Widerstand gegen Windkraft

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Schalksmühle - Das Thema Windkraft könnte langfristig in der Gemeinde in Bewegung kommen, wenn das Unternehmen EnBW Energie Baden-Württemberg seine Pläne umsetzt. Vorgesehen sind drei Windkraftanlagen (WEA) am Worthberg.

Anne und Werner Schmidt aus Halverscheid sind von dieser Entwicklung wenig begeistert. Nachdem die Gemeinde die Vorrangzonen für Windkraftanlagen im vergangenen Jahr aufgehoben hat, ist grundsätzlich im gesamten Gemeindegebiet die Errichtung von solchen Energieerzeugern möglich. In Halver bleiben diese Flächen bisher noch bestehen. 

Die Schalksmühler Politik betrifft die beiden Halverscheider aber direkt. „Wir befinden uns in einer prekären Situation, die wir nicht einfach so auf uns sitzen lassen“, sagen die beiden. Die Anlagen, die zwischen Wippekühl und Halverscheid geplant sind, würden laut den Eheleuten Schmidt nur wenige Hundert Meter von ihrem Wohnhaus entfernt aufgestellt. „Den Investoren liegt nicht der Schutz der Umwelt am Herzen, sondern der größtmögliche Profit der WEA. Die betroffenen Menschen, Tiere und die Eingriffe in die Natur interessieren die Geldgeber und die Grundstücksbesitzer nicht“, formulieren die beiden in einem Brief, der unserer Redaktion vorliegt. 

Betroffen seien nicht nur Menschen in der Gemeinde Schalksmühle, sondern auch Bürger der angrenzenden Gemeinden. In Deutschland werde Stromenergie für viel Geld überproduziert, um sie an der Strombörse für geringes Geld in andere Länder zu verschleudern, heißt es in dem Schreiben weiter. „Damit muss endlich Schluss sein, und es sollen nicht noch mehr Anlagen an Standorten entstehen, die von der Mehrzahl der betroffenen Anwohner nicht gewollt werden. Stromenergie muss wieder für uns Verbraucher bezahlbar werden“, fordern Anne und Werner Schmidt. 

Doch nicht nur die Geldgeschäfte der Unternehmen regen die beiden auf. „Der Lebensraum von Mensch und Tier wird immer mehr begrenzt. Die Natur mit ihrem Naherholungswert wird vergewaltigt und gedemütigt. Sie ist uns über Generationen anvertraut worden. Leider wurde bisher viel vernichtet. Selbst vor Insekten wird nicht mehr Halt gemacht.“ 

Die beiden Halverscheider sind der Ansicht, dass durch die Rotorblätter der Windkraftanlagen nicht nur geschützte Arten, wie der Rotmilan, Fledermäuse und Eulen, sondern auch heimische Sing- und auch Zugvögel getötet werden. Sie fordern ein generelles Verbot von WEA in Wäldern. Stattdessen solle man Energiespeicherplatten an Gebäuden zwingend vorschrieben und die Energie für den Eigenbedarf nutzen. „Was uns bleibt, ist die Wehrhaftigkeit der betroffenen Menschen anzuregen, die nicht nur für sich, sondern auch für die uns anvertraute Flora und Fauna Partei ergreifen. Denn es ist nicht fünf Minuten vor Zwölf, sondern nur noch wenige Sekunden.“

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