Großer Erfolg für Jung-Mitarbeiterinnen

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Stefan Jörgens, Leiter der Entwicklung bei Jung, freut sich über die sehr guten Ergebnisse seiner Mitarbeiterinnen Janine Riccardi (links) und Simone Lutzer.

Schalksmühle - Dass man für die Karriere auch mal die Zähne zusammen beißen muss, beweisen Janine Riccardi und Simone Lutzer, Mitarbeiterinnen des Gebäudesystemtechnik-Herstellers Jung. Sie erreichten nach viereinhalb Jahren Verbundstudium jetzt den „Bachelor of Engineering“ mit sehr guten Ergebnissen. Der Verzicht hat sich gelohnt.

Von Alisa Kannapin

Parallel zu ihrem Studium der Kunststofftechnik machten beide bei Jung eine zweieinhalbjährige Ausbildung zur Technischen Produktdesignerin.

Um ihr Ziel zu erreichen, nahmen Riccardi und Lutzer viel auf sich, verzichteten zu Gunsten des Studiums so manches Mal auf privates Vergnügen. „Gerade in den Prüfungsphasen war die doppelte Belastung von Arbeit und Studium anstrengend. Aber wir wurden von Jung immer gut unterstützt“, erzählt die 24-jährige Simone Lutzer aus Iserlohn.

Alle zwei Wochen hatten sie und Janine Riccardi Vorlesungen an der Fachhochschule (FH) Südwestfalen, entweder in Iserlohn oder in Lüdenscheid. Um das Lernpensum zu schaffen, gab das Unternehmen den Studentinnen jede Woche einen Tag frei, an dem sie im Büro lernen konnten.

Ein Schonprogramm durchliefen die beiden aber nicht, erklärt Stefan Jörgens, Leiter der Entwicklung: „Beide waren seit dem Abschluss ihrer Lehre voll in die Projektprozesse in der Entwicklung involviert. Dass sie so die Lehrinhalte des Studiums praktisch umsetzen konnten, hat sich auch für uns ausgezahlt“, sagt Jörgens. Gleichzeitig konnten Riccardi und Lutzer jederzeit erfahrene Konstrukteure um Rat fragen.

2009 begannen die jungen Frauen das Verbundstudium an der FH Südwestfalen mit 40 anderen Studenten, darunter neun Frauen. Von den 40 haben es nur acht Studenten bis zur Abschlussprüfung geschafft. Für die meisten war die Doppel-Belastung zu viel. „Aber diejenigen, die es schaffen, sind unglaublich stressresistent. Das ist für das Unternehmen, neben ihrer fundierten Ausbildung, ein hohes Gut“, sagt Jörgens.

Um in Ruhe an ihrer Bachelor Thesis, der Abschlussarbeit, arbeiten zu können, erhielten Riccardi und Lutzer einen eigenen Projektraum. „Das war wie Isolationshaft für die beiden. Aber dort konnten sie sich drei Monate lang nur auf ihre Thesis konzentrieren“, erklärt Jörgens.

Darin entwickelten sie Projekte des Unternehmens weiter. Wöchentlich brachten die jungen Frauen ihre Vorgesetzten auf den neuesten Stand. Während Janine Riccardi ein Klappdeckel-Konzept für Unterputzsteckdosen erstellte, arbeitete Simone Lutzer an einer verzugsoptimierten Rahmengeometrie aus Thermoplast.

Themen, für die sich nicht viele junge Frauen interessieren. Aber für Lutzer und Riccardi stand schon früh fest, dass sie in einem technischen Bereich arbeiten möchten, geprägt von den Technik-Berufen der Eltern beziehungsweise den Schul-Praktika.

Simone Lutzer begann zunächst mit der Ausbildung zur Technischen Produktdesignerin bei Jung und wechselte erst nach dem ersten Lehrjahr zum Verbundstudium. Die heute 23-jährige Schalksmühlerin Riccardi entschied sich direkt nach dem Abi für dieses Studium. „Der Vorteil ist, dass man in kurzer Zeit sowohl die praktische Lehre als auch das theoretische Studium absolviert. Das ist zwar hart, aber es lohnt sich“, sagt Riccardi.

Um auch auf das abschließende Kolloquium gut vorbereitet zu sein, in dem die Bachelor Thesis vor den Uniprofessoren verteidigt wird, übten Riccardi und Lutzer das Prozedere zunächst vor interessierten Kollegen, dem Entwicklungsleiter und ihren direkten Vorgesetzten. „Das war härter als das echte Kolloquium. Aber das Feedback hat unglaublich viel gebracht und man wusste, an welchen Stellen man noch in die Tiefe gehen sollte“, sagt Riccardi.

Die Mühe hat sich ausgezahlt: Riccardi bestand mit einer glatten Eins, Lutzer mit der Note 1,3. Beide arbeiten bei Jung nun mit eigenen Verantwortungen in festen Projektteams. Ob sie jetzt noch das Master-Studium anschließen, wissen sie noch nicht. Nun soll neben der Arbeit erst einmal das Privatleben wieder mehr Vorrang haben.

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