Hans-Peter Osterkamp beschenkt mehr als 150 arme Menschen an Weihnachten

Zehn freiwillige Helfer waren an Heiligabend mit Hans Peter Osterkamp (2. v. l.) unterwegs und verteilten Hilfspakete an Bedürftige. J

SCHALKSMÜHLE ▪ Der Heilige Abend. Das bedeutet für die meisten Schalksmühler Bratenduft, Kerzenschein und Geschenke unter dem Tannenbaum. Doch auch mitten in unserer Wohlstandsgesellschaft leben Menschen in größter Not.

Um diesen einen schönen Heiligabend zu bescheren, machte sich Hans-Peter Osterkamp gemeinsam mit zehn Freiwilligen am Abend des 24. vom Seniorenpark Reeswinkel aus auf den Weg. „Wir konnten insgesamt 111 Erwachsene und 50 Kinder beschenken“, freut sich Osterkamp. 150 Tüten konnten die Helfer in die Fahrzeuge laden. Bestückt waren diese mit Lebensmitteln, Kinderspielzeug, Kinderkleidung, Schuhen und vielem mehr. „Vor allem über die Kindersachen war die Freude riesengroß“, erzählt Osterkamp. Immer wieder treffen die Freiwilligen Kinder alleine zu Hause an. „Ein Haus hatte Tag und Nacht geöffnete Haustüren. Ohne Strom haben wir hier bis zu acht Kinder alleine angetroffen. Die Eltern waren feiern gegangen“, so Osterkamp. Immer wieder finden die Helfer Situationen vor, in denen die Bewohner in schlichtesten Verhältnissen ohne Heizung und ohne Strom leben. Obwohl sich die Freiwilligen nie ankündigen, werden sie oft schon erwartet. „Ich habe gehofft, dass sie kommen.Ich habe gar nicht mehr zu Essen im Haus“, so begrüßte eine Frau die Helfer.

Vor 25 Jahren hat Osterkamp die Aktion ins Leben gerufen. Damals war er bei der Wohnungslosenhilfe in Lüdenscheid tätig. Daraus hat sich eine gute Tradition entwickelt, für die auch in diesem Jahr wieder viele freiwillige Spenden eingegangen sind. Unter anderem sammelten die Realschule Olpe-Wenden, die Freien evangelischen Gemeinden Mühlenrahmede und Bever, die Evangelischen Kirchengemeinden Altroggenrahmede und Werdohl-Pungelscheid, die Frauenhilfe Schalksmühle, der CVJM Schalksmühle, das Wichernhaus Werdohl sowie viele Privatpersonen, um die Aktion in diesem Jahr zu ermöglichen. Die rund 100 Adressen, die besucht wurden, stammen von Ärzten, Pastoren und Sozialarbeitern, die Hilfebedürftige Menschen kennen. „Einige von ihnen leben von Hartz IV, viele von ihnen sind aber nicht einmal in der Lage, Hartz IV zu beantragen. Deshalb leben sie trotz der staatlichen Unterstützung in sehr großer Not“, so Hans-Peter Osterkamp.

Vorab trafen sich die Helfer im Seniorenpark Reeswinkel, um sich auf ihren Einsatz vorzubereiten. „Wir wollen das Reich Gottes mit dieser Aktion sichtbar machen“, so der Leiter des Seniorenparks, Andreas Mischnick. Noch mehr Freiwillige wären bereit gewesen, den Heiligabend im nasskalten Regenwetter zu verbringen, statt unter der Weihnachtsbaum. „Dreimal so viele haben sich gemeldet, doch wir haben zurzeit einfach nicht die Kapazitäten, sie alle einzusetzen“, so Osterkamp. Im kommenden Jahr soll das anders werden.

Rund fünf Stunden waren die Helfer in Schalksmühle und Lüdenscheid unterwegs. Gegen halb zwölf kehrten sie zurück zum Seniorenpark. Dort wurden sie vom Ehepaar Mischnick mit einem Mitternachtssnack empfangen. „Der Abend war für uns wie ein Geschenk“, so einer der Helfer. „Wir haben viel Dankbarkeit und Freude erlebt.“ Viele werden mit Sicherheit auch im kommenden Jahr wieder mit dabei sein.

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