Das sagt die Feuerwehr zum Fehlalarm

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Schalksmühle - Die Freiwillige Feuerwehr Schalksmühle beschäftigte am Montagabend vor allem einer der Fehlalarme. Zu dem vermeintlichen Unfall rückten die Wehrleute aus. Wir haben sie gefragt, was das für die Feuerwehr bedeutet.

"Dass jemand einen Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten für einen böswilligen Fehlalarm verwendet, kommt nicht oft vor“, sagt Marc Fürst, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Schalksmühle. Aufgrund des Einsatzstichwortes und der erfolgten Sirenenalarmierung waren zum Zeitpunkt des Einsatzabbruchs erhebliche Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei auf dem Weg zur vermeintlichen Einsatzstelle.

Aus Hülscheid waren das Tanklöschfahrzeug 4000, und aus Winkeln der Gerätewagen Technik bereits an der Einsatzstelle eingetroffen. Insgesamt befanden sich aufgrund der vorsätzlichen Straftat über 40 ehrenamtliche Feuerwehrkameraden verärgert im Einsatz. Hinzu kamen mehrere Rettungswagen und Polizeifahrzeugbesatzungen. Für die Löschgruppe Hülscheid war es nach dem Kesselbrand vom Nachmittag der zweite Einsatz mit Sirenenalarm innerhalb weniger Stunden.

Fehlalarm bereits im vergangenen Jahr

Bereits im Mai 2017 hatte es einen böswilligen Fehlalarm in Heedfeld gegeben. Auch damals war ein Großaufgebot von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei im Einsatz, nachdem eine „unklare Rauchentwicklung“ gemeldet worden war, was sich als Fehlalarm herausstellte. Böswillige Fehlalarme seien relativ selten, sagt Fürst. Es komme ein- bis zweimal im Jahr vor, manchmal auch gar nicht. „Wir hatten allerdings in der vergangenen Zeit zwei böswillige Alarme und jetzt diesen neuen.“

Man unterscheide durchaus zwischen böswilligen und anderen Formen von Fehlalarmen, erläutert der Feuerwehrsprecher. Zum einen lösten auch Brandmeldeanlagen schon einmal falsch aus, zum anderen gebe es die Alarme in guter Absicht. „Beispielsweise wenn jemand anruft, weil er glaubt es brennt, aber es stellt sich heraus, dass der Nachbar nur grillt“, sagt Fürst. Den Anrufern werde dann auch versichert, dass es richtig gewesen sei, sich an die Feuerwehr zu wenden. „Aber es ist etwas anderes, wenn jemand anruft, nur um sich einen Spaß zu machen.“

Einsatz der Freiwilligen Wehr kostenlos

Wie teuer der Einsatz zu dem jüngsten Fehlalarm war, konnte Fürst nicht sagen, da die Freiwillige Feuerwehr Schalksmühle keinen eigenen Kostenkatalog habe und ihr Einsatz kostenlos sei. Anders sei das bei Rettungsdienst und Polizei, die ebenfalls im Einsatz waren.

Laut Kreisleitstelle bei der Feuerwehr Lüdenscheid lasse sich auch der Einsatz des Rettungsdienstes nicht genau beziffern. Der Einsatz von zwei Notärzten und drei Rettungswagen im Einsatz kostet jeweils einen hohen dreistelligen Betrag, sodass durch die Alarmierung Kosten von mehreren Tausend Euro entstehen, die man allerdings dem Verursacher nicht in Rechnung stellen könne. Laut Pressestelle der Polizei im Märkischen Kreis kostet der Einsatz eines Streifenwagens einen niedrigen dreistelligen Betrag. Zu dem vermeintlichen Unfall in Heedfeld hatte die Polizei einen Wagen entsandt, wegen der zuvor dort gemeldeten bewaffneten Personen waren vier Wagen im Einsatz.

Verursacher gefährdet Sicherheit

Die Kosten des Einsatzes sind für Feuerwehrsprecher Fürst nicht das größte Ärgernis. „Besonders ärgerlich an dem Fehlalarm ist, dass Rettungsmittel gebunden sind, die dann im Fall eines echten Notfalls nicht schnell genug an der Einsatzstelle sein können“, sagt er. Durch einen absichtlich ausgelösten Fehlalarm gefährdet der Verursacher also auch die Sicherheit seiner Mitbürger. „Wenn drei Rettungswagen auf dem Weg zu dem Einsatzort sind, ist in der Region dann keiner mehr vorhanden. Der müsste dann aus der Nachbarstadt oder von weiter weg kommen.“

Ermittlungen aufgenommen

Die Polizei hat Ermittlungen wegen Missbrauchs von Notrufeinrichtungen und Beeinträchtigung von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln aufgenommen. Die Polizei hofft nun, den Verursacher schnellstmöglich zu ermitteln. Das Strafmaß bei Ermittlung des oder der Schuldigen reicht von einer Geldstrafe bis zu einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr Haft.

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