Grünpflege: „Öffentlich anders präsent sein“

Heimische und tropische Blütenpracht ziert den Kreisverkehr an der Hälverstraße.

SCHALKSMÜHLE ▪ Die längste Diskussion entstand am Montag im Hauptausschuss um ein Thema, das gar nicht auf der Tagesordnung stand.

Der UWG-Vorsitzende Bernd Müller nutzte die rasch abgearbeitete Zwei-Punkte-Tagesordnung nicht, um möglichst umgehend in den nichtöffentlichen Teil einzusteigen, sondern, um das Thema Pflege von Grünflächen anzusprechen. Müller wollte von der Verwaltung wissen, ob der Bauhof einen Plan oder ein Konzept habe, auf dessen Grundlage die Rasen-, Baum- und Strauchschnitte angegangen werden und welchen Regeln das Freischneiden von Sichtbereichen an Straßeneinmündungen folge. Müller warf der Verwaltung vor, den Bürgern mögliche Verzögerungen im jahreszeitlich bedingten Ablauf der Arbeiten schlecht bis gar nicht zu erläutern: „Da muss man öffentlich anders präsent sein“.

An der Sitzung nahm Peer Heinzer, der Leiter des Schalksmühler Bauhofes, teil. Er erläuterte das durchaus planvolle Vorgehen seines Fachbereiches bei der Erledigung seiner Aufgaben und Pflichten. „Wir sind durch den langen Winterdienst etwas ins Hintertreffen geraten. Nach dem Winter mussten wir reichlich angefallene Überstunden und Urlaube abbauen“, sagte Heinzer. Urlaub müsse schließlich auch bis zu einem gewissen Zeitpunkt genommen worden sein. Drei seiner Mitarbeiter haben das getan, ein vierter war langfristig erkrankt und komme erst jetzt wieder zum Dienst. „Dann sind noch sechs von zehn Mitarbeitern übrig, die nach dem Winter erstmal die Straßenschäden beseitigen mussten“, führte Heinzer weiter aus. In einigen Bereichen wie bei der Pflege der Straßenränder werde bereits auf Fremdunternehmen zurückgegriffen. Außerdem gebe es einer Menge weitererer Aufgaben, die nebenbei noch anfielen wie zum Beispiel die Unterstützung bei kulturellen Veranstaltungen.

Bürgermeister Jörg Schönenberg beleuchtete für die Kommunalpolitiker noch einen weiteren Hintergrund: „Die Bauhofmitarbeiter hatten von Anfang November bis Ende April Urlaubssperre. Sie hatten 24-Stunden-Rufbereitschaft und das an sieben Tage in der Woche“.

Das reichte den Volksvertretern aber noch nicht als Erklärung. UWG-Fraktionssprecher Klaus Nelius regte eine Prioritätenliste an, wann wo Grünpflege zu betreiben sei – natürlich mit für den Kraftverkehr sicherheitsrelevanten Stellen zuerst. Zusätzlich forderte Lutz Schäfer, Sprecher der SPD-Fraktion, ein Grünflächenkataster. Nach seiner Überzeugung habe die Gemeinde eine Vorbildfunktion – auch bei der Grünpflege. Schließlich fackele die Gemeinde auch nicht lange, wenn Bürger ihrer Räum-, Streu- oder Grünpflegepflicht nicht nachkommen.

Die Tagesordnung mit einer Felssicherung an der Volmestraße 30 (wir berichteten) und dem Gesamtabschluss Neues Kommunales Finanzmanagement (NKF) wurde zuvor zügig abgehandelt. Kämmerer Reinhard Voss beschränkte sich auf kurze Erläuterungen, denn der Ausschuss habe „die NKF-Problematik inzwischen ja wohl verstoffwechselt“.

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