Haufenweise Ärger wegen Hundekot

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Der Milchviehhalter Jörg Plate, der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Lüdenscheid-Schalksmühle-Altena, Joachim Spelsberg, und Kreisgeschäftsführer Landwirtschaftsverbandes MK, Ludwig Krämer (von links) montieren ein Schild. ▪

MÄRKISCHER KREIS ▪ Die Landwirte im Kreis haben die Nase voll: Wiesen und Weiden an Wohngebieten werden als „Hundeklos“ missbraucht. Das sorgt für haufenweise Ärger: das Gras und damit das Heu und die Silage sind verunreinigt. Krankheiten bis hin zu Totgeburten sind beim Milchvieh die Folgen. Hinweisschilder sollen nun die Hundehalter sensibilisieren.

„Aber doch nicht in mein Futter“, in großen Lettern steht die Botschaft auf den Schildern – eine Kuh deutet auf einen Hund, der gerade sein „Geschäft“ verrichtet. „Viele Menschen gehen mit dem Hund in der freien Natur spazieren und lassen den Hund laufen. Der macht dann auf die Wiese. Diese sind aber kein Hundeklo“, sagt Joachim Spelsberg. Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Lüdenscheid-Schalksmühle-Altena will daher die Hundehalter sensibilisieren. Gerade auf Weiden, die unmittelbar an Wohngebieten grenzen, seien die Probleme groß.

Hundekot auf Feldern und Wiesen gefährdeten die Erzeugung von Lebens- und Futtermitteln. Der Landwirtschaftliche Ortsverband appelliert an die Hundehalter, ihre Hunde nicht auf Wiesen und Weiden laufen zu lassen.

„Hundehaufen auf der Weide können für Kühe und Jungrinder zur echten Gefahr werden“, warnt Spelsberg. Zum Beispiel dann, wenn Kühe Heu oder Grassilage fressen, das durch Hundekot verunreinigt sei. Hundekot enthalte enorme Mengen an Bakterien.

Beim Mäh- und Erntevorgang könne Hundekot in das Futter gelangen. Wenn Nutztiere dieses Weidefutter fressen, könnten bestimmte Krankheitserreger (wie der Erreger Neosporosa caninum) übertragen werden, die bei Rindern zu Fehl- oder Totgeburten führen können.

Dem Argument vieler Hundebesitzer, Hundekot sei gleich Kuhfladen, Gülle oder Mist, widerspricht Joachim Spelsberg. Fleischfresser müssten von Pflanzenfressern unterschieden werden. „Eine Übertragung von Krankheiten erfolgt hauptsächlich durch Kot von Fleischfressern“, erklärt der Ortsverbandsvorsitzende der Landwirte aus Lüdenscheid. Von verschiedenen Problemen weiß auch der Milchviehhalter Jörg Plate aus Altenlüdenscheid, der in Lüdenscheid am Baukloh eine rund zwei Hektar große Wiese gepachtet hat. „Hier kommen unzählige Leute aus dem angrenzenden Wohngebiet, aber auch aus der Stadt hin und lassen ihre Hunde hier machen. Der Leidtragende bin ich“, verdeutlicht Plate. Daher stellt er gemeinsam mit Joachim Spelsberg und Ludwig Krämer Hinweisschilder auf.

Der Kreisgeschäftsführer des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes sagt: „Wir wollen mit den freundlich und zugleich witzig gestalteten Schildern auf die Gefahren aufmerksam machen. Schließlich essen wir das Fleisch und trinken die Milch der Kühe – somit sind wir alle davon betroffen, wenn das Futter auf eine solche Art und Weise verunreinigt wird.“

Kreisweit sollen die Schilder nun an verschiedenen Weiden aufgestellt werden. Krämer: „Wir haben nichts dagegen, wenn die Leute mit den Hunden gehen, aber sie sollen darauf achten, wohin sie machen.“ ▪ Matthias Clever

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