Baumaßnahme in Heedfeld

Anwohner fürchten um ihre Bäume: Wichtige Verbindungsstraße im MK wird saniert

UWG Bürgergespräch
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Erstes Online-Bürgergespräch der UWG: Ein Thema hat die Runde aus Politikern und Anwohner. Es geht um einen Teilabschnitt der Heedfelder Straße, der verändert wird.

Das erste Online-Bürgergespräch der UWG Schalksmühle traf am Montagabend auf große Resonanz. Insgesamt nahmen 18 Personen an der Besprechung teil. Einziges Thema waren die geplanten Baumaßnahmen an der Heedfelder Straße, wobei es sich diesmal um den Abschnitt von der Ortseinfahrt Heedfeld bis zum geplanten Kreisel drehte.

Heedfeld - An dem Online-Meeting nahmen, neben zahlreichen Anwohnern, unter anderem als Vertreter der UWG Schalksmühle André Trimpop (1. Vorsitzender), Klaus Nelius (Fraktionsvorsitzender), Roman Bossart, Harald Haböck und Bernd Müller teil.

Die geplanten Baumaßnahmen werden im Zuge der Großplanung A45 durchgeführt, die eine Ertüchtigung der Ausweichstrecken zur Autobahn vorsieht.

Sanierung zum Teil mit Sperrung

Der Landesbetrieb Straßen.NRW plant in diesem Zusammenhang, den entsprechenden Teilabschnitt der Heedfelder Straße im Zuge der Sanierungsmaßnahmen halbseitig zu sperren, wobei für die Sanierungsarbeiten Sträucher und Bäume beseitigt werden müssen, die sich in Teilen auf Grundstücken der Anlieger befinden. Diese Beseitigung muss und soll nun sehr kurzfristig bis zum 1. März abgeschlossen sein, da danach die Entfernung von Bäumen und Sträuchern aufgrund des Vogelschutzes nicht mehr möglich ist.

Erschwerend kommt im Zusammenhang mit den Baumaßnahmen noch der Umstand hinzu, dass Bürger über Jahrzehnte Gemeindegrund, ohne, dass sie dies wussten, mitgenutzt haben und diese Information nun einige Anlieger im Zuge der Baumaßnahmen kurzfristig und völlig unerwartet trifft.

Zahlreiche Anwohner fühlen sich nun, obwohl die meisten Heedfelder die Maßnahmen grundsätzlich sehr begrüßen, von Straßen.NRW nicht ausreichend informiert. „Ich habe mich bezüglich dieser Maßnahme im Vorfeld erkundigt und mich an Olaf Bühren von Straßen.NRW gewandt“, erklärte dazu der Vorsitzende der UWG-Fraktion, Klaus Nelius. Nelius’ Einladung, am Online-Bürgergespräch teilzunehmen, konnte Bühren jedoch ebenso wenig annehmen wie die zur Teilnahme an der Bauausschusssitzung, die heute ab 17 Uhr in der Turnhalle Spormecke stattfindet. Derzeit sind die Mitarbeiter von Straßen.NRW aufgrund der Corona-Pandemie angewiesen, an Präsenzveranstaltungen generell nicht teilzunehmen.

Alle waren sehr überrascht darüber, dass die Arbeiten am Kreisel zurückgestellt werden, aber die Straße jetzt bereits gemacht werden soll.

Heide Bachmann, Anwohnerin

Dennoch besteht seitens der Anwohner, auch aufgrund der Tatsache, dass die Maßnahmen bereits in den kommenden Tagen stattfinden sollen, akuter Gesprächsbedarf, wie Bernd Müller (UWG) bekräftigte. „Hier reicht es nicht, darauf hinzuweisen, dass die Anwohner ja bei Straßen.NRW anrufen können, wenn sie Fragen haben“, sagt Müller. Denn schließlich handele es sich bei der Entfernung von Sträuchern und Bäumen ja um ganz massive Eigentumseingriffe mit konkreten und individuellen Folgen für die Anwohner wie zum Beispiel dem Wegfall einer Lärmbarriere oder eines Sicht- und Sonnenschutzes. „Da sollte es möglich sein, jeden betroffenen Anwohner – natürlich mit Maske und gebührendem Abstand – zuhause aufzusuchen und die individuellen Sachverhalte zu klären.“

Anwohnerin Heide Bachmann, zu der Straßen.NRW bislang ebenso wenig Kontakt gesucht hat wie zum Beispiel zu Pastorin Doris Korte, die sowohl in Vertretung der Evangelischen Kirchengemeinde Hülscheid-Heedfeld als auch als Privatperson Anlieger des betroffenen Abschnittes der Heedfelder Straße ist, bestand ebenfalls energisch auf einem persönlichen Gespräch mit einem Vertreter von Straßen.NRW.

Ich weiß derzeit nicht sicher, ob meine große Eibenhecke der Maßnahme zum Opfer fällt oder nicht.

Anja Weber, Anwohnerin

„Alle waren sehr überrascht darüber, dass die Arbeiten am Kreisel zurückgestellt werden, aber die Straße jetzt bereits gemacht werden soll“, erklärte Heide Bachmann. Es könne nicht sein, dass Straßen.NRW zwar die Beseitigung der Bäume und Sträucher vornehme, die Anwohner jedoch mit der später notwendigen Aufbereitung ihrer Gärten allein gelassen würden.

Auch Anwohnerin Anja Weber pochte auf einem Einzelgespräch mit Straßen.NRW. „Ich weiß derzeit nicht sicher, ob meine große Eibenhecke der Maßnahme zum Opfer fällt oder nicht“, erklärte Anja Weber.

Persönliches Gespräch mit Straßen.NRW-Mitarbeiter

Ein weiterer Anwohner brach schließlich in einem Punkt auch eine Lanze für Straßen NRW: „Es stellt durchaus ein Entgegenkommen dar, dass die Bäume und Sträucher von Straßen.NRW entfernt werden. Hierfür werden normalerweise ebenfalls die Anwohner mit allen Kosten herangezogen.“

In seinem Fazit am Ende des einstündigen Online-Bürgergesprächs stellte Klaus Nelius klar: „Straßen.NRW ist in der Bringschuld und Bürger müssen sich nicht durchtelefonieren, um ihre individuellen Sachverhalte und Probleme zu klären.“ Klaus Nelius versprach, auch angesichts des Umstandes, dass Olaf Bühren nicht zur Bauausschusssitzung kommen könne, zeitnah ein persönliches Gespräch mit ihm in dieser Angelegenheit zu suchen.

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