Hegering gibt Tipps

Risiko für Wildunfälle steigt: So handeln Sie richtig

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Die Mitglieder des Hegerings stellten am Montag an fünf wichtigen Punkten in der Gemeinde Plakatwände auf, die die Verkehrsteilnehmer zur Vorsicht anhalten sollen.

Schalksmühle - Es ist wieder früher dunkel und später hell. Das Risiko für Wildunfälle steigt. Der Hegering Schalksmühle-Hülscheid gibt Tipps zur Präventionen und zum richtigen Verhalten bei einem Unfall. 

Die meisten Wildunfälle passieren im Oktober. Besonders in den frühen Morgen- und späten Abendstunden sei das Risiko für Verkehrsteilnehmer besonders hoch, sagt der Deutsche Jagdverband (DJV). Deshalb rufen die Jäger ihre Mitglieder auf, mit besonderen Aktionen auf die Unfallgefahr hinzuweisen.

Laut einer Auswertung von 19 800 Wildunfällen im sogenannten bundesweiten Tierfund-Kastaster aus dem Zeitraum vom 1. September 2017 bis zum 31. August 2019 sterben gerade in diesem Monat besonders viele Rehe (41 Prozent) durch Kollisionen mit Fahrzeugen. Hase und Kaninchen landen mit zehn Prozent auf Platz zwei. Es folgen Fuchs (8 Prozent), Wildschwein (6) und Vögel (6). Danach kommen Marder, Iltis und Wiesel (5). 

Kampagne des Hegerings

Um auf die gestiegene Gefahr für Tier, aber auch für den Menschen, hinzuweisen, hat der Hegering Schalksmühle-Hülscheid in Eigenregie eine Kampagne des Landesjagdverbandes NRW aufgegriffen und neben Duftzäunen und Reflektoren an Straßenrändern an fünf Punkten im Gemeindegebiet große Plakatwände mit Warnhinweisen aufgestellt. „Wir wollen damit die Autofahrer warnen und das Wild schützen“, erklärt Dirk Vedder, Vorsitzender des Hegerings. 

Um für das bundesweite Tierschutz-Kataster belastbare Zahlen zu erhalten, ist es mittels einer kostenlosen App (für Apple- und Androidgeräte) erstmals möglich, Wildunfälle nach bundesweit einheitlichen Standards zu erfassen. Mit der App „Tierschuz-Kataster) können Tierfunde ortsgenau gemeldet und Wildunfallschwerpunkte eingesehen werden

Alleine im vergangenen Jahr habe es in Schalksmühle zwischen 60 und 70 Wildunfälle (teilweise sogar mit Fallwild, also einem toten Tier) gegeben. „Das sind allerdings nur die offiziellen Zahlen. Die Dunkelziffer liegt noch weitaus höher. In der Unfallstatistik werden nur die Vorfälle mit Personenschaden aufgeführt“, ergänzt Presseobmann Thimo Lückmann, der die eigentliche Fallwild-Zahl in NRW mit rund 30 000 benennt. 

Aufprall enorm

Welchen Schaden ein solcher Unfall anrichten kann, rechnet Lückmann vor. „Wenn ein Auto ein Reh mit einem durchschnittlichen Gewicht von 20 Kilogramm mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h trifft, dann beträgt das Aufpralltempo eine halbe Tonne.“ Die Konsequenz: ein totes Tier und enorm hoher Personen- und Sachschaden. Seit Montag werden die Verkehrsteilnehmer an der Hälverstraße, auf Höhe Einmüdung Herberge, im Zentrum, an der Spormecke/ Klagebach, im Bereich Rotthausen und in Winkeln, Fahrtrichtung Altena gewarnt. Dort passieren laut des Hegerings häufiger Unfälle mit Wildtieren. 

Im Notfall: Schritttempo

Die Jäger geben den Verkehrsteilnehmern mit auf dem Weg, besonders vorsichtig zu fahren – notfalls mit Schritttempo – oder gar komplett abzustoppen, wenn man Wildtiere am Straßenrand entdeckt. Im Ernstfall hingegen sollte auf keinen Fall stark gebremst oder ein Ausweichmanöver gestartet, sondern die Kollision in Kauf genommen werden. 

Polizei informieren

Bei einem Unfall sollte auf jeden Fall die Polizei gerufen werden, die die Meldung dann an den entsprechenden Jäger oder Pächter des jeweiligen Revieres weiterleitet. Dieser entfernt dann den Kadaver von der Straße. Dies sollte auch geschehen, wenn das Wild nicht mehr am Unfallort liegt, sondern weggelaufen ist. So kann es später vom Jäger erlöst werden.

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