezogen und freut sich, dass sein Bruder mit Lebensgefährtin über die Feiertage kommt. „Ich bin das erste Mal seit 15 Jahren nicht allein an Heiligabend“, räumt er ein. „Kein Kartoffelsalat mit Würstchen.“

Über die Menschen, die nur zu Weihnachten und sonst gar nicht oder selten in die Kirche kommen, freut er sich besonders. „Wenn diese Menschen es schaffen, einen Gedanken aus dem Gottesdienst über Weihnachten hinaus zu retten, freue ich mich.“ Wichtig ist ihm, dass die Leute im Gottesdienst merken, „das hat mit mir und meinem Leben zu tun.“ Verheutigen, wie er es nennt, möchte er die Botschaft.

"Was bedeutet Weihnachten in diesem Jahr?"

Auch Pfarrer Claus Optenhöfel, der an Weihnachten ebenso beschäftigt wie Pastor Rogge ist, hat die jeweils aktuelle Lage im Blick, wenn er seine Predigten ausarbeitet. „Was bedeutet Weihnachten in diesem Jahr?“, ist die Frage, mit der er sich schon im Vorfeld lange beschäftigt. Weihnachtsfreude stellt sich bei ihm während der Gottesdienstfeiern ein. „Das geht mir selber durchaus nahe.“ An den Feiertagen verrichtet er unter anderem auch Dienst in Schalksmühle.

Entspannt sehen derweil Pastor Fred Ritzhaupt (FeG), tatkräftig vom Leitungsteam der Gemeinde unterstützt, und Pastor Till Dering (Stadtmission) den Feiertagen entgegen. In Hagen übernimmt Dering einen Gottesdienst. In Schalksmühle gestalten Ehrenamtliche den weihnachtlichen Familiengottesdienst.

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