So wird gegrillt

Der Grillanspruch steigt - Tipps vom Experten aus Schalksmühle

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Schmackhaft: Ein Tomahawk-Steak, zubereitet von Hendrik Gesen.

Schalksmühle - Ein schönes, saftiges Steak, dazu eine Bratwurst und etwas Gemüse – so sieht in vielen Haushalten ein gemütlicher Grillabend aus. Doch wie hat sich das Grillen verändert? Welche Trends gibt es? Und wie kann man einfache Fehler vermeiden? Grillprofi Hendrik Gesen aus Schalksmühle beantwortet diese Fragen.

In den Sommermonaten erfreut sich das Grillen einer großen Beliebtheit – und nicht nur dann: Gegrillt wird inzwischen das ganze Jahr über. Ob privat im Garten, beim Schützenfest, Dorfabend oder Sportveranstaltungen, überall vernimmt man derzeit den Geruch von gegrilltem Fleisch. 

Dabei wird besonders bei Privatpersonen vermehrt Wert auf eine gute Qualität gelegt, wie auch Hendrik Gesen, Grillprofi und Inhaber des Unternehmens Hendrik Gesen Koch Task Force in Schalksmühle, weiß: „Die Leute kaufen sich immer öfter hochwertige Grills und besuchen auch immer häufiger Grillkurse, um zu lernen, wie man richtig grillt.“ 

Gutes Vorheizen ist wichtig

Auch Hendrik Gesen bietet solche Grillkurse an, ist also ein echter Grillprofi und weiß, worauf es ankommt. „Wichtig ist, egal welchen Grill man benutzt, dass man gut vorheizt“, erklärt Gesen und geht weiter ins Detail: „Bei einem Holzkohlegrill müssen die Briketts weiß sein. Bei einem Gasgrill würde ich den Grill 15 Minuten auf 400 Grad vorheizen und anschließend die Temperatur wieder herunterregeln.“

Für ebenso wichtig erachtet der erfahrene Koch, der in bekannten Restaurants wie dem Käfer in München oder dem Hotel Dresel in Rummenohl arbeitete, dass man das kalte Grillrost zuvor mit einem Tuch leicht einölt. „Dadurch hat man eine Anti-Haft-Schicht geschaffen“, begründet Gesen.

Grillprofi: Hendrik Gesen weiß, wie es geht.

Sollte das Grillgut trotzdem auf dem Grillrost kleben bleiben, ist für Gesen klar: „Dann ist das Fleisch noch nicht fertig. Denn erst wenn die Poren geschlossen sind und das Fleisch somit auch nicht mehr am Grillrost festklebt, ist es wirklich fertig.“ Für den gelernten Koch ist Grillen jedoch nicht gleich Grillen. „Wer flaches Fleisch beispielsweise vom Discounter kauft, betreibt für mich Kirmesgrillen. 

Ein Stück Fleisch ab 400 Gramm

Richtiges Grillen geht für mich bei einem Stück Fleisch ab 400 Gramm los.“ Doch auch in dieser Hinsicht hat sich das Verhalten der Griller verändert, wie Gesen findet: „Es wird mittlerweile mehr auf die Qualität des Grillguts geachtet. Die Leute gehen häufiger in die Fleischerei und kaufen nicht nur beim Discounter ein.“ 

Ein weiteres Thema, mit dem sich Gesen beschäftigt, ist veganes Grillen. „Da gibt es neben dem klassischen Grillgemüse die Möglichkeit mit Tofu oder Seitan zu arbeiten. Viel geht in dem Bereich natürlich über die verschiedenen Beilagen.“ Ein Trend, über den sich der Schalksmühler sehr freut, ist, dass sich die Leute nicht nur auf die Klassiker wie Nackensteak und Bratwurst beschränken, sondern auch außergewöhnliche Dinge wie zum Beispiel Pulled Pork grillen und dafür teilweise tagelange Arbeit investieren. 

Zeit ist das A und O

„Das beste Rezept beim Grillen ist Zeit. Wenn man sich genug Zeit nimmt, um das Fleisch zuzubereiten, dann bekommt man auch ein ordentliches Ergebnis.“ So empfiehlt der Profi seinen Grill in Zonen zu unterteilen. In der ersten Zone sollte man das Fleisch scharf anbraten, um es anschließend in der weniger heißen Zone langsam ziehen zu lassen, es also indirekt zu grillen. Diese Vorgehensweise ist sowohl beim Holzkohle- als auch Gasgrill möglich. 

Und da wären wir bei der Grundsatzfrage der Griller: Holzkohle- oder Gasgrill? „Ich habe sehr lange für meine Entscheidungsfindung gebraucht, mich selbst aber für den Gasgrill entschieden.“ Als Begründung führt er das bessere Zeitmanagement an: „Wenn ich auf einer Veranstaltung grille, kann ich den Grill zwischendurch auch aus machen und muss nicht, was beim Holzkohlegrill der Fall wäre, durchgrillen.“ Auch was die Zukunft des Grillens angeht, hat Gesen eine Meinung: „Ich glaube nicht, dass die Begeisterung für das Grillen am Zenit ist.“ Somit können sich alle Grillfreunde auf weitere Trends und Neuerungen auf diesem Gebiet freuen, während sie mit Freunden und Bekannten zusammen ihr Fleisch grillen.

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