Hans-Rüdiger Jaeger:„Ich werde nie Rheinländer“

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Hans-Rüdiger Jaeger (rechts) überreichte ein Gemälde von Schalksmühle an Helmut Quenzel. ▪

SCHALKSMÜHLE ▪ Der 1. Oktober 1912 ist der offizielle Gründungstag der Gemeinde Schalksmühle. Aus diesem Anlass überreichte Hans-Rüdiger Jaeger, der älteste noch lebende Enkel eines der beiden Gründer der Firma Gebrüder Jaeger (später Busch-Jaeger), Hans-Curt Jaeger, ein Gemälde der Gemeinde Schalksmühle an den Vorsitzenden des Heimat- und Geschichtsvereins, Helmut Quenzel.

Hans-Rüdiger Jaeger lebt seit vielen Jahren in Bonn und hatte das Bild einer Malerin mit Nachnamen Schuchardt (weitere Informationen zu ihr konnten noch nicht ermittelt werden) im Nachlass seiner Familie gefunden. Das Bild wurde als Auftragsarbeit erstellt. Darüber hinaus brachte Jaeger den Anwesenden im „Haus im Dahl“ bei Kaffee und Waffeln einige Erinnerungen aus seiner Jugendzeit in Schalksmühle näher und referierte auf ungezwungene Weise über die Entwicklung der Elektroindustrie in der Volmegemeinde – zu diesem Thema schrieb Jaeger in den 50er Jahren eine Diplomarbeit. Einleitend ging Hans-Rüdiger Jaeger auf die Firmengeschichte des Unternehmens „Gebrüder Jaeger“ ein.

„Mein Großvater wurde in Leimsfeld geboren, ebenso wie sein zehn Jahre jüngerer Bruder Georg“, berichtete Hans-Rüdiger Jaeger. Leimsfeld war seinerzeit ein Teil der Gemeinde Ziegenhain, seit die beiden Orte fusioniert haben, heißen sie Schwalmstadt.

Bevor sich Hans-Curt Jaeger unternehmerisch betätigte, arbeitete er als Arbeitnehmer in unterschiedlichen Orten in der Region, unter anderem in Balve und Lüdenscheid. Zunächst machte er sich in Lüdenscheid mit dem Unternehmen „Jaeger und Fischer“ selbstständig. Zwischen den beiden Gesellschaftern kam es jedoch zu Meinungsverschiedenheiten, die dazu führten, dass Hans-Curt Jaeger aus dem Unternehmen ausschied. Die Firma, die später unter dem Namen „Fischer und Busse“ agierte, musste Hans-Curt Jaeger Ende des 19. Jahrhunderts 92 000 Mark auszahlen. „Die Bedingung war, dass mein Großvater der Firma, aus der er ausschied, keine Konkurrenz machen durfte“, so Hans-Rüdiger Jaeger. Man behalf sich damit, dass in der auf Schalksmühler Territorium neu gegründeten Firma „Georg Jaeger“ der jüngere Bruder, welcher in der Firma „Jaeger und Fischer“ lediglich als Arbeitnehmer angestellt war, formal als Chef fungierte, während sich Hans-Curt Jaeger zunächst im Hintergrund hielt.

Später wurde das Unternehmen dann in „Gebrüder Jaeger“ umbenannt. Die Firma, die sich auf dem Gelände ansiedelte, auf dem sich heute das Rathaus befindet, etablierte sich fortan als erste Elektrofabrik in der Volmegemeinde.

Mit der Zeit entstanden weitere Unternehmen der Elektroindustrie durch Mitarbeiter des Unternehmens, die sich mit eigenen Betrieben selbstständig machten. Dazu zählte unter anderem die Firma „Kaiser und Spelsberg“, deren Gründer beide leitende Angestellte bei den „Gebrüdern Jaeger“ waren. Hans-Rüdiger Jaeger absolvierte in den Jahren 1949 – 1952 eine Lehre bei „Kaiser und Spelsberg“ als Industriekaufmann und zog danach zum Wohnsitz seiner Eltern nach Heidelberg. „Obwohl ich lange Zeit schon nicht mehr in Schalksmühle lebe, werde ich nie Rheinländer werden“, betonte Hans-Rüdiger Jaeger abschließend. Als Dank für seinen Vortrag und die Stiftung des Gemäldes an den Heimat- und Geschichtsvereins überreichte die stellvertretende Bürgermeisterin Heide Bachmann dem Gast das Wappen der Gemeinde. Darüber hinaus erhielt Jaeger ein Buch mit historischen Abhandlungen und Fotos über die Gemeinde Schalksmühle. ▪ bot

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