Heedfeld: Abwasser drückt ins Haus

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Bis zur Höhe der Türklinke stand das Abwasser am Mittwoch wieder vor der Kellertür – Christina Daume hatte Glück, dass sie alle Abflüsse im Haus, die abgedichtet werden können, gegen solche Rückflüsse aus dem Kanal gesichert hat, aber wenn entsprechende Wassermassen kommen, hilft auch das nicht mehr. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Fäkalien, die durch Abflüsse in der Toilette oder der Badewanne nach oben drücken, Abwasser, das bis über Klinkenhöhe vor der Kellertür steht, alles voll mit Unrat, den andere in ihre Toiletten gespült haben: Für die Heedfelderin Christina Daume war das infolge des Starkregens am Mittwoch bittere Realität. Und doch ist sie diesmal vergleichsweise glimpflich davon gekommen.

Der Dreck lief nicht über den Badewannenrand hinaus, vor dem Eingang zur Waschküche konnte sie mit einer Pumpe verhindern, dass mehr als Rinnsale an beiden Seiten der Tür ins Haus liefen. Christina Daume musste „nur“ schrubben, desinfizieren und warten, bis der Gestank sich verzieht – diesmal.

Vor zwei Jahren, kurz nach ihrem Einzug in die Doppelhaushälfte an der Sterbecker Straße, stand das Abwasser aus dem Kanal fast bis auf Kniehöhe in der gesamten unteren Etage. Als es die Tiefkühltruhe erreichte, sorgte es für einen Stromausfall – und das mitten in der Nacht, während die Familie versuchte, der Situation Herr zu werden. Nachdem das Wasser abgeflossen war, blieb der Dreck, in dem Toilettenpapier noch das harmloseste war. Lediglich das Kinderzimmer konnte sie durch einen Turm von Handtüchern vor der Tür retten, erzählt Christina Daume. Alles andere, gerade von Einzug neu renoviert, musste wieder komplett erneuert werden. Auf 14 000 Euro belief sich der Versicherungsschaden, der längst nicht alle Kosten gedeckt hat.

Woher das Abwasser kommt, ist der Hausbesitzerin inzwischen klar: Direkt vor ihrem Haus laufen in einem Kanalschacht die Anschlüsse der beiden Doppelhaushälften mit dem aus der Zisterne der Siedlung „Auf dem Gartenstück“ zusammen, von dort werden sie gemeinsam in Richtung Sterbecker Straße abgeleitet – in einem Rohr, das für solche Abwassermengen, wie sie bei einem Regenguss wie am Mittwochnachmittag anfallen, viel zu klein ist. Das hätten Installateure nach dem ersten Schaden bestätigt. Die Nachbarn in der anderen Doppelhaushälfte haben die gleichen Probleme, auch bei ihnen drückt das Abwasser immer wieder mal ins Haus, erzählt Christina Daume.

Eine Anfrage der Redaktion bei der Gemeinde Schalksmühle bestätigte, was Christina Daume schon vor zwei Jahren erfahren hatte: Die Gemeinde ist für diesen Kanal nicht zuständig, erklärt Jörg Kückelhaus vom Fachbereich Planen und Bauen. Denn das Gebiet wurde privat erschlossen. Die Gemeinde könne den betroffenen Anliegern beratend zur Seite stehen, mehr gehe bei dieser privatrechtlichen Angelegenheit nicht.

Nach dem ersten Schaden hat Christina Daume alle Schutzmaßnahmen ergriffen, die möglich waren. Dennoch hat sie bei jedem starken Regenguss Angst – zurecht, wie sich jetzt bestätigte. Sie wollte schon bald mit ihrem Sohn in den Urlaub fahren – aber sie wagt gar nicht dran zu denken was passiert, wenn sie mal nicht zuhause ist und schnell reagieren kann. ▪ gör

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