„Harte Arbeit ist ihr Leben“

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Anlässlich des Weltgebetstages gründete sich unter der Leitung von Marlies Plaßmann ein Projektchor, der während des Gottesdienstes für die Zwischenmusiken sorgte. Marlies Plaßmann (Klavier) und Monika Rüth (Querflöte) begleiteten die Sängerinnen.

SCHALKSMÜHLE - Türkis-blau schimmernd, mit sandigen Farbtönen vermischt schlängelt sich das Tuch, das den Nil darstellen soll, über die Treppen vor dem Altar. Es dient mit Pflanzen, Trögen, einem Brunnen und einer Wüstenlandschaft als Kulisse für den Weltgebetstag der Frauen, den die Schalksmühler Kirchengemeinden gestern in der Kreuzkirche feierten. 2014 gestalteten Christinnen aus Ägypten unter dem Leitspruch „Wasserströme in der Wüste“ den Weltgebetstag.

In Schalksmühle planten zahlreiche Frauen der Schalksmühler Kirchengemeinden seit mehreren Wochen diesen besonderen Tag, der zeitgleich in 170 Ländern begangen wird, und den ökumenischen Gottesdienst.

In diesem Jahr richtete der Frauentreff der Kreuzkirche unter der Leitung von Irmtraud Quenzel und Enid Lal den Weltgebetstag aus. Dazu luden die Organisatorinnen die rund 90 Frauen vor dem Gottesdienst zunächst zu einem gemeinsamen Kaffeetrinken ein. Für das Buffet mit Kuchen und Schnittchen sorgten sowohl Mitglieder der Katholischen Kirchengemeinde St. Thomas Morus als auch der Frauenhilfe Heedfeld. Die Freie evangelische Gemeinde nahm nach mehrjähriger Pause auch wieder am Weltgebetstag teil.

Um auch berufstätigen Christinnen die Teilnahme am Gottesdienst zu ermöglichen, hatten die Organisatorinnen die Veranstaltung nach hinten verschoben. „Schade ist, dass heute trotzdem nur wenige jüngere Frauen teilnehmen“, sagte Irmtraud Quenzel.

Sie begrüßte die Christinnen zu Beginn und stellte kurz Ägypten vor. „Die Bevölkerung ist sehr jung. Sechs bis 15 Prozent davon sind Christen. Diese Zahlen schwanken“, erklärte Quenzel. Im Land sei die Nahrung knapp, die Preise hoch. „40 Prozent der Ägypter müssen pro Tag mit einem Dollar oder weniger auskommen. Jeder Sechste ist von Hunger und Armut bedroht.“

Das Land sei gebeutelt. Seit dem Sturz des Präsidenten Mursi und der Muslimbruderschaft i2013 komme es immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen radikaler Islamisten.

Leben schenke Ägypten der Nil, der sich über 1000 Kilometer durch das Land zieht und es fruchtbar macht. Trotzdem gehört Ägypten zu den wasserärmsten Ländern der Welt. Daher drehte sich der Weltgebetstag thematisch rund um das Wasser. In ihrer Predigt berichtete Seelsorgerin Bettina vom Brocke, dass in den ländlichen Gebieten Wasser zu holen mehrmals am Tag zu den Aufgaben der ägyptischen Frauen gehöre.

Wunsch nach Frieden soll erfüllt werden

„Die Frauen schleppen kilometerweit schwere Wasserkanister, um ihre Familien zu versorgen“, sagte vom Brocke. Dazu komme das Kochen oder die Pflege der Tiere. „Wasser zu holen ist harte Arbeit. Harte Arbeit ist das Leben vieler Ägypterinnen.“ Sie wünschte denFrauen und Männern in Ägypten, dass ihr Wunsch nach Frieden und Gerechtigkeit in Erfüllung geht.

Bettina vom Brocke schlug auch die Brücke zu Frauen in Deutschland, die ebenfalls oft an ihre Grenzen kommen würden. Die sich zerreißen würden zwischen Familie, Beruf und dem Drang, allen Erwartungen gerecht zu werden.

Zur Gestaltung des Gottesdienstes hatte der Frauentreff der Kreuzkirche das Anspiel „Jesus und die Frau am Jakobsbrunnen“ vorbereitet. Für die Zwischenmusiken sorgte unter der Leitung von Marlies Plaßmann ein Projektchor aus Mitgliedern der Kirchengemeinden. Plaßmann begleitete den Chor am Klavier, während Monika Rüth Querflöte spielte. Zudem trugen Frauen aus allen Kirchengemeinden Lesungen vor.

Der Frauentreff wird morgen den Gottesdienst in der Kreuzkirche mitgestalten und unter anderem das Anspiel noch einmal vorführen.

Von Alisa Kannapin

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